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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Kranzniederlegung

Gedenken an Ehrenbürger Dr. Koch

Nachricht vom 13.09.2018

Am 18. September 1992 verstarb im Alter von 85 Jahren Dr. Harald Koch. Die Stadt Dortmund erinnert an ihren Ehrenbürger an seinem Todestag durch die Niederlegung eines Kranzes an seiner Grabstätte auf dem Hauptfriedhof.

Dr. Harald Koch wurde am 4. März 1907 in Wilhelmshaven geboren. Nach seinem Studium, das er als Jurist mit Doktorwürde und als Diplomsteuersachverständiger abschloss, war er zunächst als Wirtschaftsprüfer, Steuersachverständiger und Syndikus der Eisenwerk-Gesellschaft Maximilianshütte tätig. 1945 trat Dr. Koch als Ministerialdirektor in den Dienst des Landes Oldenburg, wo er kurz darauf zum Finanzminister ernannt wurde. Weitere Stationen in der unmittelbaren Nachkriegszeit waren die Wahl Dr. Kochs in den niedersächsischen Landtag 1946 und die Berufung zum Minister für Wirtschaft und Verkehr des Landes Hessen 1947. Dr. Koch gehörte von 1949 bis 1953 dem Ersten Deutschen Bundestag an und war stellvertretender Vorsitzender des Finanz- und Steuerausschusses.

Im Jahre 1952 wurde der Dortmunder Ehrenbürger zum Vorstandsmitglied der Hoesch AG in Dortmund bestellt. Dem Vorstand gehörte er bis zum 30. Juni 1968 an. In seine Amtszeit fielen der Wiederaufbau des im Krieg stark zerstörten und von den Entflechtungsbestimmungen der Alliierten betroffenen Unternehmens und die Entwicklung zu einem der größten deutschen Stahlkonzerne. Dr. Koch gehörte zu den Initiatoren des Gesetzes über die Mitbestimmung der Arbeitnehmer des Bergbaus und der eisen- und stahlerzeugenden Industrie. In seiner Eigenschaft als Vorstandsmitglied und Arbeitsdirektor der Hoesch AG hat er sich dafür eingesetzt, dass sich die Mitbestimmung auch in der Praxis bewährte.

Seit 1956 war Dr. Koch Vorsitzender der Rheinisch-Westfälischen Auslandsgesellschaft (RWAG). In dieser Funktion nahm er sich ganz besonders der internationalen Verständigung an. Die Entwicklung zu einem angesehenen Kulturinstitut Dortmunds mit weit über 100.000 Veranstaltungsteilnehmern jährlich und 3 000 Mitgliedern war maßgeblich sein Verdienst. Nicht zuletzt waren es seine Verbindungen, die der Stadt Dortmund in den 60er Jahren Wege zur internationalen Kulturarbeit ebneten. Durch sein unermüdliches Bestreben im Sinne internationaler Verständigung und Zusammenarbeit ist der Name der Rheinisch-Westfälischen Auslandsgesellschaft und damit der Name Dortmunds weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt geworden. Anlässlich der 25jährigen Wiederkehr der Wahl Dr. Kochs zum Vorsitzenden der RWAG wurde ihm am 24. November 1981 in Anerkennung seiner um die Stadt Dortmund erworbenen außergewöhnlichen Verdienste das Ehrenbürgerrecht verliehen.

Als engagierter Wegbereiter wirkte Dr. Koch maßgeblich bei der Anbahnung und Pflege der Städtepartnerschaften Dortmunds mit. Seine Aktivitäten hatten entscheidenden Einfluss auf den Erfolg der Auslandskulturtage der Stadt Dortmund. Seine erfolgreichen Bemühungen um die Errichtung des Carl-Duisberg-Hauses für ausländische Praktikanten und Studenten waren Beweis für seine Aufgeschlossenheit gegenüber der Dritten Welt.

Als Kurator der deutsch-französischen Gesellschaften hat er zur Freundschaft zwischen einst verfeindeten Nationen beigetragen. Seine Bemühungen um Verständigung auch mit dem Osten führten ihn an die Spitze aller deutsch-sowjetischen Gesellschaften in der Bundesrepublik und ermöglichten Dortmund 1976 eine umfassende gesellschaftliche und kulturelle Selbstdarstellung in Rostow am Don mit über 150.000 Besuchern. Mit großem Engagement unterstützte Dr. Koch den Erwerb der Groeppel-Sammlung mit 187 Werken namhafter deutscher Künstler des 20. Jahrhunderts für das Ostwall-Museum.

Im Rahmen seines breiten sozial-, kultur- und wirtschaftspolitischen Wirkens war Dr. Harald Koch außerdem Mitglied des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland.

Die Verdienste Dr. Harald Kochs um den friedlichen Wiederaufstieg der Bundesrepublik Deutschland wurden 1969 mit der Verleihung des großen Verdienstkreuzes mit Stern der Bundesrepublik Deutschland gewürdigt.