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Bild: Jesús González Rebordinos

Literaturpreis

Neue Satzung für Nelly-Sachs-Preis

Nachricht vom 03.02.2015

Der Nelly-Sachs-Preis soll künftig, alle zwei Jahre alternierend, auch an Autorinnen und Autoren gehen können, die auf weltpolitische und gesellschaftliche Entwicklungen reagiert haben.

Der Verwaltungsvorstand hat sich in seiner Sitzung für eine Änderung der Satzung zum Nelly-Sachs-Preis ausgesprochen. Die entsprechende Vorlage des Städtischen Kulturbüros wurde an die politischen Gremien der Stadt weiter geleitet.

Seit dem Jahr 1961 wird der Literaturpreis der Stadt Dortmund, der Nelly-Sachs-Preis, alle zwei Jahre an eine Autorin oder einen Autoren mit internationalem Renommé vergeben. Er ist mit 15.000 Euro dotiert und ging bisher an 27 Autoren und 7 Autorinnen. Die erste Preisträgerin war im Jahr 1961 die deutsche Jüdin Nelly Sachs, die vor der Verfolgung durch den Nationalsozialismus in das schwedische Exil fliehen musste und dennoch den Kontakt zu Deutschland nach dem II. Weltkrieg nicht abbrechen ließ.

Der Preis zeichnet bisher Persönlichkeiten aus, die mit ihrem Werk für die Verbesserung der kulturellen Beziehungen zwischen den Völkern stehen und in Leben und Wirken geistige Toleranz und Versöhnung vorleben.

Auch zukünftig wird die literarische Leistung bei der Jury-Entscheidung über die Verleihung des Preises uneingeschränkt im Mittelpunkt stehen. Vor dem Hintergrund gravierender gesellschaftlicher Veränderungen und wachsender ethnischer, religiöser und kultureller Konflikte weltweit soll mit der Neufassung der zuletzt im Jahr 1999 angepassten Satzung jetzt das Themenspektrum des Nelly-Sachs-Preises weiter geöffnet werden. Der Preis soll künftig auch an Autorinnen und Autoren gehen können, die auf diese weltpolitischen und gesellschaftlichen Entwicklungen reagiert haben. Der Stadt Dortmund kommt es darauf an, künftig auch positive Vorbilder und Lebensentwürfe für das Zusammenleben innerhalb multi-kultureller Gesellschaften hervorheben zu können.

Eine weitere Änderung der Satzung betrifft den Gender-Aspekt und soll die Chancengleichheit im Literaturbetrieb verbessern. Um die literarischen Leistungen renommierter Autorinnen stärker in den Mittelpunkt zu rücken, soll der Preis zukünftig alle zwei Jahre alternierend an eine Autorin und einen Autoren vergeben werden.

Schließlich schlägt die Kulturverwaltung vor, die/den jeweilige/n Dortmunder Bibliotheksdirektor/in als Fachpreisrichter in die Jury aufzunehmen.