Dortmund überrascht. Dich.
Start des Equal Pay Day-Marsches durch die Dortmunder Innenstadt

Frauen & Gleichstellung

Bild: Gabriele Herweg-Zaide

Equal Pay Day

21 % weniger in der Kasse – Das ist doch zum In-die-Luft-gehen!

Zeichnung für den Equal-Pay-Day 2016

Bild: Frank Hoppmann

Wussten Sie eigentlich, dass der Gehaltsunterschied bei 21% liegt?

Es ist wichtig, die Gründe zu kennen!

Denn sonst lässt sich die ungleiche Entlohnung von Frauen und Männern nicht beseitigen. Dann bleibt die Ungleichverteilung der Gehälter von Frauen und Männern auf ewig so wie sie heute ist.

Und die Ungleichverteilung hat es in sich! Wussten Sie z.B. …

  • um wie viel Prozent der Gehaltsunterschied von Frau und Männern im Durchschnitt auseinandergeht?
  • wie groß die Rentenlücke in Deutschland zwischen Frauen und Männer ist (Gender Pension Gap)?
  • wie viel im Durchschnitt ein Versicherungskaufmann im Vergleich zu einer Versicherungskauffrau verdient?
  • um wie viel Prozent sich in den letzten sechs Jahren der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern verkleinert hat?
  • was die Gründe sind, warum es diese großen Gehaltsunterschiede gibt?

Sind Sie neugierig geworden? Wir sprechen über diese Themen und hier finden Sie erste Antworten.

Die Daten und Fakten sind eindeutig:

In Deutschland fällt im Jahr 2017 der Equal Pay Day auf den 18. März. Dieser Tag markiert den Zeitraum, in dem Frauen nach Jahresende 2016 im Schnitt länger arbeiten müssen, um auf das Vorjahresgehalt der Männer zu kommen. Der Gehaltsunterschied liegt im Durchschnitt bei 21%. So hoch ist die Lohndifferenz in kaum einem anderen Land der EU!

Eine Angleichung der Gehälter hat in den letzten Jahren kaum stattgefunden.

Auch innerhalb vieler Berufe gibt es einen deutlichen Gender Pay Gap, eine nach Geschlecht unterschiedliche Entlohnung. So liegt z.B. der durchschnittliche Verdienst eines Versicherungskaufmannes bei 4.085 €, der der Versicherungskauffrau bei 3.135 € - das ist eine Differenz von 23%!

Weniger Verdienst im Berufsleben hat fatale Auswirkungen im Rentenalter! Der Gender Pension Gap, der Indikator, der den Unterschied in der Rentenhöhe zwischen Frauen und Männern über das gesamt Erwerbsleben misst, lag in Deutschland 2012 bei fast 60%. Die durchschnittliche gesetzliche Altersrente von Frauen betrug 618 Euro im Monat, für Männer hingegen 1.037 Euro

Mehrere Faktoren spielen eine Rolle

Berufswahl

Berufe und Branchen, für die sich vielfach Frauen entscheiden – sogenannte Frauenberufe – werden deutlich weniger Wert geschätzt und vergütet als Berufe und Branchen, die vorwiegend von Männern gewählt werden – sogenannte Männerberufe.

Das wirkt sich unmittelbar auf das Gehalt aus, wenn Frauen einen „Frauenberuf“ wählen und Männer einen „Männerberuf“. So arbeiten viele Frauen im Einzelhandel und in sozialen Berufen, während Männer sich eher die besser bewerteten und bezahlten industriellen, technischen und handwerklichen Berufe entscheiden. Ein größerer Teil der Frauenarbeitsplätze wird zudem von Tarifverträgen nicht erreicht und es werden häufig nur Niedriglöhne gezahlt.

Karriere

Karrierewege von Frauen werden häufig durch informelle und oft unsichtbare Barrieren, die den Zugang zu höheren Positionen ermöglichen, versperrt. Stichwort: "Gläserne Decke". Aber auch wenn sie Karriere machen: Der Verdienst weiblicher Führungskräfte liegt im Schnitt 30% unter dem der Männer!

Beruf und Familie

Frauen unterbrechen oder reduzieren ihre Erwerbstätigkeit häufiger und länger wegen Kindererziehung und Familienarbeit als Männer. Diese typisch weiblichen Biografiemuster verursachen lange nachwirkende Einbußen bei der Gehaltsentwicklung im Lebenslauf.

Individuelle Lohnverhandlungen

Vielfach machen Personalleiter/-innen Frauen (v.a. Berufsrückkehrerinnen) geringer dotierte Gehaltsangebote als Männern mit gleicher Qualifikation.

Umgekehrt zeigen sich viele Frauen in Gehaltsverhandlungen auch oft defensiver als Männer und lassen sich mit weniger Gehalt oder Zusatzleistungen abspeisen – oft einfach deshalb, weil die Gehaltseinstufungen der Männer nicht bekannt sind.

Verwendung unterschiedlicher Kriterien zur Bewertung von Tätigkeiten

Bei der Bewertung von frauen- und männerdominierten Tätigkeiten werden häufig unterschiedliche Kriterien angesetzt.

So werden Kriterien, die vor allem auf männerdominierte Tätigkeiten zutreffen (z.B. Muskelkraft) oftmals unverhältnismäßig höher gewichtet. Auch werden anspruchsvolle Tätigkeitsanteile vielfach erst dann bewertet, wenn sie einen bestimmten Zeitanteil erreicht haben. Oder es werden Zusatzleistungen zum Gehalt an bestimmte Bedingungen geknüpft (z.B. Vollzeitarbeit), die für viele Frauen nicht erreichbar sind.

Einladung zum Dortmunder Equal Pay Day

Zeigen Sie Flagge mit uns gegen Entgeltungleichheit und machen Sie mit beim Marsch durch die Stadt und kommen Sie zum Red-Luch im Dortmunder Rathaus.

Das Dortmunder Aktionsbündnis aus rund 40 Organisationen hat ein vielseitiges Veranstaltungsprogramm für den 18. März zusammengestellt. Wir laden Sie herzlich ein, an dieser Veranstaltung mit Diskussion und Gesprächen, Science Slam, Bewerbungs-Coaching, Film, Quiz und Fingerfood in der Bürgerhalle des Dortmunder Rathauses teilzunehmen. Weitere Informationen zum Programm erhalten Sie in den nächsten Wochen an dieser Stelle.

Übrigens: Die ersten 50 Personen, die um 11 Uhr am Dortmunder Rathaus eintreffen, erhalten einen roten Hut mit Signalwirkung für den Equal Pay Day!

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