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Bild: photocase.com / c-promo.de

11.03.2016Jubiläum

Klinikum Dortmund wird 140 Jahre alt

Das Klinikum Dortmund hat sein 140-jähriges Bestehen gefeiert. Oberbürgermeister Ullrich Sierau dankte den Mitarbeitern für die positive Entwicklung des Klinikums.

Operationssaal, um 1950

Lupe: Klicken zum Vergrößern Operationssaal, um 1950
Bild: Bildlizenz: Alle Rechte vorbehalten Stadtarchiv Dortmund

Oberbürgermeister Ullrich Sierau war voll des Lobes. "Jedem 100-Jährigen ist zu wünschen, dass es ihm so gut geht wie diesem Haus hier mit 140 Jahren", sagte der Aufsichtsratsvorsitzende des Klinikums. Damit hob Sierau insbesondere die positive qualitative und wirtschaftliche Entwicklung des Hauses in der jüngsten Vergangenheit hervor und machte darauf aufmerksam, dass dies im Klinikmarkt unter den aktuell schwierigen Rahmenbedingungen keinesfalls eine Selbstverständlichkeit sei.

"Mein Dank gilt ausdrücklich allen Mitarbeitern, die dazu beigetragen haben", sagte Sierau. Während es das Klinikum Dortmund in den zurückliegenden Jahren geschafft hatte, aus eigener Kraft die Verlustzone hinter sich zu lassen, seien andere Krankenhäuser in die roten Zahlen gerutscht. Dies sei beachtlich.

"Zwar ist die Bilanz für 2015 noch nicht fertig, aber schon jetzt können wir sagen, dass das Geschäftsergebnis wie in den letzten Jahren positiv ist", sagte Sierau. Er unterstrich, dass die Stadt Dortmund auch weiterhin zu dem Klinikum in kommunaler Trägerschaft stehe. Mit Stolz erwähnte er das Renommee des Hauses, auch über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus.

Rudolf Mintrop, Vorsitzender der Geschäftsführung des Klinikums Dortmund, wies darauf hin, dass das Klinikum erst jüngst in der "Focus"-Klinikliste zum besten Krankenhaus im Ruhrgebiet gekürt worden sei. Ein echtes Plus für Dortmund.

(v.l.) Ortwin Schäfer (Arbeitsdirektor, Klinikum Dortmund), Tim Brederecke (Fotografie-Student), Rudolf Mintrop (Vorsitzender der Geschäftsführung, Klinikum Dortmund) und Ulrich Sierau (Aufsichtsratsvorsitzender, Klinikum Dortmund, und Oberbürgermeister von Dortmund).

Lupe: Klicken zum Vergrößern Feierten das Jubiläum und eröffneten die Ausstellung: v.l. Ortwin Schäfer (Arbeitsdirektor, Klinikum Dortmund), Tim Brederecke (Fotografie-Student), Rudolf Mintrop (Vorsitzender der Geschäftsführung, Klinikum Dortmund) und Ullrich Sierau (Aufsichtsratsvorsitzender Klinikum Dortmund und Oberbürgermeister).
Bild: Klinikum Dortmund

Fotoausstellung im Klinikum eröffnet

Neben geschichtlichen Anekdoten wurde im Zuge des Jubiläums "140 Jahre Klinikum Dortmund" unter anderem auch eine Fotoausstellung mit historischen Rückblicken eröffnet. Zugleich stellte der Fotografie-Student Tim Brederecke sein Fotoprojekt im Klinikum vor, in dessen Rahmen er OP-Personal aus dem Klinikum Dortmund vor und nach ihrem Dienst fotografiert hatte.

Die Bilder veranschaulichen, welchen Veränderungsprozess ein Mensch während eines Arbeitstages durchläuft. Die Ausstellungen sind von nun an fortlaufend im Klinikum Dortmund, Beurhausstr. 40, 44139 Dortmund zu sehen.

Luisenhospital war die "Urzelle" des heutigen Klinikums Dortmund

Der Blick in die Historie zeigte denn auch deutlich: Dortmund wäre sicherlich eine andere Stadt, wenn es das Klinikum nicht gegeben hätte. Und umgekehrt hat das Klinikum der Stadt viel zu verdanken. Das fing bereits 1876 an, als auf Initiative des damaligen Bürgermeisters das Luisenhospital, der "Urzelle" des heutigen Klinikums Dortmund, eröffnet werden konnte.

Bis dahin waren Kranke in einem Gasthaus am Westenhellweg untergebracht, das im Mittelalter auch als Waisenhaus gedient hatte. Das Gasthaus stieß schnell an seine Grenzen In den 1870er Jahren gelangte das mit 56 Betten und 70 Patienten belegte Gasthaus aber an seine Grenzen und brauchte neue Räumlichkeiten.

Nach vier Jahren Bauzeit konnte am 10. März 1876 das "Luisenhospital" - so benannt anlässlich des 100. Geburtstags der preußischen Königin Luise - mit 40 Patienten in Betrieb gehen.

Anforderungen an die Krankenschwestern anno 1850

Dass die Versorgung von Kranken seinerzeit noch ganz andere Anforderungen an die Pflegekräfte stellte, wird in einer Stellenanzeige aus dem Jahr 1850 deutlich. Demnach wurden Pflegerinnen mit folgenden Fähigkeiten und Eigenschaften gesucht: Pflasterschmieren, Blutegelsetzen, Kräuterkennen, Hütenähen, Teppich- und Netzestricken, Singen, Glaubenslehre, Verträglichkeit und ernstes Betragen.

Klinikum hatte früher eigenen Gemüsegarten und Schweinemast

Aber auch die Organisation eines Krankenhauses war damals vielfach anders. So betrieb die "Wirtschaftsabteilung" des Krankenhauses um 1913 herum eine große Gemüsegärtnerei, die einer Fläche von 14 Fußballfeldern entsprach. Zusätzlich besaß die Klinik eine eigene Schweinemastanstalt mit bis zu 200 Schweinen, um die Patienten zu versorgen.

Um 1900 herum: Hautklinik für Prostituierte gebaut

Dass das Angebot eines Krankenhauses oft auch Spiegelbild gesellschaftlicher Entwicklungen ist, zeigt das Beispiel "Hautklinik". Sie wurde 1900 gebaut, um die zahlreichen Prostituierten aus Dortmunds Vergnügungsviertel rund um die Brückstraße zu behandeln. Diese sollten "separiert" werden, um zu vermeiden, dass sie die anderen Patienten mit ihren "Toll- und Ungezogenheiten" störten.

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