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28.12.2015Oberbürgermeister Sierau

Grußwort zum Jahreswechsel 2015/2016

Liebe Dortmunderinnen und Dortmunder, zum Jahresende 2015 sende ich Ihnen meine herzlichen Grüße. Für Dortmund war das hinter uns liegende Jahr bewegend, voller Herausforderungen und in vielen Bereichen erfolgreich.

Oberbürgermeister Ullrich Sierau

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Leider begann das Jahr 2015 mit den schrecklichen Terroranschlägen auf die Satirezeitschrift Charlie Hebdo und einen jüdischen Supermarkt vom 07., 08. und 09. Januar 2015 in Paris. Und leider wiederholten sich diese barbarischen Terrorakte am 13. November, während des Fußballländerspiels Frankreich – Deutschland und während eines Konzertes im Bataclan. Bei all diesen Anschlägen wurden insgesamt 147 Menschen ermordet, Hunderte verletzt, davon viele schwer.

In Dortmund haben wir mit den Angehörigen der Opfer getrauert. Mit Frankreich verbindet unsere Stadt eine besondere Freundschaft, das gilt ebenso für ganz Deutschland. So pflegen wir unsere älteste Stadtpartnerschaft mit Amiens, welches von Paris nur rund 150 Kilometer entfernt liegt. Und es war das französische Volk, das uns nach dem verheerenden Zweiten Weltkrieg und der Terrordiktatur der Nationalisten mit als erste wieder die Hand zur Versöhnung reichte – trotz des Krieges und des Leides, das Nazi-Deutschland über ihr Land gebracht hatte. Frankreich und Deutschland sind in den letzten Jahrzehnten zum Motor der europäischen Integration geworden. Eines Europas, das trotz mancher Kritikpunkte immer noch der Garant für Frieden und Freiheit auf unserem Kontinent ist. Dies sind die zentralen Werte unseres Europas und diese werden wir uns von niemandem nehmen lassen!

Zitat Dortmund ist eine wachsende Stadt, eine Stadt, die in der Flüchtlingshilfe zur Hauptstadt der Willkommenskultur wurde.

Wenn wir den Fokus des Jahres 2015 auf unsere Stadt legen, standen in diesen 12 Monaten vor allem gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen im Vordergrund. Und diese waren für Dortmund erfreulicherweise zumeist positiv. Dortmund ist eine wachsende Stadt, eine Stadt, die in der Flüchtlingshilfe zur Hauptstadt der Willkommenskultur wurde. „Wir ALLE sind Dortmund“ ist nicht nur die Kampagne des Dialogkreises der Abrahams Religionen und der Stadt Dortmund, es ist ein Ausdruck unserer Solidarität und Weltoffenheit.

Wirtschaftlich wie von den Infrastrukturdaten her gesehen, kann man die Entwicklung Dortmunds treffend mit der Schlagzeile „Dortmund wächst!“ betiteln. Es ist ein positiver Trend, der bereits in den letzten Jahren begonnen hat und der auf nahezu alle Bereiche unserer Stadt zutrifft.

So wächst Dortmund an Einwohnern. Aktuell leben fast 596.000 Menschen in Dortmund, Tendenz steigend. Diese Entwicklung wird weiter gehen, so dass wir voraussichtlich schon 2017 wieder mit über 600.000 Einwohnerinnen und Einwohnern rechnen können. Wir freuen uns dabei über Zuzüge, wie zum Beispiel über den des neuen BVB-Trainers Thomas Tuchel und seiner Familie. Die Hinrunde des BVB in der Saison 2015/2016 war vielversprechend und wir hoffen auf eine erfolgreiche Saison. Die Krönung wäre ein Europa League Finale Borussia Dortmund gegen Jürgen Klopps Liverpool am 18. Mai 2016 in Basel.

Zitat 35 Jahre nach Beginn des Strukturwandels haben wir wieder rund 320.000 Arbeitsplätze in Dortmund

Auch die Zahl der Arbeitsplätze wächst in Dortmund. 35 Jahre nach Beginn des Strukturwandels haben wir wieder rund 320.000 Arbeitsplätze in Dortmund, davon sind etwa 220.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse! Das entspricht dem Beschäftigungsstand aus den frühen 1980´er Jahren. Dies zeigt, unser Weg des Strukturwandels ist erfolgreich. Rund 100.000 Arbeitsplätze sind in Dortmund mit dem Ende des Montanzeitalters verloren gegangen. Diesen Aderlass haben wir gestoppt und mit neuer Arbeit in der Hochtechnologie-Branche, in der Logistik und bei den Dienstleistungen kompensiert.

Dortmund ist heute ein beliebter Unternehmensstandort. Unsere Unternehmen wachsen dabei in ihrer Anzahl und in ihrer Wertschöpfung am Standort. Seit dem Jahr 2007 wurden mehr als 110 nennenswerte unternehmerische Standortentscheidungen – Ansiedlungen und Erweiterungen – für Dortmund getroffen. So zeigen einige aktuelle und beispielhafte Entscheidungen den Erfolg und die Attraktivität des Standorts:

  • Die Sparkassenakademie NRW zieht an den Phoenix-See.
  • Die Bundesbank errichtet einen neuen Geldspeicher auf der Stadtkrone-Ost.
  • WILO wächst am Standort.
  • Die Nordwesthandel AG verlegt ihren Firmensitz nach Phoenix-West.
  • Ebenso verlegt Amprion seinen Firmensitz innerstädtisch nach Phoenix-West.
  • Zalando siedelt sich mit seiner zentralen Entwicklungsabteilung neu in Dortmund an.
  • Die KD Bank und die DAK-Gesundheit haben sich für Dortmund entschieden und bislang getrennt betriebene Hauptstandorte zwischen Rheinland und Westfalen werden hier neu zusammengefasst.
  • BoehringerIngelheim hat die Produktion seiner Zerstäuberfabrik in Dortmund erweitert.
  • Dies sind nur einige Beispiele aus jüngerer Zeit. Die Liste ließe sich mit der Adesso AG, der Albonair GmbH, der DHL, der DEKRA, der Barmer Ersatzkasse, der AOK und der BIG und vielen anderen noch weiterführen.

Phoenix-West ist in dieser Hinsicht symbolisch für unseren Strukturwandel. Dieser alte Industriestandort hat sich inzwischen bundesweites Ansehen als Ansiedlungsfläche für Unternehmen der Mikrosystemtechnik erworben. Knapp ein Drittel der Fläche auf Phoenix-West wurde bereits vermarktet. Etwa 1000 Menschen haben hier Arbeit gefunden. Viele vor allem technische Facharbeitsplätze, aber auch Arbeitsplätze im Dienstleistungssektor, im Handwerk und in der Produktion sind entstanden. Die Beschäftigungsstruktur ist vielschichtig. Und die Verhandlungen unserer städtischen Wirtschaftsförderung mit weiteren Unternehmen stimmen mich zuversichtlich, dass auch Phoenix-West weiter wachsen wird.

Zitat Mittlerweile hat Dortmund rund 50.000 Studierende, das ist mehr als Heidelberg

Die Hochschulstadt Dortmund ist ein weiterer Wachstumsfaktor. Mittlerweile hat Dortmund rund 50.000 Studierende, das ist mehr als Heidelberg. Diese jungen Menschen finden hier ein optimales Umfeld für ihre berufliche Karriere vor und die Dortmunder Unternehmen profitieren von dem Nachwuchs, der von unseren Hochschulen kommt. So freuen wir uns, dass sich jährlich circa 1.000 junge Menschen nach Abschluss ihres Studiums auf Dauer in Dortmund niederlassen.

Dortmund wächst auch touristisch. Seit dem Jahr 2013 hat Dortmund jährlich mehr als 1 Millionen Übernachtungen – Dortmund ist damit eine Millionenstadt. Und ich bin sicher, dass das Deutsche Fußball Museum oder auch der evangelische Kirchentag 2019 gute Werbung für unsere Stadt machen und die Zahl unserer Gäste weiter in die Höhe treiben werden.

Insgesamt ist Dortmund auf dem richtigen Weg in die Zukunft. Darin gibt uns auch das Urban Land Institute Germany (ULI Germany) recht. Im Dezember 2015 hat es unsere Stadt mit dem ULI Leadership Award ausgezeichnet und somit die Entwicklung der wirtschaftlichen Dynamik und der steigenden Attraktivität Dortmunds gewürdigt, bei gleichzeitiger Berücksichtigung von Tradition und Moderne.

Zitat Insgesamt ist Dortmund auf dem richtigen Weg in die Zukunft.

Das Einzige, was in Dortmund glücklicherweise nicht wächst, ist die Arbeitslosigkeit – sie schrumpft. Stand Ende November 2015 betrug die Arbeitslosenquote 11,9 %. Im Vergleich zum Oktober bedeutet das eine Abnahme der Arbeitslosen um 0,2 % und zum November letzten Jahres sogar um 0,3 %. Das stimmt mich positiv, denn wir haben die 12%-Marke geknackt. Nach der bereinigten Statistik, die demnächst den Anteil der Flüchtlinge getrennt erfasst, läge die Arbeitslosenquote in Dortmund bei 11,7%. Trotz aller Erfolge ist die Zahl der Arbeitslosen nach wie vor zu hoch. Da gibt es nichts zu beschönigen, da liegt noch eine große Wegstrecke vor uns. Unsere große Herausforderung bleibt dabei die Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit.

Aber, wir sind ermutigt unseren Weg weiter zu gehen. Deshalb setzen wir auch in Zukunft auf die kommunale Arbeitsmarktinitiative, um die Zahl der Langzeitarbeitslosen zu senken. Nur wenn wir auf der kommunalen Ebene aktiv bleiben, kann es uns gelingen, die Verfestigung von Arbeitslosigkeit zu verhindern. Erfreulicherweise werden wir in unseren Bemühungen wieder durch den Bund unterstützt. Aus ESF-Bundesmitteln konnte das Jobcenter Dortmund über 11 Millionen Euro Fördermittel für die Integration von langzeitarbeitslosen Menschen nach Dortmund holen.

Zitat Als einzige Großstadt der Metropole Ruhr hatten wir in den letzten Jahren einen genehmigten Haushalt

Als einzige Großstadt der Metropole Ruhr hatten wir in den letzten Jahren einen genehmigten Haushalt. Dies war entscheidend dafür, dass Dortmund auf kommunaler Ebene aktiv bleiben und investieren konnte, wie beispielsweise bei der Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit. Auch den städtischen Haushalt 2015 haben wir wie in den Vorjahren gut ins Ziel gebracht. Der städtische Haushalt 2016 wird mit einem Ausgabenvolumen von 2,4 Milliarden Euro so groß wie noch nie sein. Dem Rat der Stadt Dortmund ist es trotzdem gelungen, einen Haushalt zu verabschieden, der erneut genehmigungsfähig ist und unserer Stadt eine Zukunft gibt. Hauptsächlich werden wir in die Schwerpunkte Strukturwandel, Lebensqualität, Schulen und Kindertageseinrichtungen, Straßenbau und Infrastruktur investieren. Nach diesen Schwerpunkten werden wir auch die 76,6 Millionen Euro aus dem Kommunalinvestitionsförderungsgesetz des Bundes verteilen. Der Hauptanteil von 28,7 Millionen wird dabei in unsere Kindertageseinrichtungen und Schulen fließen.

Das große gesellschaftliche Thema in Dortmund war im Jahr 2015 die Bewältigung der Flüchtlingsaufnahme. Die Vielzahl der Menschen, die zu uns kam, hat uns an die Grenze der Belastbarkeit geführt. Um die Dimensionen zu verdeutlichen: Im Jahr 2014 wurden Dortmund insgesamt 857 Flüchtlinge kommunal zugewiesen, wir hatten eine Erstaufnahmeeinrichtung mit 350 Plätzen und seitens des Jugendamtes wurden 366 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die ohne Eltern oder Betreuungspersonen nach Dortmund gekommen sind, in Obhut genommen. Demgegenüber hat Dortmund bis Mitte Dezember 2015 bereits rund 4.000 Flüchtlinge zugewiesen bekommen und wir haben jetzt zwei Erstaufnahmeeinrichtungen mit insgesamt 1300 Plätzen auf unserem Stadtgebiet. Die Zahl der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge ist auf fast 1.400 junge Menschen gestiegen. Damit gehört das Jugendamt Dortmund landes- und bundesweit zu den größten Trägern für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Zudem ist Dortmund seit dem 14.12.2015 zum zweiten Mal Drehscheibe für die in Nordrhein-Westfalen ankommenden Flüchtlinge geworden. Als unsere Stadt das erste Mal Anfang September 2015 an einem Wochenende spontan zur ersten Drehscheibe in NRW wurde, haben Zivilgesellschaft, Verbände, Feuerwehr, Polizei und Verwaltung eindrucksvoll gezeigt: Wir können Krise! Wir sind eine Hauptstadt der Willkommenskultur! Das war eine unglaubliche Leistung aller Beteiligten.

Zitat Wir können Krise! Wir sind eine Hauptstadt der Willkommenskultur! Das war eine unglaubliche Leistung aller Beteiligten

Die Menschen, die in der Flüchtlingshilfe großartiges Engagement, bis an die Grenzen der Leistungsfähigkeit, beweisen, wurden in der FAZ als die „Helden der Nation“ bezeichnet. Diese Beschreibung trifft die Sache im Kern. Und ich bin stolz darauf, dass wir in Dortmund sehr viele Heldinnen und Helden haben, die sich das ganze Jahr über an vielen Stellen in Dortmund und im Rahmen der Drehscheiben um die Menschen kümmern, die vor Krieg, Verfolgung und Not zu uns fliehen. Dabei geht es um die Versorgung, wie auch die Integration der Flüchtlinge. Dieses großartige Engagement erzeugt ein gesellschaftliches Stadtklima, das von Solidarität, Hilfe und einem friedlichen Miteinander geprägt ist.

Dortmund ist eine engagierte Stadt. Das zeigen immer wieder die vielen wunderbaren Initiativen und Projekte, die beispielsweise durch den PSD Bank Preis „Soziale Stadt“, durch die FreiwilligenAgentur oder auch am Tag der Freiwilligen, ausgezeichnet werden. Sie spiegeln das vielfältige Engagement in Dortmund wider. Denn neben allem Einsatz für die Flüchtlinge vergessen wir nicht die Dortmunderinnen und Dortmunder, die hier schon leben und die ebenfalls Unterstützung benötigen. Verwaltungsseitig unterstützen wir mit dem Dekadenprojekt „Nordwärts“, dem Kunstrasenprogramm und dem Aktionsplan „Gegen Rechts“, um nur einige Beispiele zu nennen, wichtige gesellschaftliche Entwicklungen und bürgerschaftliches Engagement, das allen Menschen in Dortmund zugute kommt.

Zitat Dortmund ist eine engagierte Stadt

Das Jahr 2016 wird für unsere Stadt wieder viele Höhepunkte bereithalten. Bewährtes, wie das Micro!Festival wird ergänzt durch die Veranstaltung „DortBunt“, bei der wir die Vielfalt unserer Stadt feiern wollen. Wir werden anlässlich der Fußball-EM in Frankreich daran arbeiten, auch in unserer Stadt den Fans wieder ein Erlebnis anbieten zu können. Und wir werden mit den zukünftigen Masterplänen „Sicherheit“ und „ERLEBNIS.DORTMUND“, die Attraktivität unserer Stadt weiter steigern. Denn, es gilt unsere Stadt auch in Zukunft gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern attraktiv und lebenswert zu gestalten. Dafür werden wir hart arbeiten und ich bin davon überzeugt, dass wir Ende 2016 wieder auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken können. Allen, die in diesem Jahr an vielen Stellen zum Wohl unserer Stadt beigetragen haben, sage ich: „Herzlichen Dank!“

Ihnen, liebe Dortmunderinnen und Dortmunder, wünsche ich im neuen Jahr alles Gute, viel Glück und Gesundheit und dass Sie all Ihre Ziele erreichen.

Mit herzlichen Grüßen

Ihr

Ullrich Sierau

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