Dortmund überrascht. Dich.
Friedensplatz altes Stadthaus

Dortmund in Europa

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

DSW21

Dortmunder Schüler*innen gestalten Bahn für Vielfalt und Respekt

Nachricht vom 08.07.2019

Dortmunds Wahrzeichen eingetaucht in Regenbogenfarben, ein lesbisches Liebespaar oder das Wort "Toleranz" in greller Graffiti-Schrift - damit setzen sieben Schulen ein farbenfrohes Zeichen gegen Rassismus und Ausgrenzung. Schüler*innen haben einen Stadtbahnwagen der Dortmunder Stadtwerke (DSW21) mit Motiven gegen Rassismus und für Toleranz und Vielfalt verziert.

Schülerinnen und Schüler entwerfen Vielfalts-Motive für Stadtbahnwagen

Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau (l.), DSW21-Verkehrsvorstand Hubert Jung (r.) und Initiator Matthias Oidtmann (unten rechts mit dem Banner) und die beteiligten Schüler*innen präsentierten am Montag, 8. Juli, die "Toleranz-Bahn".
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jochen Linz / DSW21

Seit Montag, 8. Juli, rollt dieser auf der Linie U43 zwischen Dorstfeld und Wickede durch die Stadt.

"Ich musste im vergangenen Jahr eine Demonstration von Rechtsextremen direkt vor meiner Haustür im Kreuzviertel miterleben. Danach hatte ich den Wunsch, ein Zeichen gegen Rassismus und für Toleranz und Vielfalt zu setzen, das in der ganzen Stadt sichtbar ist", erklärt der Initiator der Aktion, Matthias Oidtmann, der am Immanuel-Kant-Gymnasium in Asseln Politik und Erdkunde unterrichtet.

Junge Generation stellt sich gegen Hass und Ausgrenzung

"Wenn Schülerinnen und Schüler maßgeblich an so einer Aktion mitwirken, zeigt dies, dass auch in den jungen Generationen kein Platz für Hass und Ausgrenzung ist", so Oidtmann weiter. Neben dem Immanuel-Kant-Gymnasium haben sich auch das Reinoldus-und-Schiller-Gymnasium, die Funke-Grundschule, die Martin-Luther-King-Gesamtschule, das Käthe-Kollwitz-Gymnasium, das Mallinckrodt-Gymnasium sowie das Robert-Schuman-Berufskolleg an der Aktion beteiligt.

Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau dazu: "Dortmund ist eine bunte und weltoffene Stadt, die jegliche Form von Rassismus ablehnt. Mir imponiert, mit welcher Kreativität und Gestaltungsfreude die Schüler bei dieser Aktion zu Werke gegangen sind. Ich bin mir sicher, diese Stadtbahn wird sich in Dortmund zu einem echten Hingucker entwickeln und diesem wichtigen Thema viel Aufmerksamkeit einbringen."

Politik und Stadtwerke unterstützen das Projekt

Mit seiner Idee zur Stadtbahnaktion war Matthias Oidtmann zunächst bei den Dortmunder Stadtwerken aufgeschlagen, die sofort ihre Bereitschaft signalisierten, eine Bahn zur Verfügung zu stellen. Das kommunale Unternehmen hatte zuletzt anlässlich des Holocaust-Gedenktags Anfang des Jahres in Kooperation mit dem Jugendring eine Bahn entsprechend gestaltet. "Für uns als kommunales Unternehmen ist es ein wichtiges Anliegen, Flagge für Vielfalt und Toleranz zu zeigen. Daher unterstützen wir solche öffentlichkeitswirksamen Projekte stets nach Kräften", sagt DSW21-Verkehrsvorstand Hubert Jung.

Auch aus der Politik erhielt Oidtmann umgehend Unterstützung: Brackels Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Czierpka warb bei seinen Amtskollegen der Bezirke Ost und West für das Projekt und die drei Marketingrunden stellten insgesamt 7.000 Euro zur Verfügung. Damit wurde die Agentur "akutwerbung" finanziert, die letztlich aus den zahlreichen Motiven der Schüler einen finalen Entwurf für die Stadtbahn gestaltete. "Damit zeigen die Bezirke am Hellweg nicht nur ihre Verbundenheit; sie ermöglichen es damit Kindern und Jugendlichen, ein starkes Signal für Vielfalt und Toleranz in die Stadt zu senden. Diese Idee hat mich sofort begeistert", so Czierpka.

200 Schüler beweisen ihre Kreativität

Insgesamt hatten sich rund 200 Schüler*innen mit eigenen Motiven an der Aktion beteiligt. "Die Vorlagen wurden uns förmlich aus der Hand gerissen. Es war dann wirklich für jede Schule ein schweres Stück Arbeit, alle Vorschläge zu sichten und gemeinsam 60 Entwürfe für die Agentur auszuwählen", erinnert sich Oidtmann. Den Schüler*innen waren ganz bewusst wenig Vorgaben gemacht worden, denn ihrer Kreativität sollten keine Grenzen gesetzt werden. "Egal, ob Comic, Graffiti-Art oder Wachsmal-Stift: Jeder sollte auf seine Art und Weise ein Statement setzen", erklärt Oidtmann.

Die Motive und die gesamte Aktion waren im Mai auf dem Stadtfest DORTBUNT! erstmals der Öffentlichkeit präsentiert worden. Die Bahn für Vielfalt und Respekt fährt nun etwa ein Jahr lang durch die Stadt.

Dortmund in Europa