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Bild: Jesús González Rebordinos

Industriemuseum

Ausstellung über Leitbilder im Revier

Nachricht vom 24.02.2016

Kumpel Anton, St. Barbara und die Beatles haben auf den ersten Blick wenig gemeinsam. Was die drei verbindet, zeigt eine neue Ausstellung vom 26. Februar bis 16. Oktober im LWL-Industriemuseum Zeche Zollern.

Blick in die Ausstellung "Kumpel Anton"

Kumpel Anton, St. Barbara und die Beatles, alle waren Leitbilder im Ruhrgebiet zwischen Nachkriegszeit und Strukturkrise
Bild: LWL/Hudemann

Vom 26. Februar bis 16. Oktober lässt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Dortmunder Museum eine heute weitgehend vergessene Kulturgeschichte des Reviers wieder lebendig werden - eine Geschichte, die sich zwischen Traditionspflege und moderner Kunst, Bergarbeiterkultur und Pop bewegt. Zu sehen sind über 200 Exponate, darunter Gemälde und Skulpturen von Laienkünstlern und Mitgliedern des "jungen westen", Werke der Dortmunder Gruppe 61, Plakate der Ruhrfestspiele, alte Filmzeitschriften, historische Fotos, Schallplatten und Filme.

"Die Schau zeigt nicht nur die Leuchttürme der Hochkultur wie beispielsweise die Ruhrfestspiele. Sie thematisiert auch die breite Kulturförderung in den Betrieben, die Bergarbeiter und Angestellte an die Hochkultur heranführte und ihre künstlerischen Potentiale förderte. Damit spricht die Ausstellung auch heute noch aktuelle Fragen nach kultureller Teilhabe, Bildung und Identität an", erläuterte LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale am 24. Februar in Dortmund.

"Parallel zur Montanmitbestimmung ging es in den 1950er und 60er Jahren auch um kulturelle Partizipation", ergänzt Kuratorin Dr. Dagmar Kift. "Und die Laienmaler, Hobbymusiker und Arbeiterdichter des Ruhrgebiets, die im Mittelpunkt der Ausstellung stehen, gaben dem Industrierevier nach 1945 gemeinsam mit Kulturpolitikern aus dem Bergbau, den Gewerkschaften und einzelnen Kultureinrichtungen erstmals eine kulturelle Identität."

Museumsleiterin Dr. Anne Kugler-Mühlhofer freut sich, dass die Ausstellung, die bereits auf der Zeche Hannover in Bochum zu sehen war, jetzt auch nach Dortmund gekommen ist: "Zeche Zollern versteht sich als Museum für Sozial- und Kulturgeschichte, deshalb passt 'Kumpel Anton‘ sehr gut zu uns. Und einige Künstler, die hier vorgestellt werden, sind schon in unserer Dauerausstellung vertreten."

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