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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Gesundheit

Stadt Dortmund gibt erste Einblicke in das Corona-Impfzentrum auf Phoenix West

Nachricht vom 07.12.2020

Das Impfzentrum in der Warsteiner Music Hall auf Phoenix West stellten in einem Pressetermin am Montag, 7. Dezember, Gesundheitsdezernentin Birgit Zoerner, Holger Herlinghaus und Tobias Schmolla von der Dortmunder Feuerwehr sowie Dr. Reinhard Büker, zukünftiger ärztlicher Leiter des Impfzentrums, vor.

Für Gesundheitsdezernentin und Leiterin des Corona-Krisenstabes, Birgit Zoerner, ist das Ende der Pandemie ohne Impfungen nicht denkbar. Mit der Gründung der Arbeitsgruppe "Impfen" wurde man dieser Notwendigkeit bereits Anfang Oktober gerecht. Unter der Leitung von Holger Herlinghaus (stellvertr. Leiter des Geschäftsbereiches Rettungsdienst der Feuerwehr Dortmund), erarbeitete die interdisziplinär ausgerichtete AG ein Konzept, wie künftig möglichst viele Dortmunder*innen gegen das Virus geimpft werden können.

Start noch vor Weihnachten

Basierten diese Planungen zu Beginn noch auf teilweise vagen Erwägungen, weil seitens von Bund und Land noch keine konkreten Anweisungen vorlagen, so konnten mit der Zeit "konkrete Vorgaben" aus der Politik in das Konzept integriert werden, wie Holger Herlinghaus erklärt: "Stand heute kann ich sagen, dass mit der Eröffnung des Impfzentrums (IZ), das voraussichtlich kurz vor Weihnachten den Betrieb aufnehmen kann, das Impfen in Dortmund gut funktionieren wird."

Plan: 2.400 Impfungen vor Ort, 800 mobil

2.400 Impfvorgänge sollen dann im IZ pro Tag durchgeführt werden, rund 800 zusätzliche werden über mobile Teams, etwa in Krankenhäusern oder Senior*innenheimen durchgeführt. Koordiniert werden die mobilen Teams über eine virtuelle Impfstelle, die als Teil des Zentrums ebenfalls in der Warsteiner Music Hall tätig sein wird.

Die ärztliche Leitung des Impfzentrums wird Dr. Reinhard Büker wahrnehmen. Zu seiner Rolle sagte er: "Meine Aufgabe besteht in der Verbindung zwischen Logistik, Organisation und natürlich dem ärztlichen Handeln, also dem Impfen." Er fühle sich mit dem Team gut gewappnet für die Aufgabe. Die Ablehnung einer Impfung begegne ihm bei Patient*innen in seiner Praxis eher selten. "Eine Angst vor dem Impfen ist durchaus natürlich, aber auch dafür sind wir hier: diese Angst zu nehmen durch Aufklärung und Vorbildfunktion."

46.000 Impfdosen für Dortmund in der ersten Phase

Laut Birgit Zoerner stehen für die erste Phase der Impfungen derzeit rund 46.000 Impfdosen zur Verfügung. Weil zu einer vollständigen Impfung zwei Impfvorgänge nötig sind, bedeutet das, rund 23.000 Dortmunder*innen würden in dieser ersten Phase von einem Impfschutz profitieren. Nach Angaben des Bundes sollen im Januar 2021 weitere Impfdosen folgen, deren Anzahl ist, laut Birgit Zoerner, noch nicht bekannt.

Die Frage, welche Personengruppen zuerst geimpft werden sollen, sollte bundesweit einheitlich geregelt werden.

Birgit Zoerner
Tobias Schmolla (Mitarbeiter in der Abteilung Gefahrenabwehr und Technik der Feuerwehr), Holger Herlinghaus (Leiter der AG Impfen und stellvertretender Leiter des Geschäftsbereiches Rettungsdienst der Feuerwehr Dortmund), Reinhard Buecker, ärztliche Leitung des Impfzentrums, Dr. med. Sükrü Bakir, stellvertretende ärztliche Leitung des Impfzentrums, Birgit Zoerner (Leiterin des Corona-Krisenstabes und Gesundheitsdezernentin), Martin Obertrifter (Gesellschafter der Phoenix Betriebs GmbH), Alexander Richter (Geschäftsführer) und Dr. Frank Renken (Leiter des Gesundheitsamtes).

Tobias Schmolla (Mitarbeiter in der Abteilung Gefahrenabwehr und Technik der Feuerwehr), Holger Herlinghaus (Leiter der AG Impfen und stellvertretender Leiter des Geschäftsbereiches Rettungsdienst der Feuerwehr Dortmund), Reinhard Büker, ärztliche Leitung des Impfzentrums, Dr. med. Sükrü Bakir, stellvertretende ärztliche Leitung des Impfzentrums, Birgit Zoerner (Leiterin des Corona-Krisenstabes und Gesundheitsdezernentin), Martin Obertrifter (Gesellschafter der Phoenix Betriebs GmbH), Alexander Richter (Geschäftsführer) und Dr. Frank Renken (Leiter des Gesundheitsamtes)
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Katharina Kavermann

Impfzentrum unter städtischer Leitung

Das künftige Impfzentrum steht dabei auf zwei Säulen: Für die medizinischen Belange zeichnet die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe verantwortlich, für die Logistik und Erfassung der Daten tragen die Kolleg*innen der AG Impfen die Verantwortung. Nach Vorgabe des Landes Nordrhein-Westfalen wird das Zentrum voraussichtlich unter städtischer Leitung stehen.

Impfungen sieben Tage die Woche

Die Impfungen finden an sieben Tagen der Woche von 8:00 bis 20:00 Uhr statt, inklusive aller Feiertage. Ein mit der Polizei Dortmund abgesprochenes Sicherheitskonzept sorgt laut Holger Herlinghaus neben den ausgeklügelten Abläufen der Impfvorgänge für eine stressfreie Atmosphäre. Für den Schutz vor Diebstahl der Impfstoffe sorgt eigenes Sicherheitspersonal. Schritt für Schritt, erklärt Herlinghaus weiter, werde auch bei der problemlosen Erreichbarkeit durch den ÖPNV "nachgesteuert", außerdem "würden schon jetzt die Dienstpläne mit Leben gefüllt".

Mehrere Stationen

Tobias Schmolla, Mitarbeiter der Feuerwehr in der Abteilung Gefahrenabwehr und Technik, erklärte den zukünftigen Ablauf im Impfzentrum: "Im Eingangsbereich wird nach der Impfeinladung geschaut und überprüft, ob die zu Impfenden frei von Fieber oder anderen Krankheitssymptomen sind." An der nächsten Station werden die Laufzettel, Frage- und Aufklärungsbögen vergeben, mit denen die zu Impfenden in den ersten Wartebereich vor den Impfstraßen gehen. Bei zehn Impfstraßen können sich bis zu 100 Personen im Wartebereich aufhalten. Es ist eine Taktung von je drei Minuten pro Station vorgesehen.

Zügiger Ablauf gewährleistet

Vor jeder Impfstraße steht Personal bereit, das Fragen, etwa zu den Fragebögen und den Abläufen, beantwortet. "Das gewährleistet", ist sich Schmolla sicher, "einen insgesamt zügigen Ablauf." Nach dem Ausfüllen der Fragebögen erfolgt ein Gespräch zwischen Ärzt*innen und den zu Impfenden, in dem noch einmal geprüft wird, ob der Gesundheitszustand die Impfung zulässt. Danach impft das medizinische Personal. "In einem weiteren Wartebereich halten sich die Geimpften etwa 15 Minuten auf, um sicher zu gehen, dass es zu keinen unerwünschten Reaktionen kommt. Medizinisches Personal und ein Rettungsdienst können in einem Ernstfall helfen." Zum Schluss wird ein weiterer Termin für die obligatorische zweite Impfung vereinbart, die voraussichtlich drei Wochen später erfolgt. "Wir haben mit der Warsteiner Music Hall einen perfekten Standort für das Impfzentrum gefunden", freut sich Schmolla. Neben dem Dortmunder Impfzentrum werden aller Wahrscheinlichkeit nach weitere 52 solcher Zentren in Nordrhein-Westfalen entstehen.

Text: Torsten Tullius, Gaye Suse Kromer

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.

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