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Mikroskop im Hintergrund, Pipette und grüne Blätter im Vordergrund

PCB Körne

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Amnarj

Informationen zum Coronavirus

Aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus (COVID-19) kommt es zu Einschränkungen der Öffnungszeiten und Erreichbarkeiten der Stadtverwaltung und städtischen Einrichtungen.

Weitere Informationen zur aktuellen Lage finden Sie unter:
corona.dortmund.de sowie in unserem Live-Ticker

Häufig gestellte Fragen

Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen.

Können die Schadstoffe auch über die Atemluft aufgenommen werden?

Der in der Regel für den Menschen bedeutendste Weg, PCB aufzunehmen, ist die Aufnahme über die Ernährung. Mehr als 90 % erfolgt in Deutschland über die Nahrung, wobei hierbei wiederum 90 % auf tierische Lebensmittel entfällt.

Die Aufnahme mit der Außenluft ist normalerweise unbedeutend. Das gleiche gilt auch für die Aufnahme über die Haut, wenn man von besonderen beruflichen Kontakten absieht. Nach dem momentanen Wissenstand geht das Gesundheitsamt auch im Bereich der Hannöverschen Straße nicht von einer besonderen Gefährdung durch PCB über die Aufnahme mit der Atemluft aus.

Ich habe (in den vergangen Jahren) bereits von dem belasteten Gemüse gegessen. Mit welchen gesundheitlichen Folgen muss ich rechnen? Kann ich mich untersuchen lassen?

PCB-Verbindungen können in sehr hohen Dosen akuttoxisch wirken. Die vorliegenden Untersuchungsergebnisse liegen in einem Bereich, der den Schluss zulässt, dass eine akuttoxische Wirkung nicht vorliegen kann.

Bei lang andauernder Belastung können andere gesundheitsschädliche Wirkungen auftreten. Beim Menschen können bei Aufnahme der Schadstoffe in entsprechender Dosis Schäden am Immunsystem und am Nervensystem auftreten. Das individuelle Risiko ist sowohl von der Belastung der verzehrten Pflanzen als auch vom Körpergewicht und der Verzehrmenge abhängig. Nach derzeitigem Erkenntnisstand besteht keine akute Gefahr. Vorsorglich werden dennoch die oben erläuterten Verzehrempfehlungen ausgesprochen. Ob Blutuntersuchungen durch das Gesundheitsamt durchgeführt werden, hängt u.a. von den Ergebnissen der Blutuntersuchungen in Ennepetal ab. Neue Informationen dazu werden u.a. an dieser Stelle bekannt gegeben.

Wer leistet Schadensersatz für Ernteausfall und Entsorgung der Gartenernte?

Eine rechtliche Klärung kann erst nach Vorlage beweiskräftiger, abschließender Untersuchungsergebnisse zu Verursachern erfolgen.

M+S Silicon hat dem Stadtverband der Gartenvereine eine pauschale Entschädigung in Höhe von 22.000 € für Gemeinschaftsprojekte des Stadtverbandes zugesichert.

Wer leistet Schadensersatz, wenn PCB-Belastungen auf Grundstücken festgestellt werden?

Dies kann insgesamt erst nach Vorlage beweiskräftiger, abschließender Untersuchungsergebnisse zu Verursachern rechtlich geklärt werden.

Kann ich das Gemüse, entsprechend der Nichtverzehrempfehlung (Grünkohl etc.), kompostieren?

Es empfiehlt sich die Gemüsesorten gemäß der Nichtverzehrempfehlung vorsorglich über die Restmülltonne (graue Tonne) zu entsorgen.

Können die Kinder weiter im Garten spielen?

Die vorliegenden Werte lassen nicht erwarten, dass eine gesundheitliche Gefährdung für Kinder durch das Spielen im Freien gegeben sein kann.

Der Hauptbelastungsweg für den Menschen ist die Aufnahme von PCB über die Nahrung. Aus diesem Grund wurde eine differenzierte Verzehrempfehlung ausgesprochen. Über die Haut gelangt PCB nicht in kritischen Mengen in den Körper. Aus vergleichbaren Fällen ist bekannt, dass ein staubgetragener Schadstoffeintrag von PCB und eine Anreicherung im Boden unwahrscheinlich sind. Um den Wirkungspfad Boden-Mensch konkret abschätzen zu können, ist die Durchführung von oberflächennahen Bodenproben geplant.

Allgemein gilt: nach dem Spielen im Garten sollten die Hände gründlich gewaschen werden, insbesondere vor Nahrungsaufnahme.

Kann ich weiter stillen?

Das PCB-Verbot spiegelt sich auch in einem Rückgang der Hintergrundbelastung der Allgemeinbevölkerung in den vergangenen 40 Jahren wider, so dass sie deutlich weniger belastet ist als in den 70er und 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Dies kann anhand bevölkerungsbezogener Daten zur PCB-Belastung in Blut und Muttermilch gezeigt werden.

Aufgrund der weiten Verbreitung in der Umwelt und ihrer schlechten Abbaubarkeit können PCB auch heute noch in der Muttermilch nachgewiesen werden. Wegen ihrer hohen Fettlöslichkeit reichern sich PCB besonders im Milchfett an und gehen daher auch auf den Säugling über. Gestillte Kinder können somit höhere PCB-Werte als nicht gestillte Kinder aufweisen. Üblicherweise wird aufgrund der Belastung der Muttermilch mit Organochlorverbindungen wie PCB oder Dioxinen nicht empfohlen, das Stillen von Säuglingen einzuschränken, da trotz eventuell erhöhter Gehalte an diesen persistenten Stoffen im Körper die positiven Effekte des Stillens überwiegen.

Schwangeren Frauen und stillenden Müttern aus dem betroffenen Gebiet wird aus Vorsorgegründen besonders empfohlen, der aktuellen Verzehrempfehlung zu folgen.

Besorgte Mütter können sich auch an das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Münsterland-Emscher-Lippe unter der Telefonnummer 0251 9821-0 bzw. per E-Mail an poststelle@cvua-mel.de wenden.