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18.03.2016Einweihung

"Otto-Meinecke-Straße" am Dortmunder U benannt

Die Bezirksvertretung Innenstadt-West hat am 18. März die "Otto-Meinecke-Straße" benannt und eingeweiht. Die Straße erinnert an Otto Meinecke, der am 13. Juli 1942 im Konzentrationslager Sachsenhausen ermordet wurde.

Schild "Otto-Meinecke-Straße"

Lupe: Klicken zum Vergrößern Die Straße, die die Brinckhoffstraße mit der Ritterstraße/Übelgönne verbindet und die nördliche Begrenzung des U-Geländes bildet heißt nun "Otto-Meinecke-Straße".
Bild: Stadt Dortmund, Gaye Suse Kromer

Die Bezirksvertretung Innenstadt-West beschloss am 28. Januar 2015, die Straße, die die Brinckhoffstraße mit der Ritterstraße/Übelgönne verbindet und die nördliche Begrenzung des U-Geländes bildet, in "Otto-Meinecke-Straße" zu benennen

Der östliche Beginn der Otto-Meinecke-Straße von der Brinkhoffstraße aus soll künftig auch den direkten Zugang zum Parkhaus ermöglichen und als eindeutige richtige Parkhausadresse für das Dortmunder U etabliert werden.

Otto Meinecke

Erstmals in der Bundesrepublik wird damit in Form einer Straßenbenennung nach 1945 an einen in der Nazizeit verfolgten Mann erinnert, dessen einziges "Vergehen" seine Liebe zu Männern war. Otto Meinecke war homosexuell. Er wurde nach mehreren Festnahmen durch die Polizei und Inhaftierungen in der Dortmunder Steinwache in das Konzentrationslager Sachsenhausen bei Berlin deportiert und am 13. Juli 1942 im Alter von 61 Jahren ermordet.

Allein im Sommer 1942 ermordeten die Nazis im KZ Sachsenhausen bei einer zielgerichteten Mordaktion gegen Homosexuelle mindestens 95 namentlich bekannte Männer, die dort im Ziegelwerk, dem sogenannten "Klinker" Schwerstarbeit leisten mussten. Unter den Opfern waren auch zahlreiche weitere Männer aus dem Ruhrgebiet.

Gleichzeitig soll diese Straßenbenennung stellvertretend erinnern an die vielen Tausend Homosexuellen, die in den deutschen Konzentrationslagern zwischen 1933 und 1945 starben und auch an mehrere Zehntausend Männer, die mittels des Unrechtsparagraphen 175 in der Nazizeit juristisch verfolgt wurden, die ausgegrenzt wurden und oft ihre beruflichen Existenzen verloren.

Gleichzeitig ist die Straßenbenennung ein Beispiel für bürgerschaftliches Engagement und das gelungene Zusammenspiel von Vereinen, Initiativen, Politik und Verwaltung. Zunächst wurde am 9. Februar 2012 auf Initiative der Ruhrgebiets-Beratungsstelle für Lesben, Schwule und deren Familien "Rosa Strippe e.V." ein Stolperstein für Otto Meinecke vor dem Haus Kleppingstraße 6 verlegt.

Mit den recherchierten Informationen über den Lebensweg von Otto Meinecke folgte auf Initiative der Dortmunder Schwulen- und Lesbenvereinigung SLADO e.V. eine Anregung an die Parteien der Bezirksvertretung Dortmund Innenstadt West zu einer Straßenbenennung für einen verfolgten Homosexuellen.

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