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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Coronavirus

Verwaltungsvorstand informiert über aktuelle Coronasituation in Dortmund

Nachricht vom 29.09.2020

Der Verwaltungsvorstand bewertete in der Pressekonferenz am Dienstag, 29. September, die aktuelle Corona-Situation. Es ging unter anderem um private Feiern, Kontrollen und die Situation in Schulen und Kitas.

Rechtsdezernent Norbert Dahmen zu Kontrollen von großen Familienfesten Quelle: YouTube

Krisenstabsleiterin und Gesundheitsdezernentin Birgit Zoerner richtete den Blick auf die aktuellen Coronainfektionszahlen in Dortmund. Mit Stand Montag, 28. September, lag die Inzidenz bei 19,7. "Das hat immer noch eine gute Entfernung zu dem ersten Warnwert von 35 und erst recht zu dem zweiten Warnwert von 50", bewertete Zoerner die Lage. Gleichzeitig warnte sie, dass dieser Wert sich auch schnell verändern könne, wie es die Entwicklung in einigen Nachbarkommunen gezeigt habe. Hier werde deutlich, welch hoher Stellenwert private Feiern im Zusammenhang mit einem schnellen Anstieg von Infektionszahlen hätten.

Private Feiern

Deshalb sei es wichtig, dass Nordrhein-Westfalen mit der nächsten Coronaschutzverordnung - die für den 1. Oktober erwartet wird – neue Regelungen für den Bereich der privaten Feiern angekündigt hat, die die Verantwortlichen für Dortmund dann bewerten werden. "Man kann mit Blick auf die privaten Feiern sagen, dass es in einer Pandemie auch möglich ist, durch angemessenes Verhalten dafür zu sorgen, dass die Zahlen nicht nach oben gehen." So seien beispielsweise in der Gastronomie oder der Kultur Formate gefunden worden, aus denen keinerlei Infektionsgeschehen entstanden sei.

Eine besondere Rolle in diesem Zusammenhang spielen Hochzeiten. "Wir haben uns darauf verständigt, dass wir in Dortmund stärker bestimmte Örtlichkeiten kontrollieren wollen und das hat am letzten Wochenende auch stattgefunden", erläuterte Zoerner.

Kontrollen

Rechtsdezernent Norbert Dahmen teilte dazu mit, dass das Ordnungsamt am vergangenen Wochenende bei 31 Hochzeits- und andere großen Familienfesten Kontrollen durchgeführt habe. Dort sei unter anderem ein Verstoß gegen das "Übermaßverbot" festgestellt worden, da sich auf der Feier mehr als 150 Gäste befanden. Die Veranstaltung musste reduziert und Gäste nach Hause geschickt werden.

Teilnehmerlisten und Vorab-Meldepflicht

"Seit einigen Tage bekommen wir für Hochzeitsfeiern, die in den nächsten Wochen stattfinden sollen, auch schon Teilnehmerlisten zugesandt", so Dahmen. "Wir wissen durch die Verlautbarung des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW, dass es künftig eine Vorab-Meldepflicht für die Hochzeitsgäste geben soll." Um die Nachverfolgbarkeit für das Gesundheitsamt später zu ermöglichen, werden die Namen auf den Listen zuvor auf ihre Richtigkeit überprüft.

Die richtige Ansprache finden

Oberbürgermeister Ullrich Sierau betonte die Wichtigkeit der Ansprache an die Veranstalter der Feiern: "Die großen Hochzeiten sind immer Hochzeiten mit einem Migrationshintergrund. Nun sind wir eine Stadt der Vielfalt, aber auch eine Stadt der Sorgfalt." So habe man eine Verantwortung für die Menschen mit Migrationshintergrund, dass sie aus Anlass einer Hochzeit nicht die "Vorsicht fahren lassen", sondern Achtsamkeit walten lassen gegenüber dem Entstehen von Infektionsketten. "Deshalb werden wir in der Verwaltung noch einmal Möglichkeiten der Ansprache jenseits von Sprachbarrieren und kulturellen Unterschieden überlegen", teilte Sierau mit. So flankiere die Ansprache an die Veranstalter die von Rechtsdezernent Dahmen genannten Kontrollen. "Wir haben mit Ansprachen gute Erfahrungen gemacht. Sie ermutigen uns, auch noch einmal an die interkulturelle Vernunft zu appellieren, damit kein Infektionsherd entsteht."

Bundesligaspiel BVB-Freiburg

Gesundheitsamtsleiter Dr. Frank Renken teilte mit: "Wir haben uns darauf vereinbart, dass 11.500 Zuschauer*innen beim kommenden Spiel BVB-Freiburg teilnehmen dürfen." Die Hintergründe: Die Infektionsdynamik und das aktuelle Geschehen vor Ort sind relevant dafür, wie viele Personen letztendlich an einem Bundesligaspiel ins Stadion dürfen. Die 11.500 kommen zustande, weil das Infektionsgeschehen in Dortmund deutlich unterhalb des Warnwertes von 35 liege, so Renken. Davon werden zwei Drittel Fans aus Dortmund sein und ein weiteres Drittel aus Nordrhein-Westfalen, allerdings nicht aus den "hochindizierten" Städten.

Schulen und Kitas

Schuldezernentin Daniela Schneckenburger teilte die aktuellen Infektionszahlen aus Schulen und Kitas mit. So seien bei 22.000 Kitaplätzen sechs Kinder positiv auf Corona getestet worden. In den Schulen sind 42 Schüler*innen coronapositv bei insgesamt 80.000 Schüler*innen.

"Zurzeit bereiten wir uns zusammen mit der Schulaufsicht und der Immobilienverwaltung auf die Situation im Herbst vor. Es geht darum, intensiver zu lüften, bzw. die Möglichkeiten, in regelmäßigen Abständen zu lüften, zur Verfügung zu stellen", so Schneckenburger.

Ziel sei es, sicher zu stellen, dass die Aerosolkonzentration in den Klassen nicht ansteigt. Dazu würden zurzeit alle Schulen dahingehend überprüft, ob die Fenster zu öffnen sind oder nicht. Zum Teil sei das in den Schulen deshalb nicht der Fall, weil es eine Abwägung gab hinsichtlich der möglichen Unfallgefahr. "Diese Abwägung muss vor dem Hintergrund der Coronapandemie jetzt sicherlich noch einmal anders erfolgen", so die Schuldezernentin. Man werde die Möglichkeit geben, die Fenster nicht nur "auf Kipp" stellen, sondern zu öffnen, so Schneckenburger.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.

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