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Coronavirus

Stadt unterstützt Gebetsruf-Aktion von Dortmunder Moscheegemeinden

Nachricht vom 02.04.2020

Seit 31. März nehmen zwölf Dortmunder DITIB-Gemeinden gemeinsam mit zahlreichen Kirchen in der Stadt an einer besonderen Gebetsruf-Aktion teil. Ziel dieser Aktion ist es, ein gemeinsames und hörbares Zeichen für Zusammenhalt und Solidarität in der Dortmunder Stadtgesellschaft in Zeiten der Corona-Krise zu setzen.

Am 23. März schloss sich die DITIB-Gemeinde in Huckarde mit ihrem Gebetsruf der benachbarten Urbanus-Kirche an, die regelmäßig um 19:30 Uhr so wie auch zahlreiche weitere Kirchen in Dortmund, ihre Glocken läutet.

Die Moscheegemeinden betonen, dass es gerade in der aktuellen Situation wichtig ist, unabhängig von religiöser Ausrichtung und Herkunft diesen schwierigen Weg durch die Krise gemeinsam und solidarisch zu gehen. Der Gebetsruf ist zwischen 20:00 und 20:30 Uhr zu hören. Mit dem Sonnenuntergang verschiebt sich die genaue Zeit des Gebetsrufes.

Gebet für Gesundheit und Genesung

Gebetet wird für die Gesundheit und Genesung insbesondere der erkrankten Menschen und für eine friedliche gemeinsame Zukunft. Sowohl die Kirchenglocken als auch die Gebetsrufe sind – vor dem Hintergrund der aktuellen Erlasse zum Verbot von Ansammlungen, das auch Gottesdienste betrifft – symbolischer Natur. Es wird damit gerechnet, dass sich weitere muslimische Gemeinden dieser Aktion anschließen werden. Einige der im "Rat der muslimischen Gemeinden Dortmund" vertretenen Akteure haben dies bereits angekündigt.

Ihren Anfang nahm diese besondere Solidaritätsaktion übrigens in Duisburg – in vielen anderen Städten werden diese interreligiös abgestimmten Aktionen inzwischen ebenfalls durchgeführt.

Zusammenarbeit aller Religionsgemeinschaften

Der Ton des Gebetsrufs wird für gewöhnlich technisch verstärkt. Daher haben die Gemeinden das zuständige Umweltamt der Stadt Dortmund (Bereich Immissionsschutz) zuvor um eine Einschätzung gebeten. Das Umweltamt hat keine Bedenken gegen diese Gebetsruf-Aktion. Der Ruf ist allerdings auf fünf Minuten beschränkt. Und sobald sich die Lage zum Coronavirus wieder entspannt, soll der abendliche Gebetsruf wieder eingestellt werden.

Aufgrund der Aspekte Zusammenhalt, Solidarität und Verständigung unterstützt die Stadt Dortmund diese Aktion ausdrücklich. Dortmund ist eine vielfältige und internationale Stadt, in der gesellschaftliche Vielfalt als Stärke und Normalität angesehen wird. Zu diesem Selbstverständnis gehört auch, dass die hier lebenden Menschen ihre jeweiligen Religionen aktiv und selbstverständlich leben. In Dortmund ist die gute Zusammenarbeit aller Religionsgemeinschaften schon seit Jahren erfolgreich und etabliert. Dies spiegelt sich in einer Aktion wie dieser sehr deutlich wider.

"Licht der Hoffnung": Tägliches gemeinsames Gebet

Der Dialogkreis der Abrahamsreligionen, in dem die katholische Stadtkirche und der evangelische Kirchenkreis, der Rat der muslimischen Gemeinden Dortmund und die Jüdischen Kultusgemeinde Groß-Dortmund seit Jahren vertrauensvoll zusammenarbeiten, ruft dazu auf, dass die Gläubigen aller Abrahamsreligionen, also Christen, Muslime und Juden, sich gemeinsam an der Aktion "Licht der Hoffnung" beteiligen mit Gebeten zur gleichen Zeit täglich um 19:30 Uhr.

Bereits seit dem 19. März läuten täglich um 19:30 Uhr die Glocken der Dortmunder Kirchen. Sie rufen die Christen dazu auf, für einige Minuten eine Kerze ins Fenster als "Licht der Hoffnung" zu stellen und ein Gebet angesichts der Pandemie zu sprechen. Die Dortmunder Kirchen nehmen damit teil an einer überregionalen Aktion der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK).

Als starkes Zeichen der Gemeinsamkeit und der spirituellen Verbundenheit über die Religionsgrenzen hinweg soll ab jetzt einmal am Tag zur selben Zeit um 19.30 Uhr gleichzeitig von Christen, Juden und Muslimen gebetet werden.

Der Rat der muslimischen Gemeinden in Dortmund empfiehlt allen Moscheevereinen mitzumachen. Der Gebetsruf, der so genannte Ezan, der sonst zum gemeinsamen Gebet in der Moschee ruft, soll täglich um 19.30 Uhr zum persönlichen Gebet in den eigenen vier Wänden aufrufen. Entsprechende Verabredungen mit der Stadt hinsichtlich der Ausrufung des Ezan sind schon erfolgt. Einige Moscheevereine haben damit auch schon begonnen. Auch der Rabbiner und alle Menschen jüdischen Glaubens beteiligen sich am gleichzeitigen Gebet mit Christen und Muslimen um 19.30 Uhr.

Ist der Zeitpunkt auch gleich, unsere Gebete bleiben verschieden. Evangelische und katholische Christen beten in der Regel ein Vater Unser, das um eigene Fürbitten ergänzt wird. Muslime beten zum Beispiel Al-Fatiha, die erste Sure des Korans, die auch fester Bestandteil des rituellen Gebets ist, und ebenfalls eine eigene Fürbitte. Auf jüdischer Seite wird schon seit Ausbruch der Krise in China das von Rabbiner Fridman verfasste Gebet "Ana Ad-onaj" (Bitte O Ewiger) gesprochen.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.