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Frauenmahl in der St. Petrikirche am 20. Februar 2016

Frauen & Gleichstellung

7. Dortmunder Frauenmahl

"Frauenleben 4.0 - Zu Risiken und Chancen der Digitalisierung, so hieß der Titel des 7. Dortmunder Frauenmahls, das am 16.02.2018 von 17.00- 22.00 Uhr in der Ev. Stadtkirche St. Petri, Westenhellweg, stattfand.

An langen Tafeln in der besonderen Atmosphäre der St. Petri-Kirche Dortmund fanden 150 Frauen Platz.

An langen Tafeln in der besonderen Atmosphäre der St. Petri-Kirche Dortmund fanden 150 Frauen Platz.
Bild: Petri Schuetze

An langen Tafeln in der besonderen Atmosphäre der St. Petri-Kirche Dortmund fanden 150 Frauen Platz. Drei bekannte Frauen aus Wissenschaft und Gesellschaft hielten ihre Kanzel-Reden über die verschiedenen Dimensionen der zunehmenden Digitalisierung:

Dr. Manuela Maschke, Hans-Böckler-Stiftung Düsseldorf, sprach zum Thema „Simst du noch oder schläfst du schon?“ über Arbeit 4.0 in der flexiblen, digitalisierten Welt von heute und morgen. Digitalisierung, so Maschke, sei in der Darstellung meist eine „HISstory“, also eine Geschichte von männlichen Protagonisten wie Internetgiganten, Startups oder anderen Helden. Die weiblichen Vorreiterinnen der Digitalisierung fehlten oft in der Berichterstattung und erst langsam beginne der Diskurs um digitale Medien auch Geschlechterfragen zu stellen. Maschke betonte neben den Chancen auch die Gefahren der Digitalisierung für die Ge-schlechterverhältnisse: die neuen Technologien könnten zum Anlass genommen werden, um Geschlechterverhältnisse neu zu verhandeln. Durch die Technologisierung könnten aber auch neue, flexiblere Arbeitsplätze für Frauen entstehen – nicht selten jedoch bergen diese wieder die Gefahr der geringen Bezahlung und schlechten sozialen Absicherung.

Vanessa Jakob, Diplom Pflegewissenschaftlerin an der Rheinischen Fachhochschule Köln, stellte in ihrer Rede „Handy, Tablet und Familie“ die Ergebnisse der BLIKK-Studie 2017 vor. Die breit angelegte und vom Bundesministerium für Gesundheit geförderte Studie untersucht das Konsumverhalten digitaler Medien von Kindern. Die BLIKK Studie zeigt, dass bei Säuglingen signifikant erhöhte Probleme beim Einschlafen und Füttern festzustellen sind, wenn Eltern währenddessen digitale Medien nutzen oder Musik hören. Die Vorbildfunktion der Eltern werde somit immer wichtiger. Ihre Medienkompetenz müsse geschult werden. Als eine Herausforderung für die Zukunft sieht Vanessa Jakob die Frage, wie die digitale und analoge Welt von Kindern und Jugendlichen miteinander in Einklang gebracht werden kön-nen. Bei aller Digitalisierung dürfe das analoge Miteinander nicht verloren gehen. Die gemeinsame Erlebniswelt des Sich-Gegenüberstehens könne durch Online-Kommunikation nicht kompensiert werden, so Jakob.

Nicht alle Rednerinnen des 7. Dortmunder Frauenmahls waren an diesem Freitagabend in der St. Petrikirche live dabei – so musste Prof. Dr. Kerstin Radde-Antweiler von der Universität Bremen kurzfristig krankheitsbedingt absagen.

Die Schauspielerin und „Pinkstinks“-Aktivistin Lara Maria Wichels aus Hamburg hielt ihre Tischrede passend zum Thema „digital“. Per Video stellte Wichels den Youtube-Kanal „Lu Likes“ vor. Hier spricht sie über Themen, die Teenager interessieren: Gleichberechtigung, Digitalisierung, Sexismus in der Werbung, Schönheitswahn. Der Verein Pinkstinks nutzt mit instagram, snapshat, youtube und facbeook bewusst digitale Plattformen auf denen Teenager zuhause sind. Ziel ist es, junge Menschen zu erreichen und z.B. Gegenbilder zu den gängigen medial vermittelten Schönheitsidealen breit zu streuen, die derzeit u.a. von Germanys Next Top Model vermittelt werden. „Stärke kann durchs Netz gehen“, so lautete Wichels Botschaft und „Frauen und Mädchen können durch digitale Medien - insbesondere durch Videoclips - gestärkt werden“. Am Ende ihres Videobeitrages forderte Lara-Maria Wichels die Frauen in der St. Petri Kirche auf, sich ins Netz zu trauen – denn das sei der Ort, an dem die jungen Frauen von Morgen zu finden sind.

Während eines vegetarischen 3-Gänge-Menues gab es zwischen den Tischreden Gelegenheit zum Austausch bei Kerzenschein und Musik von DJane Kitty aus Dortmund, natürlich aus-schließlich von Frauen. Im Anschluss an die Tischreden hieß es dann „Tanzfläche frei“, und im Seitenschiff der St.Petri Kirche wurde in lockerer Atmosphäre zu modernen Rhythmen in den Abend getanzt.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation eines breiten westfälischen Frauenbündnisses:

  • Ev. Frauenhilfe in Westfalen e.V., Soest
  • Ev. Stadtkirche St. Petri, Dortmund
  • ESG Dortmund
  • Frauenreferat der EKvW, Villigst
  • Zonta Club Dortmund Phoenix
  • Gleichstellungsbeauftragte des Ev. Kirchenkreises Dortmund
  • Referat Ökumene, KK Dortmund
  • Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Dortmund
  • Institut für Aus-, Fort- und Weiterbildung, Villigst

Weitere Informationen zur bundesweiten Initiative Frauenmahl

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