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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Roland Gorecki

Häufig gestellte Fragen zu Kitas, Schulen und Familien

Stand: 31.03.2020, 16:00 Uhr

Das Land NRW hat am Freitagnachmittag, 13. März, veranlasst, dass der Unterricht in den Schulen ab Montag bis zum Beginn der Osterferien ausgesetzt wird. Dies bedeutet, dass in Dortmund ab Montag kein Unterricht mehr stattfinden wird.
Ebenfalls von Montag an hat das Land NRW ein Betretungsverbot der Kindertageseinrichtungen verfügt und damit eine Regelung, die auch für Kindertagespflegepersonen und "besondere Formen der Kindertagesbetreuung" wie Brückenangebote gilt.
Bis auf weiteres werden nur noch die Kinder betreut, deren Eltern keine andere Betreuung organisieren können und bei denen mindestens ein Elternteil in einem "kritischen Bereich der Infrastruktur" arbeitet, das heißt eine sog. "Schlüsselperson" ist.
Als Übergangslösung bietet die Stadt Dortmund eine Übergangszeit in allen Einrichtungen an.

Weitere Informationen dazu finden Sie in unserer Nachricht .

Zum Thema

Gemäß der Leitlinie zur Bestimmung des Personals kritischer Infrastrukturen des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales vom 15. März 2020 (sog. "Schlüsselpersonen") können Sie hier einen Muster-Vordruck zur Bescheinigung des Arbeitgebers zur Unabkömmlichkeit der Arbeitnehmerin/des Arbeitnehmers downloaden.

Schulen

Einen Anspruch auf Notbetreuung haben alle Beschäftigten unabhängig von der Beschäftigung des Partners oder der Partnerin, die in kritischen Infrastrukturen beschäftigt sind, dort unabkömmlich sind und eine Betreuung im privaten Umfeld nicht gewährleisten können.

Bitte informieren Sie sich zum Thema "Schule" auf den Seiten des Minsteriums für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen.

Was bedeutet das Betretungsverbot von Kindertagesbetreuungsangeboten?

Ab Montag, den 16.03.2020 bis 19.04.2020, gilt nach Erlass des Landes NRW ein Betretungsverbot für Kinder und Eltern in den Betreuungseinrichtungen und in der Kindertagespflege. Dazu zählen Kindertageseinrichtungen, Kindertagespflegestellen, Heilpädagogische Kindertageseinrichtungen und "Kinderbetreuungen in besonderen Fällen" (Brückenprojekte).

Alle Eltern sind aufgefordert, sich alternative Betreuungsmöglichkeiten für ihre Kinder zu suchen.

Gibt es Ausnahmen von dem Betretungsverbot?

Ja. Es werden bis auf weiteres nur noch die Kinder betreut, deren Eltern keine andere Betreuung organisieren können und bei denen ein Elternteil in einem "kritischen Bereich der Infrastruktur" arbeitet, das heißt eine sog. "Schlüsselperson" ist.

Wer sind sog. "Schlüsselpersonen"?

Damit ist laut Erlass des Landes NRW ein Elternteil gemeint, der in einem "kritischen Bereich der Infrastruktur" arbeitet, also ein Angehöriger von Berufsgruppen ist, deren Tätigkeit der Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, der medizinischen und pflegerischen Versorgung der Bevölkerung sowie der Aufrechterhaltung zentraler Funktionen des öffentlichen Lebens dient.

Dazu zählen insbesondere:

  • Alle Einrichtungen die der Aufrechterhaltung der Gesundheitsversorgung und der Pflege sowie der Behindertenhilfe

  • Kinder- und Jugendhilfe

  • öffentlichen Sicherheit und Ordnung einschließlich der nicht polizeilichen Gefahrenabwehr (Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz)

  • der Sicherstellung der öffentlichen Infrastrukturen (Telekommunikationsdienste, Energie, Wasser, ÖPNV, Entsorgung)

  • der Lebensmittelversorgung

  • und der Handlungsfähigkeit zentraler Stellen von Staat, Justiz und Verwaltung

dienen.

Für die Stadt Dortmund selber sind das die Beschäftigten von Stadtverwaltung, Stadttöchtern und die Beschäftigten in den Schulen und in der Kinderbetreuung.


Weitere Berufsgruppen und Definitionen entnehmen Sie bitte der offiziellen Information zum Betretungsverbot von Kindertagesbetreuungsangeboten und Betreuung von Kindern von Schlüsselpersonen des Landes NRW. Wenden Sie sich bitte auch bei Rückfragen dazu an das Land NRW.

Unter welchen Voraussetzungen erhalten Schlüsselpersonen eine Betreuung für ihre Kinder?

Das Land hat festgelegt: Schlüsselpersonen dürfen ihre Kinder zur Betreuung bringen, wenn sie alleinerziehend sind oder ein Elternteil eine Schlüsselperson ist und wenn die Kinder

  • keine Krankheitssymptome aufweisen,

  • nicht in Kontakt zu infizierten Personen stehen bzw. seit dem Kontakt mit infizierten Personen 14 Tage vergangen sind und sie keine Krankheitssymptome aufweisen,

  • sich nicht in einem Gebiet aufgehalten haben, das durch das Robert-Koch-Institut (RKI) aktuell als Risikogebiet ausgewiesen ist bzw. 14 Tage seit Rückkehr aus dem Risikogebiet vergangen sind und sie keine Krankheitssymptome zeigen

Wie weise ich nach, dass ich eine Schlüsselperson bin?

Den Nachweis können Eltern über einen Dienstausweis, eine Bescheinigung ihres Arbeitgebers oder eine Verdienstbescheinigung führen.

Einen Muster-Vordruck zur Bescheinigung des Arbeitgebers zur Unabkömmlichkeit der Arbeitnehmerin/des Arbeitnehmers können Sie hier [pdf, 450 kB] downloaden. Das Formular ist durch den Arbeitgeber bzw. die Arbeitgeberin auszufüllen und der Kita-Leitung vorzulegen.

Für die Betreuung in Schulen nutzen Sie bitte das folgende Formular: Formular zur Betreuung eines Kindes während des Ruhens des Unterrichts

Ich bin berufstätig, gelte aber nicht als Schlüsselperson. Eine Betreuung für mein Kind kann nicht sichergestellt werden. Kann ich mein Kind trotzdem betreuen lassen?

Personen, die keine Schlüsselpersonen sind, haben keinen Anspruch auf eine Betreuung ihrer Kinder.

Ich bin alleinerziehend. Gelten für mich besondere Regelungen?

Alleinerziehende Personen, die keine Schlüsselpersonen sind, haben keinen Anspruch auf eine Betreuung ihrer Kinder.

Kann die Betreuung von Verwandten und Bekannten übernommen werden?

Wie und wo die Eltern ihre Kinder betreuen, liegt in der Verantwortung der Eltern, sofern sie damit nicht gegen konkrete Infektionsschutzmaßnahmen verstoßen. Es wird aber darauf hingewiesen, dass alles vermieden werden sollte, was zu neuen Kontaktnetzen führt. Neue Kontaktnetze befeuern nach Auskunft von Virologen die Ausbreitung der Infektionen weiter.

Was ist wenn das Kind Krankheitssymptome aufweist?

Grundsätzlich gilt - und zwar unabhängig von der aktuellen Situationslage - dass erkrankte Kinder (z.B. fieberhafter Infekt) nicht in Einrichtungen betreut werden sollen.

Sind Beschäftige in der Kindertagesbetreuung, in der (teil-) stationären Kinder- und Jugendhilfe und von Einrichtungen der Behindertenhilfe nach SGB IX Schlüsselpersonen?

Ja, wenn Sie tatsächlich in der Betreuung eingesetzt werden.

Muss der getrennte lebende oder geschiedene Ehepartner einer Schlüsselperson die Kinderbetreuung übernehmen?

Ja, wenn er/sie selbst nicht Schlüsselperson ist, sorgeberechtigt ist oder aktuell auch schon Aufgaben der Pflege und Erziehung wahrnimmt und insoweit erziehungsberechtigt ist, und die Betreuung nicht anderweitig verantwortungsvoll – entsprechend der Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts – organisiert werden kann.

Muss der/die Lebenspartner*in von Schlüsselpersonen die Betreuung der Kinder der Schlüsselperson übernehmen?

Ja, wenn der Lebenspartner/die Lebenspartnerin selbst nicht Schlüsselperson ist, aktuell auch schon Aufgaben der Pflege und Erziehung wahrnimmt und insoweit erziehungsberechtigt ist, und die Betreuung nicht anderweitig verantwortungsvoll – entsprechend der Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts – organisiert werden kann.

Was ist mit Schlüsselpersonen, die einen Betreuungsanspruch haben, die am Wochenende arbeiten müssen und keine Betreuung für ihr Kind haben?

In den Fällen, in denen Schlüsselpersonen, die einen Betreuungsanspruch haben, am Wochenende arbeiten und insbesondere aufgrund der Empfehlung des Robert-Koch-Instituts, Kontakt der Kinder zu gefährdeten Personengruppen zu vermeiden, keine Betreuung für ihre Kinder organisieren können, muss das Jugendamt eine Betreuung auch für diese Zeit sicherstellen.

Kann eine Schlüsselperson mit Betreuungsanspruch, die die Betreuung zunächst anders regeln kann, auch zu einem späteren Zeitpunkt Betreuung in Anspruch nehmen, wenn Bedarf entsteht?

Ja, sogar auch dann, wenn das Betreuungsangebot, welches Kinder von Schlüsselpersonen grundsätzlich wahrnehmen können, in Abstimmung mit dem Jugendamt geschlossen wird. In diesem Fall haben die Jugendämter und die Träger dafür Sorge zu tragen, dass die Betreuung zu einem späteren Zeitpunkt wieder kurzfristig ermöglicht wird.

Gibt es Übergangsregelungen für "Kinderbetreuungen in besonderen Fällen (Brückenprojekte)"?

Brückenangebote sind frühpädagogische Angebote für Kinder und Familien mit Fluchterfahrung, die einen Einstieg in das deutsche Bildungssystem ermöglichen sollen. Brückenprojekte finden als additive Angebote zu den bestehenden Bildungsangeboten von ganz unterschiedlichen Trägern statt und orientieren sich an den kindlichen und familiären Ausgangslagen sowie den Gegebenheiten vor Ort. Diese Angebote halten keine Betreuung für Kinder von Schlüsselpersonen vor.

Wie viele Stunden täglich umfasst die Notfallbetreuung?

Aus Infektionsschutzgründen ist es erforderlich, die Kinder von Schlüsselpersonen in den bisherigen Gruppen bzw. gewohnten Einrichtungen / Kindertagespflegestellen zu betreuen. Der zeitliche Umfang der Betreuung richtet sich nach den abgeschlossenen Verträgen.

Können Eltern, die keine Schlüsselpersonen sind, ihre Kinder mit zur Arbeit nehmen? Ist eine Betreuung von mehreren Kindern auf der Arbeit möglich?

Wie und wo die Eltern ihre Kinder betreuen, liegt in der Verantwortung der Eltern, sofern sie damit nicht gegen konkrete Infektionsschutzmaßnahmen verstoßen. Es wird aber darauf hingewiesen, dass alles vermieden werden sollte, was zu neuen Kontaktnetzen führt. Neue Kontaktnetze befeuern nach Auskunft von Virologen die Ausbreitung der Infektionen weiter. Dies kann auch eine gemeinsame Betreuung der Kinder auf der Arbeit sein.

Werden im Monat April Elternbeiträge erhoben?

Nein. Im Sinne der finanziellen Entlastung der Eltern verzichtet die Stadt Dortmund für den Monat April auf die Erhebung der Elternbeiträge für die drei Betreuungsformen Kindertageseinrichtungen, Kindertagespflege und Offene Ganztagsschule. Das gilt auch für Eltern, die in der sogenannten kritischen Infrastruktur beschäftigt sind und ihre Kinder in einer Notgruppe betreuen lassen.

Um eine unbürokratische Abwicklung zu gewährleisten, werden die Elternbeiträge für April nicht eingezogen.

Gibt es Unterstützungsangebote bei Erziehungs- und Familienfragen?

Ja. Die Erziehungs- und Familienberatungsstellen des Jugendamtes und der freien Träger bieten in der jetzigen Situation, in der viel Zeit gemeinsam zu Hause verbracht wird, allen Kindern, Jugendlichen und Eltern eine telefonische Beratung an.

Die Beratungsstellen in den Stadtbezirken sind telefonisch direkt erreichbar. Zusätzlich sind die Erziehungsberatungsstellen des Jugendamts und freier Träger zu allen familiären Fragen unter der zentralen Telefonnummer 0231 50-23269 erreichbar.

Für die Gespräche stehen Fachkräfte der Erziehungsberatungsstellen zu folgenden Zeiten zur Verfügung: montags bis donnerstags von 8:00 bis 12:00 Uhr sowie von 12:30 bis 16:00 Uhr (donnerstags bis 17:30 Uhr) und freitags von 8:00 bis 12:30 Uhr. Die Gespräche werden selbstverständlich vertraulich behandelt.

Wo finde ich Hilfsangebote zum Thema "Häusliche Gewalt"?

Für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die von Gewalt im direkten sozialen Umfeld betroffen sind, kann die aktuelle Situation bedeuten, Täter*innen ständig ausgeliefert zu sein.

Das Gleichstellungsbüro möchte Betroffene und Bezugspersonen ermutigen, sich Unterstützung bei sexualisierter oder häuslicher Gewalt zu suchen und damit nicht allein zu bleiben. Fachberatungsstellen und andere Hilfseinrichtungen sind auch weiterhin telefonisch und online erreichbar und unterstützen im Einzelfall.

Eine Übersicht zu Beratungsstellen, Hilfsangebote und Hotlines finden Sie auf der Seite des Gleichstellungsbüros.