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Bild: Jesús González Rebordinos

Luftbelastung

Stadt erarbeitet Vorschläge um hohe Schadstoffwerten zu mindern

Nachricht vom 05.09.2017

Restriktive Maßnahmen wie Fahrverbote für Dieselfahrzeuge stehen nicht im Fokus der Stadt. Das ist ein Ergebnis der Überlegungen der Verwaltung an verkehrstarken Punkten die Schadstoffwerten zu mindern. Jetzt soll es Maßnahmen geben, um diese Belastung zu reduzieren und den Plan zur "Emissionsfreien Stadt" weiter zu verfolgen.

Blick auf B1 und Stadion

Ein Grund für die hohe Schadstoffbelastung sind die Diesel-PKW mit Schadstoffklasse Euro 6.
Bild: Dortmund-Agentur / Soeren Spoo

In Dortmund werden insgesamt 25 Messstellen für Luftbelastung betrieben. Davon fünf Messstellen vom Land, alle anderen von der Stadt. Insgesamt wurde an sechs verkehrsbelasteten Standorten der Grenzwert für Stickstoffdioxid von 40 μg/m³ überschritten. 2016 konnten im Vergleich zum Vorjahr 2015, an wenigen Messstationen sogar etwas höhere Belastungen registriert werden. An sechs weiteren Messstationen wurden im Vergleich zum Vorjahr keine Veränderungen registriert.

Gründe für zu hohe Stickoxidbelastungen

Ein Grund für die hohen Schadstoffwerte durch Stickoxidbelastungen sind die Emissionen von Dieselfahrzeugen. Es ist bekannt, dass die durchschnittliche Stickoxidbelastung besonders von Diesel-PKW mit Schadstoffklasse Euro 6 erheblich höher ist als der einzuhaltende Euro-6-Grenzwert (80 mg/km).
Der hohe Anteil von Dieselfahrzeugen bei den Neuzulassungen hat somit nicht unwesentlich zu den hohen Stickoxidbelastungen beigetragen. In vielen Städten werden daher aufgrund von Gerichtsbeschlüssen Dieselfahrverbote überdacht.

Der Diesel Gipfel 2017

Am 02.08.2017 trafen sich in Berlin Bundesminister, Ministerpräsidenten, sowie verschiedene Autohersteller zum Diesel-Gipfel. Ziel des Treffens war es, Maßnahmen für mehr Gesundheitsschutz der Bürger zu erarbeiten, eine umweltverträgliche Mobilität zu sichern, pauschale Fahrverbote für Dieselfahrzeuge zu vermeiden und die Beschäftigung und Verbraucherschutzrechte zu sichern.
Die Ergebnisse der Verhandlungen sind mehr als enttäuschend. Die Autohersteller sicherten lediglich zu, dass Sie insgesamt 5,3 Millionen der in Deutschland aktuell zugelassenen Dieselfahrzeuge der Emissionsklassen Euro 5 und Euro 6 per Software-Update nachrüsten werden.

Maßnahmenvorschläge der Stadt

Beschränkende Maßnahmen wie Fahrverbote für Dieselfahrzeuge stehen nicht im Fokus der Stadt.
Das Umweltamt, das Tiefbauamt mit der Straßenverkehrsbehörde sowie das Stadtplanungs-, und Bauordnungsamt erarbeiten aktuell eine Reihe weiterer Maßnahmenvorschläge zur Minderung der hohen Stickoxidbelastungen.
Insbesondere steht das Ziel im Vordergrund, die Nutzung von privaten Pkw mit Verbrennungsmotor im Verkehr zur Innenstadt zunehmend durch attraktive, alternative Verkehrsangebote zu ersetzen.

Auch die von allen Experten geforderte stärkere Durchgrünung wird ein zentraler Aspekt sein, nicht zuletzt um den inneren Grünring nachhaltig zu stärken.

Stadt bewirbt sich um Fördermittel für Klimaschutz

Unabhängig davon hat sich die Stadt Dortmund kürzlich um Fördermittel für den "Wettbewerb Kommunaler Klimaschutz - Emissionsfreie Innenstadt" beworben. Ziel des eingereichten Konzeptes der Stadt Dortmund soll es sein, die Möglichkeiten zur Erreichung der City durch den ÖPNV und emissionsfreie Mobilität zu verbessern.

Eine Entscheidung, ob die Stadt Dortmund die Fördermittel für dieses Vorhaben erhält, wird im Herbst 2017 erwartet.