Dortmund überrascht. Dich.
Mikroskop im Hintergrund, Pipette und grüne Blätter im Vordergrund

PCB Körne

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Amnarj

Weiterführende Untersuchungen

Die festgestellten Messwerte am Löwenzahn sind lediglich ein Indikator dafür, dass es im Umfeld der Emissionsquelle lokal zu einer umweltrelevanten Schadstoffimmission gekommen ist. Ob die PCB-Immissionen gesundheitliche Auswirkungen haben können, lässt sich erst durch weitere Untersuchungen verlässlicher einschätzen. Bereits gesicherte Erkenntnisse zur Situation in Dortmund finden Sie hier.

Grünkohl im Container

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): LANUV

Im Folgenden wird ein Überblick über konkret geplante und denkbare ergänzende Untersuchungen gegeben. Sie sollen es ermöglichen, die Wirkungspfade zu erfassen, über die die PCB-Emissionen auf das Betriebsumfeld und die Umwelt eingewirkt haben und noch einwirken. Vorrangiges Ziel der Untersuchungen muss es sein schnell und möglichst gesichert, Klarheit über die tatsächliche Gesundheitsrelevanz der Schadstoffimmissionen zu erhalten.

  • Untersuchungen an Grünkohl
    Das LANUV hat Container mit Grünkohlpflanzen als Bioindikatoren an insgesamt 6 Stellen im Umfeld platziert. Geplant ist die Ernte des Grünkohls im November des Jahres. Das Landesamt rechnet damit, die Ergebnisse der Analysen und deren Bewertung im Frühjahr 2021 vorlegen zu können.
  • Untersuchungen des Staubniederschlags
    Anders als bisher geplant, hat das Landesumweltamt mitgeteilt, über die Einrichtung einer Immissionsmessstelle für den Staubniederschlag erst dann zu entscheiden, wenn die Ergebnisse der Grünkohluntersuchungen vorliegen. Auch wenn durch die Umstellung der Silikonproduktion bereits eine sehr deutliche Reduktion der potenziellen PCB-Emissionen zu erwarten ist, hat die Stadt beschlossen, die Einrichtung mehrerer Immissionsmessstellen und die Analysen der Staubproben in eigener Regie zu initiieren. Das Institut für Umwelt-Analytik (IFUA) aus Bielefeld, das auch mit den Bodenuntersuchungen beauftragt war, wird über die Dauer von einem Jahr monatliche Immissionsmessungen auf die produktionstypischen PCB (Nr. 47, 51, 68) durchführen. Hierzu werden noch in diesem Jahr im Lee und im Luv des emittierenden Betriebs drei bzw. eine Messstelle/n eingerichtet.
  • Untersuchungen von Bodenproben
    Das städtische Umweltamt hat das Institut für Umwelt-Analyse Projekt GmbH (IFUA) aus Bielefeld mit den Untersuchungen des Oberbodens beauftragt. Seit dem 23.10.2020 liegt der Ergebnisbericht vor. Das IFUA hat auf insgesamt acht Flächen sowie einer Referenzfläche repräsentative Mischproben aus unterschiedlichen Bodenschichten entnommen. Abhängig von der Nutzung der Rasen-, Nutzbeet- und Brachflächen wurden dabei die Horizonte bis 2 cm, bis 10 cm und bis 35 cm berücksichtigt. Die wichtigste Erkenntnis: In keiner der Bodenproben sind die produktionstypischen Einzelsubstanzen (PCB Kongenere Nr. 47, 51, 68) nachgewiesen worden. Auch der gesetzliche Prüfwert der Bundesbodenschutz-Verordnung für Kinderspielflächen wird im Hinblick auf den Gesamtgehalt der PCB in allen Proben unterschritten. Das bedeutet, dass bezogen auf die untersuchte Schadstoffgruppe, keine Einschränkungen für Kinderspielaktivitäten bestehen. Der Anbau von Nutzpflanzen erscheint dem Gutachter vor dem Hintergrund der allein in den Bodenproben ermittelten PCB-Konzentrationen als machbar. Allerdings sind für eine abschließende Bewertung des Obst- und Gemüseanbaus die Ergebnisse der Grünkohluntersuchungen abzuwarten. Ob die vorsorglichen (Nicht)Verzehrempfehlungen entfallen können, wird sich nach Vorlage der Grünkohlergebnisse zeigen.
  • Untersuchungen von Blutproben
    Das LANUV empfiehlt die Erkenntnisse abzuwarten, die aus dem für das Umfeld des silikonproduzierenden Betriebes in Ennepetal geplanten freiwilligen Humanbiomonitoring gewonnen werden. Die Blutuntersuchungen seien für den Herbst 2020 vorgesehen. In Abhängigkeit von den dort gewonnen Erkenntnissen und den Ergebnissen der geplanten Untersuchungen von Boden und Pflanzen (Grünkohl) könne eingeschätzt werden, ob Blutuntersuchungen auch in Dortmund den Bürger*innen angeboten werden sollten.
  • Durchführung von Luftmessungen
    Ob zur Überprüfung der Außenluftverhältnisse PCB- und Dioxin/Furan-Emissionsmessungen aussagekräftig und sinnvoll sind, wird derzeit vom LANUV geprüft.