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Dortmund-Ems-Kanal Schleuse

PCB

Bild: flickr / KlausNahr

Wasser und Fische

Der Dortmund-Ems-Kanal wird - entgegen den wasserrechtlichen Bestimmungen - häufig auch zum Schwimmen genutzt. Deshalb wurden an zwei Stellen, aus dem Kanal und dem Kanalhafen, Wasserproben entnommen und auf ihren PCB-Gehalt untersucht.

Die Wasserproben ergaben keine PCB-Belastungen, die gesundheitliche Auswirkungen erwarten lassen.

Im Zuge der großflächig angelegten Untersuchungen auf PCB im Umfeld der Firma Envio wurde Ende August 2010 auch ein Fischuntersuchungsprogramm vom LANUV NRW gestartet. Zusammenfassend ist festgestellt worden, dass, vorbehaltlich aufgrund der hohen Belastung mit PCDD/F und dioxinähnlichen PCB ( siehe FAQ ), die Fische aus dem Dortmunder Hafen aus Sicht des LANUV für den Verzehr nicht geeignet sind.

Aufgrund des vorsorgenden Gesundheitsschutzes haben danach mehrere Gespräche zwischen der Stadt Dortmund, den in Dortmund ansässigen Fischereiverbänden und dem Dortmunder Fischereiberater stattgefunden. Es wurde mit dem 1. Angelsportverein Dortmund e.V. ein zunächst freiwilliger Fischereiverzicht vereinbart. Der Landesfischereiverband Westfalen und Lippe e.V. hat sich einem generellen freiwilligen Verzicht nicht angeschlossen. Lediglich auf das Fischen von Aalen wird freiwillig verzichtet.

Darüber hinaus wurden in diesen Gesprächen weitere Fischbeprobungen vereinbart, um eine bessere Einschätzung zu der genannten Verzehrsempfehlung des LANUV hinsichtlich Fisch aus dem Dortmund-Ems-Kanal und dem Dortmunder Hafen geben zu können. Die Probennahme erfolgte im Sommer 2011. Aufgrund der erneuten geringen Probennahme, lassen sich die Ergebnisse nicht abschließend einschätzen. In den Downloads werden die Ergebnisse der Untersuchung durch den Landesfischereiverband vorgestellt. Des Weiteren liegt dazu eine Einschätzung des LANUV NRW vor. Hinsichtlich der Bewertung und der Schlussfolgerungen aus der Untersuchung gibt es in den beiden Dokumenten unterschiedliche Sichtweisen. Das LANUV NRW erhält allerdings seine Einschätzung zur Verzehrsempfehlung aufrecht. Dieser Einschätzung schließt sich die Stadt Dortmund an.

Parallel zu diesen Fisch-Beprobungen in Dortmund nimmt das LANUV NRW derzeit landesweite Untersuchungen über Schadstoffgehalte in Fischbeständen vor. Diese noch ausstehenden Ergebnisse bleiben abzuwarten.

Aufgrund der erhöhten Messwerte von PCB in Fischen wurden zudem bereits im Januar 2011 auch das Blut von Anglern bzw. Menschen, die viel Fisch aus dem Dortmund-Ems-Kanal verzehrt haben, untersucht. Es fanden sich vereinzelt leicht erhöhte Werte für das PCB 118, welches aber nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen altersabhängig ist. Dieser altersabhängige Wert wurde nur in einem Fall leicht überschritten, was in der Gesamtbetrachtung der erhobenen Werte keine gesundheitliche Relevanz hat, da die Ergebnisse insgesamt bei allen Proben den vorläufigen gesundheitlichen Richtwert nicht überschreiten.

Für die ebenfalls im Fischuntersuchungsprogramm 2010 genommenen Sedimentproben lässt sich festhalten, dass die Sedimentergebnisse aus dem Dortmunder Hafen in Bezug auf die Gehalte an PCDD/PCDF und PCB in der Größenordnung der Sediment- und Schwebstoffbelastung industriell belasteter Fließgewässer liegen. Die PCB-Kongenerenmuster sind ebenfalls vergleichbar. Von ihnen gehen keinerlei Gefahren aus.