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Bild: Jesús González Rebordinos

Kultur

Mehr als fünfzig Mal "Entdecken, was uns verbindet" am Tag des offenen Denkmals

Nachricht vom 20.08.2018

Mit 50 Programmpunkten beteiligt sich Dortmund am Sonntag, 9. September, am deutschlandweiten Tag des offenen Denkmals 2018. Der Tag steht unter dem Motto "Entdecken, was uns verbindet".

Steigerturm in Berghofen

Der Steigerturm in Berghofen wird Ort der Begegnung.
Bild: B. Treude

Am Sonntag, 9. September 2018, beteiligt sich Dortmund zum 25. Mal am Tag des offenen Denkmals, der größten Denkmalveranstaltung Deutschlands. Den Tag über gibt es in allen Stadtbezirken Angebote für die ganze Familie. An 48 Standorten vermitteln die zumeist ehrenamtlich Engagierten "ihr" Denkmal. Der Eintritt ist überall frei. Einige Veranstalter bitten zur Unterstützung ihres ehrenamtlichen Engagements lediglich um eine Spende. In Dortmund ist der Tag des offenen Denkmals beliebt: Jährlich nehmen jeweils mehr als 10.000 Besucher an dem Programm teil.

Verbindung mit Europa

Der Tag des offenen Denkmals hat für die Aktiven bereits im Januar 2018 begonnen: Die Dortmunder Denkmalbehörde hat zu Beginn des Jahres viele Eigentümer und Ehrenamtliche eingeladen, darunter Vertreter von Kirchengemeinden und Schulen, um erste Ideen zum bundesweiten Motto "Entdecken, was uns verbindet" auszutauschen. Das Motto knüpft an das Kulturerbejahr an, das die Europäische Kommission für 2018 ausgerufen hat und das mit "Sharing Heritage" zum Entdecken von Gemeinsamkeiten im europäischen Kulturraum aufruft. "Es geht daher am 9. September auch um eine Entdeckungstour zu der Frage, was Dortmund mit Europa verbunden hat und heute noch verbindet", erläutert Henriette Brink-Kloke, Leiterin der Denkmalbehörde, das Motto.

Eröffnung im Fritz-Henßler-Berufskolleg

Oberbürgermeister Ullrich Sierau wird den Tag des offenen Denkmals um 11:00 Uhr im Fritz-Henßler-Berufskolleg, Brügmannstraße 25-27a, eröffnen. Das beeindruckende Schulgebäude wurde 1910 als Handwerker- und Kunstgewerbeschule erbaut und in den letzten drei Jahren aufwendig renoviert. Heutiger Namenspate ist der ehemalige Dortmunder Oberbürgermeister Fritz Henßler (1886-1953), ein überzeugter Europäer, der 1952 zu den ersten Mitgliedern des Europaparlaments gehörte. Schüler und Lehrer des Kollegs werden über die Baugeschichte und den denkmalgerechten Um- und Ausbau des Gebäudes informieren, der erst vor kurzem abgeschlossen wurde. Für die musikalische Unterhaltung an diesem Vormittag sorgt das Gesangsquartett "The Nightingales".

Mitglieder des Bücherteams der Kirchengemeinde St. Nikolaus von Flüe in Neuasseln machen sich am Tag des offenen Denkmals mit Kindern und Jugendlichen auf die Suche nach Spuren der Zeche Schleswig. Was verbinden Menschen des Ortsteils heute noch mit dem Bergbau vor Ort, und was verbindet die Gründung der Kirchengemeinden in Asseln, Brackel und Neuasseln mit dem Bergbau? Eine Rallye und eine Fahrradtour stehen ebenso auf dem Programm wie ein Vortrag einer Absolventin des Aufbaustudiengangs Denkmalpflege.

Katholische Kirchengemeinden auch mit dabei

In diesem Jahr sind auch mehrere katholische Kirchengemeinden beim Tag des offenen Denkmals dabei, befanden sich unter den Zuwanderern während des industriellen Aufschwungs unserer Region Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts doch viele Katholiken, die somit Teil der europäischen Arbeitsmigration waren. So beteiligt sich erstmals die Polnische Katholische Mission in der Kirche St. Anna in der Rheinischen Straße am Denkmaltag.

Rundgänge an der Uni und im Rombergpark

Über den Tag verteilte Rundgänge laden zu Entdeckungstouren durch die Dortmunder Denkmallandschaft ein: So führt zum Beispiel der Historiker Klaus Winter durch das ehemalige "Herz der Stadt", den einst von Kaufhäusern umstandenen "Steinplatz" (13:00 und 14:30 Uhr, Treffpunkt: Freiherr-vom-Stein-Platz), die Architektin Dr. Alexandra Apfelbaum veranschaulicht die Besonderheiten der 1968 eröffneten Technischen Universität (12:30 und 14:30 Uhr, Haupteingang der Bibliothek am Campus Nord), der Künstler Nikolai Hering lädt zu einem Literarischen Spaziergang im Rombergpark ein (12:00 und 15:00 Uhr, Torhaus, Eingang Nord) und die Archäologin Christiane Althoff zu einem kulturhistorisch-archäologischen Spaziergang entlang der historischen Handelswege Dortmunds (12:30 Uhr, Ostenhellweg 62).

Vom Union-Hüttenwerk bis zum Union-Gewerbehof

Werner Pawlak, ehrenamtlicher Mitarbeiter des Hoesch-Museums und der Historiker Matthias Dudde führen entlang der Rheinischen Straße vom ehemaligen Verwaltungsgebäude der Union-Hüttenwerke (eine Innenbesichtigung des Gebäudes ist allerdings in diesem Jahr nicht möglich) bis zum Ofenplatz und zum Union-Gewerbehof an der Huckarder Straße. Dort "übernimmt" dann Geschäftsführer Hans-Gerd Nottenbohm die Interessierten für einen Rundgang durch diesen lebendigen Ort der Kreativwirtschaft (Start ab Rheinische Straße 173, 13:00 und 15:00 Uhr; Start am Gewerbehof: 14:30 und 16:30 Uhr, Huckarder Straße 10).

Eisengießer am Steinplatz

Der Historiker Klaus Winter erinnert an den Steinplatz (heute Freiherr vom Stein-Platz).
Bild: Klaus Winter

Vereine organisieren Programm in Zechensiedlung Oberdorstfeld

Auch die Dorstfelder Vereine bieten wieder ein interessantes Programm in der Zechensiedlung Oberdorstfeld und der Waschkaue der ehemaligen Zeche Dorstfeld an. Dort zeigt die Ausstellung "Glückauf in Deutschland" die Geschichte der Arbeitsmigration türkischer Jugendlicher, die in den 1960er Jahren ins Ruhrgebiet kamen.

Zu den Akteuren gehört ebenso der Verein "Unsere Mitte Steigerturm e.V.", der sich um das alte Feuerwehrgerätehaus mit zugehörigem Steigerturm in Berghofen kümmert. Bis 2020 soll das Gebäude renoviert werden und dann als Kristallisationspunkt einer Quartiersentwicklung ein Ort sozialer und kultureller Begegnung werden. Für den Denkmaltag bereiten die Vereinsmitglieder zahlreiche Angebote für Erwachsene und Kinder vor.

Karte mit Tourenvorschlägen

Und am Fachwerkwohnhaus am Schlagbaum, Große Riedbruchstraße 1, in Mengede liegt im ehemaligen Kiosk eine Karte mit Tourenvorschlägen "von Denkmal zu Denkmal" im Dortmunder Stadtgebiet bereit, die die ganz individuell per Fahrrad, Motorrad oder Auto erfahren werden kann – und wieder an der Tankstelle aus den 1930er Jahren, heute Oldtimerwerkstatt, endet.

Abschluss mit Podiumsdiskussion im DOC-Gebäude

Der Abschluss des Tages des offenen Denkmals findet in Kooperation mit dem Projekt "Big Beautiful Buildings" ab 17:00 Uhr in dem Gebäude statt, in dem sich heute das Dortmunder Centrum für Medizin und Gesundheit (DOC) befindet - in der Kampstraße 45/47. Tim Rieniets, Geschäftsführer von StadtBauKultur NRW, wird zu Beginn die Auszeichnung "Big Beautiful Buildings" für das von Harald Deilmann, einem der bekanntesten deutschen Architekten des 20. Jahrhunderts, entworfene Gebäude überreichen.

Im anschließenden Podium diskutieren Vetreter von StadtBauKultur NRW, der FH Dortmund, der TU Dortmund und von BDA und Stadtplaner, Schamp & Schmalöer über die Dortmunder Nachkriegsarchitektur, den älteren Baubestand der Stadt sowie über europäische Bezüge der Dortmunder Architektur aus den 1950er/-70er Jahren.

Tages-Tickets für Bus und Bahn

Partner des Denkmaltags ist zum dritten Mal das städtische Verkehrsunternehmen DSW21 mit einem sogenannten "Öffel-Tages-Ticket". Damit werden kostenlos alle Dortmunder Haushalte beliefert und können es am 9. September 2018 nutzen. Einzige Voraussetzung: Sie haben ein abgestempeltes Öffel-Tages-Ticket in der Tasche. Bis zu zwei Erwachsene mit beliebig vielen eigenen Kindern unter 15 Jahren fahren mit dem Öffel-Tages-Ticket an diesem Tag kostenlos auf allen Stadtbahn- und Buslinien von DSW21 (für S-Bahnen, RE- und RB-Linien sowie auf dem Stadtgebiet von Lünen oder Schwerte gilt das Ticket nicht.) Die Öffel-Tages-Tickets werden zusammen mit einem Gewinnspiel am 3., 4. und 5. September verteilt. Wer kein Ticket erhalten hat, kann dies zwischen dem 6. und 8. September an einer der 45 externen DSW21-Vertriebsstellen abholen, solange der Vorrat reicht. Die Tickets sind dann auch in den KundenCentern Petrikirche und Hörde sowie dem Haltepunkt Kampstraße erhältlich.

Zum Thema

Dank einer großzügigen Unterstützung der Sparkasse Dortmund konnte die Denkmalbehörde der Stadt Dortmund wieder eine Programmbroschüre herausgeben. Diese bietet auf etwas mehr als 100 Seiten neben ausführlichen Beschreibungen aller Programmpunkte eine Übersichtskarte plus sechs Artikel von Denkmalexperten. Sie ist ab sofort an vielen Stellen im Stadtgebiet kostenlos erhältlich: im Rathaus, in der Tourist-Information in der Kampstraße, in den Bezirksverwaltungsstellen, in den DSW21-KundenCentern, in Bibliotheken, im Stadtarchiv, im Museum für Kunst und Kulturgeschichte oder bei der Denkmalbehörde im Stadtplanungs- und Bauordnungsamt am Burgwall. Außerdem steht die Programmbroschüre als Download auf der Internetseite der Denkmalbehörde zur Verfügung.

Touren von Denkmal zu Denkmal können mit dem VRR- Fahrtenplaner ganz einfach mit Bus und Bahn geplant werden.