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Bild: Jesús González Rebordinos

Barockakademie

Neue Wege zur Alten Musik

Nachricht vom 19.05.2017

An der Dortmunder Musikschule entsteht eine Barockakademie: Mit Unterstützung des Landes NRW gibt die Musikschule künftig der Arbeit mit Alter Musik ein eigenes künstlerisches und pädagogisches Profil. Das Besondere dabei: Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen bestimmen selbst mit, wie die Barockakademie mit Leben gefüllt wird.

Den Auftakt bildet am Samstag, 20. Mai, der 1. Barocktag an der Musikschule: 38 Interessierte aus Dortmund und Umgebung haben sich dafür angemeldet und damit die Erwartungen bereits deutlich übertroffen. Angemeldet sind auch Lehrkräfte aus verschiedenen Städten, die sich beim Barocktag untereinander über Barockmusik im Unterricht und in der Ensemblearbeit austauschen möchten.

Beim Barocktag können sich Ensembles bilden, die auch über diesen Tag hinaus die Probenarbeit fortsetzen und das Gelernte vertiefen möchten. Zur fachlichen Begleitung stehen die Dozentinnen und Dozenten zur Verfügung. Ein zweiter Barocktag ist in der zweiten Jahreshälfte geplant, dann in größerer Besetzung als Orchester. Es soll außerdem ein Konzert im Orchesterzentrum zur Präsentation der Ergebnisse vor Dortmunder Schülerinnen und Schülern geben.

Zum Konzept

Die Interpretation Alter Musik hat sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten weiterentwickelt. Nach einer romantisierenden Phase folgte die Gegenbewegung mit einer puristischen, historisierenden Betrachtung. Momentan ist die Musizierpraxis äußerst flexibel und lebendig. Das bietet gerade Jugendlichen Spielraum und motiviert und inspiriert sie zu eigenen Interpretationen – durchaus vergleichbar mit den Versuchen einer „Garagenband“, ihren eigenen Stil zu finden.

Die neue Begeisterung für Alte Musik hat in den vergangenen Jahren Ensembles der Dortmunder Musikschule bis zu ersten Preisen beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ getragen. So entstand die Idee, diesem Bereich an der Musikschule ein eigenes künstlerisches und pädagogisches Profil zu geben.

In der „Barockakademie“ steht nicht die instrumentale Virtuosität im Vordergrund, sondern die Besonderheiten der Stilistik alter Musik. Den Anstoß dazu gab Barbara Bielefeld-Rikus, die sich als Lehrkraft für Blockflöte an der Musikschule Dortmund in besonderem Maße für Alte Musik engagiert.

Wesentlicher Bestandteil des Konzepts ist die Partizipation der Jugendlichen: Sie sollen die Barockakademie mit entwickeln und eigenständig mit Leben füllen. Die Barockakademie ist damit kein Teil von (Musik)Schule, sondern Freizeit mit Freunden, mit denen man gemeinsam Musik macht – ähnlich wie in einer Pop- oder Rockband. Die Barockakademie ist damit der Versuch, das Prinzip der bereits bestehenden Popschool der Musikschule auf Alte Musik zu übertragen. Durch die lebendige Auseinandersetzung mit Alter Musik erleben sie die Musiktradition nicht als museal, sondern bekommen einen persönlichem Bezug.

Das Land NRW fördert die Barockakademie im Jahr 2017 mit 12.700 Euro. Eine Fortsetzung im Jahr 2018 soll – gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern – im Herbst 2017 beantragt werden.