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Coronavirus

Kinderimpfung beginnt am Freitag - Impfabstände bei Erwachsenen sollen eingehalten werden

Nachricht vom 14.12.2021

Eltern in Dortmund treibt das Thema Kinderimpfung um: Wann startet sie, für welche Gruppe ist sie empfehlenswert? Gesundheitamtsleiter Dr. Frank Renken legt Eltern nahe, sich in Ruhe Gedanken zu machen und bei Unsicherheiten Kinderärzt*innen zu fragen.

Die Kinderimpfung ist für Eltern ein sensibles Thema. Der Gesundheitsamtsleiter der Stadt Dortmund, Dr. Frank Renken, nimmt dazu Stellung. Quelle: YouTube

Gesundheitsdezernentin Birgit Zoerner stellte am Dienstag, 14. Dezember, die aktuellen Zahlen in der Corona-Lage vor und ging zudem auf Impfungen bei Kindern sowie Auffrischungen bei Erwachsenen ein. Im Vergleich zur Vorwoche sei die Inzidenz in Dortmund von 285 auf 277,9 gesunken, sagte sie. Der "absteigende Ast" gelte auch für die Bundesinzidenz sowie die Inzidenz in Nordrhein-Westfalen.

"Insgesamt ist die Tendenz fallend, dennoch bleibt die Lage angespannt. Vor einer Woche befanden sich 75 Patienten wegen einer Corona-Infektion im Krankenhaus, 16 davon wurden intensivmedizinisch behandelt, 13 beatmet. Heute sind es 92 Patienten, 22 werden intensivmedizinisch behandelt und 18 beatmet", so die Krisenstabsleiterin. "Sie sehen also, trotz sinkender Zahlen bleibt die Lage auf den Intensivstationen angespannt."

Bereits vier Omikron-Vorfälle

Die neue Virusvariante Omikron ist erneut in Dortmund nachgewiesen worden. "Wir hatten den ersten Omikron-Fall am 7. Dezember verifiziert, heute haben wir vier, davon sind zwei laut Anamnese aus Südafrika. Zwei Fälle haben nicht nachvollziehbare Infektionsgeschehen - heißt, keine Reise getätigt, keinen Kontakt zu Reisenden gehabt", erläuterte der Leiter des Gesundheitsamts, Dr. Frank Renken. "Omikron breitet sich also auch unbekannt aus. Die Verläufe sind sehr mild, aktuell sind vorwiegend Männer betroffen. Für alle vier Fälle gilt, Krankenhausaufenthalte sind (derzeit) nicht nötig."

Hände in medizinischen Handschuhen setzen Spritze an einen Oberarm

Neben Kinderimpfungen bleiben auch Booster ein großes Thema.
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Kinder können ab Freitag, 17. Dezember, geimpft werden

Ein weiteres Thema sind die Impfungen für Kinder, die in dieser Woche starten sollen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt Kindern im Alter von fünf bis elf Jahren mit Vorerkrankungen die Impfung gegen Covid-19. Zudem wird eine Impfung von Kindern empfohlen, in deren Umfeld es Kontaktpersonen mit hohem Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf gibt, die selbst nicht oder nur unzureichend durch eine Impfung geschützt werden können (Hochbetagte, Immunsupprimierte). Bei individuellem Wunsch können auch Kinder ohne Vorerkrankung geimpft werden.

Dafür richtet die Stadt Dortmund ab dem kommenden Freitag, 17. Dezember, ein zentrales Impfangebot für Kinder in der ersten Etage der Thier-Galerie ein. Von Montag bis Samstag zunächst jeweils von 10:00 und 17:00 Uhr können dort Kinder zwischen fünf und elf Jahren nach Voranmeldung mit dem Kinder-Vakzin von BioNTech geimpft werden.

Dieses stationäre Impfangebot ergänzt die Impfkapazitäten der niedergelassenen Kinderärzt*innen. Für die organisatorischen und medizinischen Abläufe arbeiten die Stadt Dortmund und die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) Hand in Hand. Die Gesamtkoordination liegt bei der Stadt Dortmund. Die Impfstelle in der Thier-Galerie ist über den Eingang Hoher Wall zu erreichen. Die vorhergehende Terminbuchung ist unbedingt erforderlich. Impftermine können ab Mittwochvormittag, 15. Dezember, gebucht werden. Alle notwendigen Informationen werden ab Dienstagnachmittag, 14. Dezember, auf der Dortmunder Homepage abrufbar sein.

"Die Uhrzeiten für Montag bis Freitag sind vorerst im Vormittagsbereich angesiedelt, sollen aber nach den ersten Wochen und Erfahrungen angepasst werden. Wir werden da dann wohl den frühen Nachmittag ansteuern, da dies wohl am einfachsten für Eltern ist. Diese Anpassung kommt aber erst nach einiger Zeit, wenn wir die ersten Erfahrungen gesammelt haben", erläuterte Zoerner das Vorgehen.

Empfehlungen der STIKO spielen bei Planungen eine Rolle

An Eltern gerichtet sagte Gesundheitsamtsleiter Renken, dass auch Kinder ohne Vorerkrankungen geimpft werden könnten - dies aber eine individuelle Entscheidung der Erziehungsberechtigten sein müsse. "Treffen Sie diese Entscheidung in Ruhe." Zugleich warnte er vor der Annahme, dass nur noch Kinder geimpft werden sollten - auch Impfungen bei Erwachsenen seien weiterhin von sehr großer Bedeutung. "Es wäre fatal, wenn die Erwachsenen da nun so denken würden."

An der Impfstelle speziell für Kinder könnten die Kinder- und Jugendärzt*innen pro Tag 42 Impfungen durchführen. "Wir haben eine 20-Minuten-Taktung zwischen den Terminen eingeplant, um die Eltern beraten zu können. Sollte dies sich erübrigen, passen wir auch das an."

Dagegen sind weder mobile Impfangebote noch Impfungen in Schulen geplant. "Es gibt einen Erlass, den ersten oder zweiten, den wir erhalten haben, in dem Impfungen in Schulen ausgeschlossen werden. Also, diesbezüglich müsste erst einmal Klarheit in Düsseldorf geschaffen werden. Wir sammeln hier erst einmal ein Stück weit Erfahrungen. Also, vor dem Hintergrund der Nachfrage - gehen die Eltern lieber zum*zur Kinderarzt*ärztin oder zur Impfstelle? - treffen wir dann weitere Entscheidungen", ergänzte Zoerner.

Wenn Booster, dann wann?

Mit dem aktuellsten Impferlass des Bundes zum Thema Boostern traten auch Missverständnisse auf, die Gesundheitsamtsleiter Renken aus der Welt schaffen wollte. "Wir hatten bisher einen Impfabstand von fünf Monaten. Nun ist es so, dass laut dem 12. Impferlass auch nach vier Monaten das Boostern möglich ist. Dann kommt eine Empfehlung nach vier Wochen. Diese gilt nur für Menschen, die eine schlechte Antikörper-Bildung haben, ein schwaches Immunsystem."

Wer davon betroffen sei, solle sich durch Hausärzt*innen impfen lassen und sich ausführlich beraten lassen. Zudem stellte Renken klar: "Der Impfabstand von vier Wochen zur vollständigen Erstimpfung stellt eine Untergrenze dar. Früher soll keinesfalls eine Boosterung stattfinden."

Wer gesund ist, soll sich laut Renken nicht nach drei oder vier Monaten boostern. "Es macht einfach keinen Sinn, da die Antikörper-Zahl höchstwahrscheinlich noch sehr hoch ist." Genaues Differenzieren sei nötig: "Die bekannten Daten besagen unverändert, dass bei Menschen, die mit einem mRNA-Impfstoff zweimal geimpft wurden, erst nach etwa sechs Monaten kein ausreichender Impfschutz mehr besteht. Nach der Impfung mit AstraZeneca (zweimal geimpft) oder Johnson & Johnson (einmal geimpft) hatten die Geimpften ohnehin nur zu zirka 60 Prozent einen ausreichenden Schutz." Für diese Menschen gelte, dass bereits drei bis vier Monate nach der Impfung kaum noch ein Impfschutz bestehe. Die Ansicht des Gesundheitsamtes sei daher, dass ein Booster spätestens sechs Monate nach abgeschlossener Erstimpfung unbedingt erfolgt sein sollte.

Nach vier Monaten ist eine Auffrischung möglich

Bisher wurden in den Impfstellen der Stadt Dortmund die Boosterimpfungen ab fünf Monaten nach der letzten Impfung durchgeführt. Dieser Abstand wurde mit sofortiger Wirkung auf vier Monate reduziert. Wenn ein kürzerer Impfabstand nachgefragt wird, erfolgt eine individuelle Beratung. Dann kann auch eine Verkürzung des Impfabstandes unter vier Monaten erfolgen.

Schließlich bleibt eine Gruppe, für die ebenfalls ein Abstand von vier Wochen zur Erstimpfung gilt: Das sind alle, die einmal mit Johnson & Johnson geimpft worden sind. Wegen des ohnehin nur maximal 60-prozentigen Schutzes sollen diese Personen unbedingt bereits nach vier Wochen eine weitere Impfung mit einem mRNA-Impfstoff erhalten.

Text: Angela Seger

Gesundheitsamtsleiter Dr. Frank Renken erklärt, wer eine Booster-Impfung benötigt und in welchen zeitlichen Abständen die Auffrischung erfolgen soll. Quelle: YouTube

Weitere Infos zur Kinderimpfung

Am Freitag, 17. Dezember, startet das ergänzende Impfangebot für Kinder in Kooperation von Stadt und KVWL. Die kindgerecht gestaltete Impfstelle in der Thier-Galerie hat von Montag bis Samstag zunächst jeweils von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet und ist über den Eingang Hoher Wall zu erreichen.

Vorher muss unbedingt ein Termin gebucht werden, was ab dem 15. Dezember möglich ist.
Bitte mitbringen:

  • Impfpass des Kindes
  • Identitätsnachweis (Kinder-Reisepass, Schülerausweis o.Ä.)
  • von beiden Erziehungsberechtigten unterschriebene Einwilligungserklärung bzw. Vollmachtserklärung des anderen Elternteils
  • Terminbestätigung mit QR-Code (Ausdruck oder digital auf dem Smartphone)

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.

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