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Bild: Jesús González Rebordinos

Portraits

Neue Foto-Ausstellung im MKK

Nachricht vom 17.02.2017

Vom 18. Februar bis zum 26. März ist die Foto-Ausstellung: " Vom Menschen zum Flüchtling – vom Flüchtling zum Menschen" von Cornelia Suhan im Museum für Kunst und Kulturgeschichte zu sehen. Dargestellt werden Portraits von Menschen die aus ihrer Heimat flüchten mussten und jetzt in Nordrhein-Westfalen leben. Der Eintritt ist frei.

flüchtlingsausstellung MKK

Eine der Fotografierten ist Le-Anne Masore
Bild: Stadt Dortmund / Gaye Suse-Kromer

Menschen haben Geist und Seele. Sie eint die Fähigkeit zu kommunizieren und zu träumen. Wohl deshalb war die Frage der Fotografin Cornelia Suhan so wirkungsvoll: Sie bat 15 geflüchtete Menschen, ihre Träume zu nennen. Möglicherweise traumatisiert, aber nie hoffnungslos sprachen diese Menschen über ihr Leben, das bislang kaum glücklich war: "Leben schien mehr ein Unfall als ein Zufall zu sein", sagte eine Frau aus Afghanistan, die heute in Duisburg lebt. Ein anderer befindet nach 10 harten Jahren, dass sich letztendlich alles gelohnt hat.

Alle sprechen von Lernen und Arbeiten und der Hoffnung, dass es ihre Kinder besser haben werden. Bei manchen sind die Träume konkret, sie wollen Berufe ergreifen, die bei einer späteren Rückkehr in die Heimat hilfreich sein könnten. Viele wollen in Ruhe leben. Niemand hat überzogene Vorstellungen von Deutschland als einem Land, in dem Milch und Honig fließen. Und doch sind sie dankbar, hier gelandet zu sein. Sie dürfen wieder träumen.

Träume und deren Deutung hatten im Altertum eine zentrale Stellung für die Zukunft und das Schicksal der menschlichen Existenz. So existiert beispielsweise der Tempelschlaf, eine seit der Antike belegte Praxis der Trauminkubation, bei der ein Kranker das Heiligtum eines Gottes oder eines Heros aufsuchte und dort darauf hoffte, dass er im Traumschlaf einen Hinweis auf eine wirksame Therapie seiner Krankheit erhielte.

Die Antworten der 15 Porträtierten offenbaren hellwache Persönlichkeiten, die man gerne kennen lernen würde; denen man wünscht, mit ihren Träumen ihre Wunden zu heilen.

"Vom Menschen zum Flüchtling – vom Flüchtling zum Menschen" wurde als Wanderausstellung gefördert vom Ministerium für Inneres und Kommunales des Landes Nordrhein-Westfalen, Referat Öffentlichkeitsarbeit und Online Kommunikation.

Die Eröffnung findet am Freitag, den 17.Februar, statt.

Bilderstrecke: Flüchtlingsausstellung im MKK

Das Bild zeigt die unterschiedlichsten Ausstellungstafeln 6 Bilder
Träume vom Fliegen und Zufriedensein sind auf den Tafeln verewigt.
Bild: Dortmund-Agentur / Gaye Suse Kromer

Alle Bilder dieser Serie finden Sie auch im Medienportal.

Mensch? Flüchtling?

Der Titel "Vom Menschen zum Flüchtling – vom Flüchtling zum Menschen" scheint provokativ: Ist ein Flüchtling kein Mensch? Gibt es einen Unterschied? Und existiert dieser Unterschied für Menschen, die mit Flüchtlingen umgehen – und für die Bürokratie?

Ein Flüchtling ist laut Definition der Genfer Konvention in Artikel 2 ein Mensch, der

"[…] aus der begründeten Furcht vor Verfolgung aus Gründen der Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen seiner politischen Überzeugung sich außerhalb des Landes befindet, dessen Staatsangehörigkeit er besitzt, und den Schutz dieses Landes nicht in Anspruch nehmen kann oder wegen dieser Befürchtungen nicht in Anspruch nehmen will; oder der sich als staatenlos infolge solcher Ereignisse außerhalb des Landes befindet, in welchem er seinen gewöhnlichen Aufenthalt hatte, und nicht dorthin zurückkehren kann oder wegen der erwähnten Befürchtungen nicht dorthin zurückkehren will."

Die Ausstellung richtet den Blick auf den Menschen und das, was ihn ausmacht.

Die Fotografin

Cornelia Suhan wurde 1956 in Duisburg geboren, studierte in Dortmund an der FH Fotodesign mit Schwerpunkt Fotojournalismus sowie am San Francisco Art Institute San Francisco/USA. Seit 1985 arbeitet sie als erfolgreiche Architekturfotografin. Ihre freien Arbeiten widmet sie Frauenthemen und Menschen am Rande der Gesellschaft. Ihre ernste und einfühlsame Art öffnet ihr die Herzen der Menschen und lässt Bilder und Einsichten zu, die zu einem tieferen Verständnis unserer Gesellschaft führen.

"Fotografie verbindet mich mit den Schicksalen der Menschen. Diese lassen mich nicht los, auch nicht, nachdem ich die Kamera beiseite gelegt habe", sagt sie. So leistet sie auch tätige Hilfe mit dem von ihr initiierten Verein "Vive Zene e.V - Frauen lebt" und mit zwei psychosozialen Einrichtungen für kriegstraumatisierte Frauen in Bosnien und Herzegowina, die sie mit aufgebaut hat. Sie arbeitete ebenfalls mit am Aufbau eines Mädchenhauses "Mäggie" für minderjährige weibliche Flüchtlinge in NRW, das im April 2016 eröffnete. Zurzeit leben sieben Mädchen aus unterschiedlichen Ländern dort.

Cornelia Suhans Arbeiten befinden sich auch in der Fotosammlung des Museums für Kunst und Kulturgeschichte der Stadt Dortmund.