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Gesundheitsamt

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): photocase.com / freeday

Das Dortmunder MRSA-Netzwerk

Seit Juni 2008 existiert in Dortmund das Dortmunder MRSA-Netzwerk. Es wurde gegründet, um gemeinsam im Netzwerkverbund den konsequenten und umfassenden Kampf gegen den Krankheitserreger MRSA (ausführlicher Name: Methicillin-resistenter Staphylokokkus aureus) zu führen.

Gründungsmitglieder im MRSA-Netzwerk sind alle Dortmunder Krankenhäuser, das Gesundheitsamt, Vertreter der Ärztekammer Westfalen-Lippe sowie der Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe, der Rettungsdienst sowie weitere Vertreter aus dem Bereich der Pflege und von sozialer Einrichtungen. (Link Liste der Gründungsmitglieder) Weitere Netzwerkteilnehmer sind jederzeit willkommen.

Die Teilnehmer des MRSA-Netz haben sich darauf verständigt, gemeinsam alle notwendigen Maßnahmen zu erarbeiten und durchzuführen, um Infektionen mit dem MRSA-Erreger im Krankenhaus und im Alltag zu vermeiden. Die gemeinsamen Bemühungen sollen sich aber zukünftig nicht nur auf den Krankheitserreger MRSA beziehen, sondern auch andere schwer bekämpfbare Erreger (multiresistente Erreger) von Krankenhausinfektionen beachten.

Das Dortmunder MRSA-Netzwerk ist auch Teilnehmer im überregionalen Netzwerkverbund "MRE-Netzwerk Nordwest", einem Netzwerk mit regionalen Netzwerkverbünden überwiegend aus Nordrhein-Westfalen, die sich dem Kampf gegen multiresistente Erreger (abgekürzt MRE) verschrieben haben. Das MRE-Netzwerk Nordwest ist ein Projekt, das vom Bundesministerium für Gesundheit gefördert wird.Weitere Informationen hierzu sind unter dem Link www.mre-net.org zu erhalten.

Es existieren weitere regionale MRE-Netzwerke sowohl in NRW als auch in anderen Bundesländern (Auflistung und Linkverbindung zu weiteren Netzwerken). Darüber hinaus arbeitet Deutschland in einem europäischen Projekt auch grenzübergreifend mit den Niederlanden, Belgien und Luxenbourg in einem MRE-Netzwerkverbund (EurSafty-Health-net, hier Link), in dem vor allem die Erfahrungen aus diesen Regionen zu MRSA und anderen MRE gemeinsam zusammengeführt werden sollen.

Arbeitsweise des Dortmunder MRSA-Netzwerkes

Der Arbeitskreis "Infektionsschutz und Hygiene" unter der Geschäftsführung des Gesundheitsamtes Dortmund ist eine wichtige Arbeitsebene, auf der die Thematik von MRSA und anderen multiresistenten Erregern bearbeitet wird.

Der Arbeitskreis "Infektionsschutz und Hygiene" wurde bereits 2007 vom Gesundheitsamt Dortmund ins Leben gerufen und trifft sich etwa vierteljährlich. Es handelt sich beim Arbeitskreis um einen Zusammenschluss von Hygienekräften aller Dortmunder Krankenhäuser (Krankenhaushygieniker und Hygienefachkräfte) und Teilnehmern wie Vertreter des MVZ Labor Dr. Eberhard und Partner sowie weiterer Interessenten, die unter der Geschäftsführung des Gesundheitsamtes Dortmund die aktuelle Problematik von multiresistenenten Erregern diskutieren und bearbeiten. Es wurden bisher mehrere Lösungsvorschläge für anstehende Probleme erstellt und zur Überprüfung und praktischen Anwendung in die Einrichtungen übernommen (siehe Überleitungsbogen.).

Weitere Informationen

Der Krankheitserreger MRSA

Der Krankheitserreger MRSA (vollständiger Name MRSA = Methicillin-resistenter Staphylokokkus aureus) ist eine Sonderform des Keimes Staphylokokkus aureus.

Der Keim Staphylokokkus aureus ist ein Keim, der Haut- und Wundinfektionen erzeugen kann und unter bestimmten Bedingungen auch zu dem sehr schwer verlaufenden Krankheitsbild Blutvergiftung (Sepsis) führen kann. Dieses Krankheitsbild tritt dann auf, wenn sich der Keim über die Blutbahn im ganzen Körper eines Menschen verteilt. Der Krankheitskeim befindet sich bei einem Teil der Menschen (ca. 15 – 40 %) als normaler Hautkeim auf der Haut oder Schleimhaut im Nasen-/Rachenbereich, ohne dort eine Krankheit zu erzeugen. Er gehört bei diesen Menschen zur normalen Keimflora (zum normalen Keimvorhandensein) der Haut oder Schleimhaut.

Erst wenn der Keim Staphylokokkus aureus über „Öffnungen“ der Haut (z.B. Wunde, Wundgeschwür, Operationsbereich oder ein „ Schlauchsystem“ wie eine Infusion) in den Körper eines Menschen gelangt, kann er zu Eiterbildung und Wundinfektionen beim Menschen führen. Besonders gefährdet sind Menschen, die bereits wegen anderer Erkrankungen geschwächt sind, chronische Wunden haben oder mit Blasenkathetern oder sonstigen Schlauchsystemen (Infusionen) versorgt werden müssen. Dort kann der Keim Staphylokokkus aureus an den Kathetern oder Schlauchsystemen entlang wandern und so durch die Haut in den Körper gelangen und dort Infektionen setzen.

Der Wundkeim Staphylokokkus aureus hat als eine weitere Besonderheit eine bestimmte Eigenschaft entwickelt, die die Bekämpfung dieses Keimes sehr schwer machen kann. Ungefähr ein Fünftel aller Staphylokokkus-aureus Keime sind sehr widerstandsfähig (resistent) gegen viele Antibiotika geworden. Ein wichtiger Antibiotikavertreter ist das Methicillin, so dass dieses Medikament der resistenten Sonderform des Erregers auch den Namen gegeben hat : MRSA = Methicillin-resistenter Staphylokokkus aureus. Der MRSA-Keim ist aber nicht nur gegen das Methicillin widerstandsfähig (resistent), sondern auch gegen viele andere Antibiotika.

Der MRSA-Erreger spielt vor allem bei den im Krankenhaus erworbenen Infektionen eine große Rolle.

Die Vorgehensweise des Dortmunder MRSA-Netzwerkes

Das Dortmunder MRSA-Netzwerk bemüht sich, den MRSA-Keim auf den verschiedensten Ebenen zu bekämpfen.

Wesentliche Maßnahmen sind:

  • Regelmäßige Information zwischen allen Beteiligten (Krankenhäuser, Gesundheitsamt, Rettungsdienste, Pflegeeinrichtungen etc.)
  • Austausch zu neuesten Erkenntnissen bezüglich MRSA
  • Untersuchungen zur Datenlage des MRSA-Erregers (Häufigkeit des Vorhandenseins des MRSA-Keims, Häufigkeit von im Krankenhaus erworbenen Infektionen)
  • Erarbeitung von Bekämpfungsstrategien (Hygienepläne und -maßnahmen, weiteres Vorgehen)
  • Weiterleitung von Informationen zu MRSA-besiedelten Patienten (an weiterbehandelnde Ärzte, Pflegeeinrichtungen, Pflegedienste)
  • Erstellung von Informations- oder Überleitungsbogen
  • Umgang zum Transport von MRSA-Patienten
  • Erstellung von Hygienemaßnahmen in Einrichtungen außerhalb des Krankenhauses
  • Information der Bevölkerung
  • Organisation von Fachvorträgen / Fortbildungsveranstaltungen

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