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Sozialamt

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Obdachlosigkeit

Neues Konzept sieht mehr Wohnungen für Wohnungslose vor

Nachricht vom 04.09.2019

Die Verwaltungsspitze hat sich mit der Reform der Wohnungslosenhilfe in Dortmund befasst und gab grünes Licht für das weiterentwickelte Konzept. So will die Stadt mehr Wohnraum für Obdachlose schaffen. Außerdem soll für die externe Betreuung von Frauen nach ihrem Aufenthalt im Frauenhaus eine halbe Stelle für die Sozialarbeit geschaffen werden.

Die Verwaltungsspitze befasste sich mit dem aktuellen Bericht über die Weiterentwicklung der Wohnungslosenhilfe. Darin enthalten sind zwei geplante Maßnahmen, die dem Rat ebenso wie der Bericht "Wohnungslose Menschen in Dortmund" zur Beschlussfassung vorgelegt werden sollen.

Das Wohnraumvorhalteprogramm (WVP) soll bis 2020 Schritt für Schritt auf insgesamt 920 Wohnungen ausgebaut werden. Das entspricht nach heutigem Stand einem Plus von 196 Wohnungen.

Außerdem soll für die externe Betreuung von Frauen nach ihrem Aufenthalt im Frauenhaus eine halbe Stelle für die Sozialarbeit geschaffen werden.

Wohnungslose Menschen in Dortmund

Der Rat der Stadt Dortmund traf im Mai 2018 die maßgeblichen Entscheidungen zur bedarfsorientierten Weiterentwicklung des Hilfesystems für wohnungslose Menschen in Dortmund. Der Bericht "Wohnungslose Menschen in Dortmund" beschreibt den aktuellen Sachstand bei der Realisierung der Beschlüsse und nimmt die jeweils aktuelle Entwicklung in den Handlungsfeldern in den Blick.

"Nach gut einem Jahr lässt sich sagen, dass nahezu alle skizzierten Maßnahmen und Ziele auf dem Umsetzungsweg sind oder bereits erreicht wurden. Natürlich sind die Weiterentwicklung und Feinabstimmung des Hilfesystems nicht abgeschlossen. In den einzelnen Handlungsfeldern geht es stetig voran. Schwerpunkte sind hier der Ausbau des Wohnraumvorhalteprogrammes (WVP) und des Unterstützungssystems für junge Obdachlose", erläutert Sozialdezernentin Birgit Zoerner.

Das WVP steht obdachlosen Menschen, die sich nicht selbst unterbringen können und aktiv nach einer Unterbringung suchen, zur Verfügung. Darüber hinaus wird das WVP im Sinne der Integration und der Verselbstständigung zur Unterbringung von Flüchtlingen genutzt.

"Die Stadt Dortmund ist verpflichtet, Flüchtlinge nach Zuweisung aufzunehmen und unterzubringen. Die Wohnungen stehen nach den Auszügen aus Übergangseinrichtungen zur Verfügung und dienen auch dazu, die Schaffung neuer stationärer Plätze zu vermeiden", so Zoerner.

Ein weiteres bedeutsames Thema ist die Planung und Weiterentwicklung der Notschlafstellen

Mit Inbetriebnahme der neuen Männerübernachtungsstelle (MÜS) in der Unionstraße 33 im Januar gibt es seitdem 70 Schlafplätze mit einem verbesserten Unterbringungsstandard.

Die Zugänge in das Dortmunder Wohnungslosenhilfesystem werden engmaschig begleitet. Die Sozialarbeiter*innen erstellen in der Regel innerhalb von 14 Tagen eine solide Situationsanalyse und erarbeiten mit dem Kunden individuelle Hilfepläne, einschließlich Perspektivplanung zur Beendigung der Wohnungslosigkeit. So konnten seit Januar 40 MÜS-Bewohner in WVP-Wohnungen, in der Regel als Zweier- oder Dreier-Wohngemeinschaften, vermittelt werden.

Um das erweiterte Leistungsangebot der Frauenübernachtungsstelle (FÜS) künftig an einem Standort anbieten zu können, wurde ein europaweit offenes Vergabeverfahren zur Bewirtschaftung einer neuen FÜS eingeleitet. Den Zuschlag erhielt das Diakonische Werk Dortmund und Lünen. Die neue FÜS wird im ersten Quartal 2020 an ihrem neuen Standort Nortkirchenstraße 15 in Hörde mit 50 Plätzen plus vier Notplätzen in Betrieb genommen werden.