Dortmund überrascht. Dich.
Start des Equal Pay Day-Marsches durch die Dortmunder Innenstadt

Frauen & Gleichstellung

Bild: Gabriele Herweg-Zaide

Wissenswertes und Tipps, damit Frauen auch im Rentenalter wirtschaftlich unabhängig sein können:*

1) Weitestgehend kontinuierliche Beschäftigung in hohem Wochenstundenvolumen über den gesamten Lebensverlauf hinweg Die Rente ist der Spiegel des eigenen Erwerbslebens.

Je seltener die Erwerbstätigkeit unterbrochen wird und umso länger frau in einem Job arbeitet, der sozialversicherungspflichtig ist, desto höher wird die zu erwartende Rente sein. Lange Phasen in Minijobs – in welchen eher selten Beiträge zur Rentenversicherung gezahlt werden – oder sehr niedriger Teilzeit gefährden die Existenzsicherung im Alter.

2) Teilzeitbeschäftigungen und Beschäftigungen im Niedriglohnsektor möglichst nur kurzzeitig ausüben

Teilzeitarbeit muss nicht per se schlecht für die Rente sein, setzt aber die wirtschaftliche Unabhängigkeit aufs Spiel. Auch hier gilt: Je geringer das Einkommen, desto weniger Beiträge müssen in die Rentenversicherung geleistet werden, aber auch desto geringer fällt die spätere Rente aus.

Auch wenn Minijobs für Studierende, Rentner oder junge Mütter eine willkommene Gelegenheit sind, ist Vorsicht geboten: Sobald der Minijob zur Haupterwerbsquelle wird, erwirbt man damit in der Regel keine Rentenansprüche. Besonders häufig ist das bei Frauen der Fall, da sie oftmals nach einer Schwangerschaft erst einmal einen Minijob ausüben, während der Mann Vollzeit arbeiten geht. Häufig bleiben sie in der sogenannten Minijobberfalle stecken.

3) Auf die Berufswahl achten

Frauen entscheiden sich oftmals für sogenannte Frauenberufe – Berufe und Branchen, die im Vergleich zu den sogenannten Männerberufen deutlich weniger wertgeschätzt und vergütet werden, obwohl in ihnen für die Gesellschaft notwendige Arbeit geleistet wird. Viele der Frauenarbeitsplätze werden zudem von Tarifverträgen nicht erreicht und es werden Niedriglöhne gezahlt. Frauen sollten sich in diesen Berufen gut qualifizieren und sich für eine höhere Entlohnung einsetzen.

4) Den eigenen Karriereweg im Blick haben

Karrierewege von Frauen werden häufig durch informelle und oft unsichtbare Barrieren, die den Zugang zu höheren Positionen ermöglichen, versperrt – Stichwort „Gläserne Decke“. Auch geben sich Frauen eher mit niedrigeren Gehältern zufrieden. Frauen sollten sich trauen, sich für höhere Positionen zu bewerben und höhere Gehälter zu fordern.

5) Betreuungsaufgaben innerhalb der Partnerschaft gemeinsam erledigen

Kinder oder Angehörige zu pflegen ist eine große Herausforderung und zeitintensiv. Überwiegend sind es Frauen, die Betreuungs- und Pflegeaufgaben übernehmen und (in dieser Zeit) im Job ausfallen. Und je größer der Ausfall aus der Erwerbstätigkeit ist, desto mehr Beiträge fehlen in der Rentenversicherung. Zudem belegen immer mehr Studien: Partnerschaften auf Augenhöhe sind die glücklicheren!

6) Sich schon frühzeitig Gedanken über die eigene Vorsorge im Alter machen und über Altersvorsorgeoptionen informieren

Wie hoch die gesetzliche Rente letztlich ausfällt, kann nicht über viele Jahre hinaus prognostiziert werden. Auch werden immer wieder Änderungen durch die Politik bzw. den Gesetzgeber vorgenommen. Zwar wird ein gewisser Betrag ausgezahlt, wenn in die Rentenversicherung eingezahlt wurde, aber ob man damit wirtschaftlich unabhängig leben kann, ist nicht gewährleistet. Die einzige Sicherheit jenseits der staatlichen Grundsicherung bieten folglich eine durchgängige Erwerbstätigkeit und ein kontinuierlich hohes Arbeitszeitvolumen.

* vgl hierzu: DGB-Frauen: Gender Pension Gap: Denkst Du heute schon an deine Altersvorsorge?
http://www.was-verdient-die-frau.de/++co++2a34b0bc-d4b4-11e5-8f48-52540023ef1a

Frauen & Gleichstellung