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Kultur

Kunst aus Ghana kann im Dortmunder U bestaunt werden

Nachricht vom 08.11.2021

Videoarbeiten, multimediale Installationen sowie historische Artefakte: Unter dem Titel "EFIE: The Museum as Home" ist ab dem 10. Dezember historische und zeitgenössische Kunst aus Ghana im Dortmunder U zu sehen.

In my Father‘s house

Kwasi Darko, 2019, Vinylgewebe
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Kwasi Darko

Die Ausstellung "EFIE: The Museum as Home" zeigt ab dem 10. Dezember im Dortmunder U historische und zeitgenössische Kunst aus Ghana: Zu sehen sind Videoarbeiten sowie multimediale Installationen von Afroscope, Diego Araúja, Rita Mawuena Benissan, Kwasi Darko, Kuukua Eshun, Na Chainkua Reindorf, Studio Nyali sowie El Anatsui. Diese Arbeiten zeitgenössischer Künstler*innen werden in Verbindung gebracht mit historischen Artefakten, Leihgaben aus deutschen Museen.

Die Ausstellung erweitert das traditionelle Verständnis von "Museum", hinterfragt althergebrachte Präsentationsformen und bietet neue Perspektiven – auf die Kunst, aber auch auf die Realität, der sie entstammen. Konzipiert wurde die Ausstellung von der Kunsthistorikerin, Autorin und Filmemacherin Nana Oforiatta Ayim.

Wie definiere ich den Begriff "Heimat"?

"EFIE" bedeutet in den Akan-Sprachen "Zuhause" oder "Heim". Die Ausstellung stellt die Frage, wie ein Museum zu einem passenden Zuhause für die gezeigten Kunstwerke werden kann. Die so genannten enzyklopädischen Museen europäischer Tradition basieren unter anderem auf der Behauptung, dass die Kulturgüter dort objektiv und wertneutral präsentiert würden. Tatsächlich konservieren sie eine subjektive, meist nationale, in jedem Fall rein europäische Perspektive auf die Welt – aber mit universellem Anspruch.

Für das Dortmunder U entwickelte der Architekt DK Osseo Asare eine modulare Bambusstruktur in der Ausstellungsfläche, die "Fufuzela". Sie beherbergt die Kunstwerke und verbindet sie miteinander. "Was wäre das Museum, wenn wir uns es neu vorstellen könnten, nicht als etwas außerhalb von uns, sondern als Teil von uns; eine Widerspiegelung der vielen verschiedenen Pluralismen, die uns ausmachen, die uns durch die Kultur unserer Vergangenheit und unserer Gegenwart einen Blick in die Zukunft geben; nicht nur von einer Sichtweise, sondern von so vielen wie möglich?", fragt die Kuratorin Nana Oforiatta Ayim.

Custom skinprint, 2021

Custom skinprint, 2021
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Afroscope

Moralisch fragliche Ausstellungen

Die Arbeiten von Afroscope, Kwasi Darko and Diego Araúja untersuchen die Möglichkeiten von Museen, abseits tradierter Vorstellungen und Standards.

Kuukua Eshun, Na Chainkua Reindorf und Rita Mawuena Benissan arbeiten mit einer Vorstellung des Museums nicht als Raum, sondern als Verkörperung verschiedener kultureller Identitäten. Studio Nyali präsentiert eine Idee von Museen als eine Heimstatt, als einen Schutzraum, der Objekte auch vor kolonialer Zerstörung bewahren würde.

El Anatsui schließlich - der Meister der ghanaischen Kunst - richtet sich in seinem Werk an die nächste Generationen.

Neben den Werken der zeitgenössischen Künstler*innen zeigt die Ausstellung historische Artefakte, die aus dem Gebiet des heutigen Ghana stammen und sich in Sammlungen deutscher Museen befinden.

Die Ausstellung im Dortmunder U macht darauf aufmerksam, dass diese Objekte zumeist ihrem ursprünglichen Kontext entrissen worden sind und in musealen Sammlungen der westlichen Welt vereinsamen.

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Tickets:
7 Euro, ermäßigt 5 Euro. Kinder bis 6 Jahren frei

Öffnungszeiten:
Di, Mi, Sa, So und an Feiertagen: 11:00 bis 18:00 Uhr
Do und Fr: 11:00 bis 20:00 Uhr

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.

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