Dortmund überrascht. Dich.
zum Seiteninhalt zum Themenmenü zum Hauptmenü zu den allgemeinen Funktionen und Angeboten

Alle Nachrichten - Nachrichtenportal - Leben in Dortmund - Stadtportal dortmund.de

www.dortmund.de Wortmarke Nachrichten

Nachrichtenportal

Notebook
Bild: photocase.com / c-promo.de

25.03.2016Bittermark

Erinnerung an Opfer wachhalten

Wie es Tradition an Karfreitag in Dortmund ist, pilgerten auch in diesem Jahr Besucher zum Mahnmal in der Bittermark, um der Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft zu gedenken.

Ernst Söder, Förderverein Gedenkstätte Steinwache, und Oberbürgermeister Sierau legten einen Kranz nieder

Lupe: Klicken zum Vergrößern Ernst Söder, Förderverein Gedenkstätte Steinwache, und Oberbürgermeister Sierau legten einen Kranz nieder
Bild: Dortmund-Agentur / Anja Kador

Rund 600 Menschen hatten trotz des Regenwetters den Weg in die Bittermark gefunden. Zuvor hatten auch zahlreiche Läuferinnen und Läufer am traditionellen Heinrich-Czerkus-Gedächtnislauf teilgenommen.

Durch die mordende Hand von Nazi-Schergen starben kurz vor Kriegsende, um Ostern 1945, im Rombergpark, in Hörde und in der Bittermark über 300 Zwangsarbeiter, Widerstandskämpfer und Kriegsgefangene auf grausame Weise. Einer von ihnen war Heinrich Czerkus, ehemaliger Platzwart von Borussia Dortmund und Widerstandskämpfer gegen Hitler. Seit 1960 hält die Stadt Dortmund am Mahnmal in der Bittermark alljährlich an Karfreitag mit einer Gedenkfeier die Erinnerung an die abscheulichen Ereignisse wach.

Zahlreiche Gäste

Zahlreiche Gäste wohnten der Karfreitags-Zeremonie bei. Darunter waren unter anderem Vincent Muller (Französischer Generalkonsul), Andrej Seikow (Stellv. Russischer Generalkonsul), Nicole Godard (Ex-F.F.D.T - Verband für die Erinnerung an die Zwangsarbeit), Gisa Marschefski (Ehem. Vorsitzende Internationales Rombergpark-Komitee e.V.), Ernst Söder (Förderverein Gedenkstätte Steinwache - Vorsitzender Internationales Rombergpark-Komitee e.V.).

Botschafter der Erinnerung

Auch in diesem Jahr gestalteten die Botschafterinnen und Botschafter der Erinnerung die Veranstaltung maßgeblich mit.

Rabiha Abuelkomboz und Lukas Spasovski moderierten die Gedenkstunde

Lupe: Klicken zum Vergrößern Rabiha Abuelkomboz und Lukas Spasovski moderierten die Gedenkstunde
Bild: Dortmund-Agentur / Anja Kador

Aus ihren Reihen moderierten Rabiha Abuelkomboz und Lukas Spasovski die Gedenkstunde. Die jungen Menschen arrangierten den "Weg der Erinnerung", auf dem Bilder und Texttafeln an die schweren Schicksale der ermordeten Menschen erinnern. Die Botschafterinnen und Botschafter der Erinnerung setzen sich für das Leben ein, bekennen sich zu den Menschenrechten und sehen ihre Verpflichtung darin, die Botschaft der Zeitzeugen weiter zu tragen.

Nach einer musikalischen Eröffnung der Feierstunde durch die Posaunenchöre aus Dortmund unter der Leitung von Andreas Schneider und den Kinderchor der Chorakademie am Konzerthaus Dortmund e.V. unter der Leitung von Bianca Kloda, betrat Oberbürgermeister Ullrich Sierau mit den Ehrengästen die Krypta, um der Toten still zu gedenken. Danach legten die Anwesenden eine Schweigeminute ein.

Den Rechten keinen Raum lassen

In seiner Gedenk-Ansprache betonte Oberbürgermeister Ullrich Sierau, wie wichtig es sei, dass gerade Jugendliche sich mit den Themen Nationalsozialismus und Demokratie auseinander setzten: "Sie sind die Zukunft unserer Gesellschaft."

Im Vorfeld der Gedenkveranstaltung wohnten die Gäste der Pflanzung eines Korbiniansapfelbaumes auf der Wiese vor dem Mahnmal bei

Lupe: Klicken zum Vergrößern Im Vorfeld der Gedenkveranstaltung wohnten die Gäste der Pflanzung eines Korbiniansapfelbaumes auf der Wiese vor dem Mahnmal bei
Bild: Dortmund-Agentur / Anja Kador

Er warnte davor, dass rechte Parteien zurzeit europaweit einen gewaltigen Zulauf hätten. "An dieser Stelle ist die Zivilgesellschaft aufgefordert, klare Grenzen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu setzen. Wir dürfen Rechtsextremen und ihren vermeintlich bürgerlichen Mitläufern keinen Raum lassen. Wir dürfen nicht wegschauen, wenn in unserem Land vor Flüchtlingsheimen demonstriert wird, Menschen angegriffen oder sogar um ihr Leben fürchten müssen", so Sierau. Es gelte, rechtspopulistischen Tendenzen mit demokratischen Debatten und sachlichen Auseinandersetzungen zu begegnen. "Wir dürfen nicht nachlassen, uns gemeinschaftlich für eine vielfältige, tolerante und demokratische Gesellschaft einzusetzen", mahnte der Oberbürgermeister.

Weitere Grußworte hielten Nicole Godard und Ernst Söder. Prof. Dr. Ulrich Herbert, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Prof. Dr. Herbert sprach zum Thema "Vor dem Untergang. Verbrechen der letzten Kriegsphase 1945".

Baumpflanzung

Im Vorfeld der Gedenkveranstaltung wohnten die Gäste der Pflanzung eines Korbiniansapfelbaumes auf der Wiese vor dem Mahnmal bei. Im vergangenen Jahr pflanzte der Oberbürgermeister den ersten Baum an dieser Stelle. Die Apfelsorte „Korbiniansapfel“ entstand 1944 im Konzentrationslager Dachau aus einer Sämlingsauslese des Häftlings und Pfarrers Korbinian Aigner. Er säte mehrere Apfelkerne zwischen den Baracken aus und nahm die jungen Pflänzchen mit, als das Lager zu Kriegsende verlegt werden sollte. Er konnte fliehen und pflanzte die drei Sämlinge in seinen Garten. Aigner nannte die Äpfel "KZ-Äpfel". Eine der drei Sorten, "KZ3", wurde später Pfarrer Aigner zu Ehren in "Korbiniansapfel" umbenannt. Die Bäume werden an solchen Stellen im Stadtgebiet gepflanzt, die in Zusammenhang mit Nazi-Verbrechen stehen.

  • Symbol: vorlesen
  • Symbol: Bookmarks
    Symbol Schließen
    • Was ist das?
    • Bitte beachten Sie, dass Sie zum jeweiligen Anbieter weitergeleitet werden und dort dessen Datenschutzbestimmungen gelten.

Allgemeine Funktionen und Angebote

Das Hauptmenü