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Frauen & Gleichstellung

Bild: Dortmund-Agentur / Stefanie Kleemann

Workshops

a) Empowerment– Mitgestalten für eine wehrhafte Demokratie

Dortmund ist eine bunte, vielfältige und weltoffene Stadt. Der Eindruck, sie sei eine Hochburg der Neonazis, täuscht darüber hinweg, dass Dortmund eine Hochburg des Widerstands ist. Es gibt viele Initiativen, Institutionen und Organisationen aber auch zivilgesellschaftliche Bündnisse, die sich gegen die Feinde der Demokratie positionieren.
Gemeinsam mit dem zivilgesellschaftlichen Bündnis Arbeitskreis gegen Rechtsextremismus und der städtischen Koordinierungsstelle für Vielfalt, Toleranz und Demokratie soll über die Möglichkeiten des Engagements für Vielfalt und Demokratie in unserer Stadt informiert und diskutiert werden.

Referentinnen/Moderation

  • Jutta Reiter, Arbeitskreis gegen Rechtsextremismus/ Vorsitzende DGB Dortmund Hellweg
  • Anna Spaenhoff, "Demokratie leben!" - Externe Projektbegleiterin
  • Birgit Miemitz, Koordinierungsstelle für Vielfalt, Toleranz und Demokratie

"Demokratie leben!"

Seit 2015 ist die Stadt Dortmund am Bundesprogramm "Demokratie leben! Partnerschaften für Demokratie" beteiligt. Dieses Programm hat zum Ziel im Rahmen einer "Partnerschaft für Demokratie" lokal für Demokratie und gegen Rechtsextremismus, Gewalt und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit beizutragen. Dabei geht es um die Stärkung der Zusammenarbeit von Zivilgesellschaft und Kommune, der Stärkung des Engagements für Demokratie, der Förderung der Ausgestaltung einer vielfältigen lokalen Kultur des Zusammenlebens und der Bearbeitung von örtlichen Problemlagen. Das Programm wendet sich an Zielgruppen, wie Jugendliche, Pädagogen und Eltern, ebenso wie an Multiplikatoren aus den verschiedensten Bereichen der Zivilgesellschaft.

Seit April 2015 ist dazu Anna Spaenhoff als externe Projektbegleiterin bei dem Kooperationspartner Förderverein Gedenkstätte Steinwache/Internationales Rombergpark-Komitee angestellt. Sie unterstützt Projektnehmende bei der Entwicklung, Umsetzung und Nachbereitung der Projekte und arbeitet dabei eng mit der Koordinierungsstelle für Vielfalt, Toleranz und Demokratie zusammen

Arbeitskreis gegen Rechtsextremismus

Der Dortmunder Arbeitskreis gegen Rechtsextremismus ist ein breites Netzwerk von Organisationen aus der Mitte der Gesellschaft, bestehend zum Beispiel aus Wohlfahrtsverbänden, Kirchen, Parteien und Gewerkschaften. Austausch über und Widerstand gegen rechtsextremistische Aktivitäten in Dortmund stehen im Mittelpunkt unserer Arbeit.

Koordinierungsstelle für Vielfalt, Toleranz und Demokratie

Der vom Dortmunder Rat beschlossene "Aktionsplan gegen Rechtsextremismus" ist Grundlage der Arbeit der Koordinierungsstelle. Verwaltung, Ämter und Einrichtungen der Stadt und die Zivilgesellschaft sind darin aufgerufen, sich dem Rechtsextremismus auf allen Ebenen entgegen zu stellen. Er enthält ein umfangreiches Handlungskonzept für Vielfalt, Toleranz und Demokratie.

Zur Umsetzung dieser Aufgaben berief der Oberbürgermeister Hartmut Anders-Hoepgen als ehrenamtlichen Sonderbeauftragten. Ihm zur Seite stehen in der im Rathaus verankerten "Koordinierungsstelle für Vielfalt, Toleranz und Demokratie" außerdem drei weitere städtische Mitarbeitende.

Die Stelle koordiniert sämtliche Prozesse zur Weiterentwicklung und Umsetzung des Aktionsplans und lädt alle zivilgesellschaftlichen Akteure ein, sich am Prozess zu beteiligen. Zudem werden die zivilgesellschaftlichen Aktivitäten für Vielfalt und Demokratie – gegen den Rechtsextremismus unterstützt. Hierfür stehen zudem finanzielle Mittel in Form eines Aktionsfonds für Projekte zur Verfügung.

b) Können Kinder Demokratie lernen? Einladung zu einem Betzavta-Experiment

Betzavta ist eine Methode, demokratische Prozesse praktisch zu erfahren. Das kann schon im Grundschulalter beginnen. Möglichkeiten der Beteiligung von Kindern aufzuzeigen ist Ziel dieses Workshops. Nach einem erfahrungsorientierten Teil tauschen sich die Teilnehmenden aus. So werden Ideen entwickelt, um Konfliktpotenzial zu erkennen und kreative Lösungen zu finden. Die Erkenntnisse sollten sich auch im Erwachsenen-Leben anwenden lassen.

Referentin/Moderation
Helena Breidt, Kommunales Integrationszentrum
Ansprechpartnerin für die Schulen im Netzwerk‚ Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage

Von Haus aus Lehrerin, interessiert sie sich besonders für die Prozesse des Miteinanders in Gruppen. Seit 2017 arbeitet sie selbst mit der Betzavta-Methode.

c) Argumentationstraining "Umgang mit Stammtischparolen"

Im beruflichen wie im privaten Alltag begegnen wir immer wieder rechten Sprüchen oder sind mit rassistischen und menschenverachtenden Äußerungen, sogenannten Stammtischparolen, konfrontiert. Es ist nicht immer leicht, adäquat zu reagieren und den Äußerungen etwas entgegenzusetzen, oft fehlen die Worte. In diesem Workshop geht es darum, sich mit Stammtischparolen zu beschäftigen, d.h. wie sie aufgebaut sind, was sie auslösen und welche Emotionen dahinterstecken. Gemeinsam soll erarbeitet werden, welche Möglichkeiten es gibt, auf Stammtischparolen zu reagieren und welches die eigenen Handlungsmöglichkeiten sein können.

Referentinnen/Moderation
Iris Müller, Sabrina Beckmann
Multikulturelles Forum Dortmund e.V.

Multikulturelles Forum e.V.

Das Multikulturelle Forum e.V. (MkF) ist eine Migrantenorganisation mit mehr als 30 Jahren Erfahrung im Bereich der Förderung des gesamtgesellschaftlichen und interkulturellen Miteinanders. Die Arbeit des MkF hat das übergeordnete Ziel, Zugänge und Chancengleichheit für alle Menschen unabhängig von kulturellem Hintergrund, Religion, Nationalität, Alter und Geschlecht zu schaffen. Wir beziehen Stellung gegen Diskriminierung, Rassismus und Menschenfeindlichkeit und setzen uns für Vielfalt, Teilhabe und Inklusion ein. 1985 in Lünen gegründet, unterhält das MkF mittlerweile auch Geschäftsstellen in Düsseldorf, Dortmund, Hamm, Bergkamen und Lünen-Süd. An allen Standorten besteht ein breit gefächertes Spektrum verschiedener Projekte aus den Bereichen Arbeit/Qualifizierung, Gesellschaft/Prävention, Beratung und Weiterbildung.

Iris Müller ist Bildungsreferentin im Projekt "Objektiv - Junge Medienmacher mit Durchblick". Sabrina Beckmann ist für das Projekt „Interkulturelle Öffnung von Verwaltungen“ verantwortlich.

d) Zum Umgang mit Rechtspopulismus für Frauen mit Fluchterfahrung und Unterstützerinnen

Mobile Beratung NRW gegen Rechtsextremismus
Rechtspopulistische Abwertungen und Diffamierungen richten sich im Kontext von Flucht und Asyl auch in spezieller Weise an Frauen – seien sie nun selbst geflüchtet oder unterstützend tätig. Die Unterschiedlichkeit, mit der Anfeindungen an diese beiden Gruppen herangetragen werden, versinnbildlicht eine Diskurspraxis der Spaltung. Was die Anfeindungen gegen geflüchtete und unterstützende Frauen eint, sind antifeministische und sexistische Positionen. Diese werden im Workshop nicht nur herausgearbeitet, um den Herausforderungen von Rechts zukünftig etwas entgegen zu setzen, sondern um gleichsam die Notwendigkeit von feministischer Solidarität hervorzuheben.

Referierende/Moderation
Leroy Böthel,
Mobile Beratung NRW gegen Rechtsextremismus

Sevgi Kahraman-Brust,
Traine of Hope v. V.

e) Zum Umgang mit antifeministischer Meinungsmache Online wie Offline

In unserem Alltag werden wir ständig mit Hass im Netz konfrontiert. Gemeinsam hat das Blogger*innenkollektiv "Feminismus im Pott" daher Strategien und Handlungsmöglichkeiten entwickelt, um sich zu schützen und zu zeigen, wie man sich dagegen wehren kann. Bevor sie von ihrer Arbeit und ihren Erfahrungen erzählen, geben sie einen Überblick über Begrifflichkeiten, wie Hate Speech, Trollen etc.
Die potenziellen Situationen werden beleuchtet und es wird besprochen, wie man als Userin souverän im Netz agieren kann.

Referentinnen/Moderation
Das Team von "Feminismus im Pott"

Feminismus im Pott

Feminismus im Pott ist ein Blogger*innenkollektiv aus dem Ruhrgebiet, das sich 2014 gegründet hat. Es entstand aus der Idee, eine Plattform zu schaffen, auf der wir uns über feministische und emanzipatorische Themen austauschen und auch über das Ruhrgebiet hinaus vernetzen können. Denn: der Pott hat viel zu bieten – eingesessene Gruppen und Vereine, lokale Initiativen und Projekte, Aktivist*innen, Künstler*innen und Kreativwirtschaft. Feminismus im Pott bringt dieses Pottpourri an Engagement und Kreativität auf den Blog: Wir möchten die Menschen hinter den Projekten und Aktionen kennenlernen und nach ihren Lebensentwürfen, Erfahrungen und feministischen Gestaltungsräumen fragen – und sie vorstellen. Wir, das sind mittlerweile eine Gruppe von Menschen, die bloggen, feministische Perspektiven in die Sozialen Netzwerke (Facebook, Twitter, Instagram) tragen und Veranstaltungen organisieren oder als Speaker*innen teilnehmen.

Laura Chlebos ist Sozialwissenschaftlerin und arbeitet zu den Themen Körper, Schönheitshandeln und alternative Familienmodelle. Sie ist Gründerin und Vorsitzende von Feminismus im Pott.

f) Sicherer Umgang mit Wortergreifungsstrategien

Wenn Rechtsextreme und Rechtspopulisten mitdiskutieren wollen, kann es problematisch werden. Selten geht es ihnen darum, wirklich zu diskutieren, sondern viel häufiger sollen die fremden Veranstaltungen instrumentalisiert werden, um sich selbst in Szene zu setzen. Sie versuchen ihre Themen zu platzieren und so die Veranstaltung zu kapern, ihr eine andere Richtung zu geben und die Meinungsführerschaft zu übernehmen. Wo sie ausgeschlossen werden, inszenieren sie sich als Opfer und Verfolgte. Es ist nicht leicht diesen Wortergreifungsstrategien zu begegnen, aber es gelingt mit einer vorrausschauenden Planung, guten Absprachen und einem demokratischen Grundkonsens.

Wie dies in der Praxis konkret umgesetzt werden kann, ist das Thema dieses Workshops.

Referent/Moderation
Thomas Oppermann
Humanistischer Verband Deutschland

Thomas Oppermann

Demokratieförderung und Aktivitäten gegen Rechtspopulisten und Rechtsextremisten sind seit über 15 Jahren der Schwerpunkt der Arbeit von Thomas Oppermann. Jahrelang arbeitete er in Jugendarbeit, von Argumentationstrainings gegen Rechtsextremismus bis hin zu Bildungsprojekten zum historischen Nationalsozialismus. Seit seinem Wechsel zum Humanistischen Verband liegt sein Schwerpunkt auf der Erwachsenenbildung gegen Rechtsextremismus insbesondere mit Senioren. Dabei hat er es auch Erfahrungen mit dem Auftreten von Rechtspopulisten und Rechtsextremen bei Veranstaltungen sammeln können.

Humanistischer Verband Deutschland

Der HVD ist eine humanistische Weltanschauungsgemeinschaft im Sinne des Grundgesetzes der Bundesrepublik, sowie eine Kultur- und Interessensorganisation von säkularen Humanisten und Humanistinnen in Deutschland. Der Verband ist überparteilich, föderalistisch und demokratisch organisiert. Er bietet Kultur- und Bildungsangebote, sowie soziale Unterstützung und Beratung an. Der Verband fördert Humanismus und Humanität auf weltlicher Grundlage. Übernatürliche Mächte, Götter und Wesenheiten spielen bei uns keine Rolle. Wir führen ein freies Leben, hinterfragen jegliche Autorität kritisch und streiten für eine offene Gesellschaft mit universell gültigen Menschenrechten.
Wir setzen uns für Bildung, Chancengleichheit und Emanzipation eines jeden Individuums ein. Unser Humanismus basiert auf der Überzeugung, dass Menschen ein selbstbestimmtes und verantwortliches Leben führen und einfordern..

Frauen & Gleichstellung