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Bild: Jesús González Rebordinos

Gemeinsam für das Borsigplatzquartier

Stadterneuerung unterstützt Eigentümer bei Wohnraumsanierung

Nachricht vom 08.09.2017

Private Immobilien prägen mit ihren Fassaden, Gärten und Innenhöfen entscheidend das Stadtbild und die Wohnqualität in der Dortmunder Nordstadt. Immer mehr private Eigentümer machen sich auf den Weg, ihre Immobilien zu modernisieren. Dabei werden sie von der Stadt unterstützt.

Rundgang Borsigplatz

Gemeinsam mit Uta Wittig-Flick, Teamleiterin Stadterneuerung Nordstadt im Amt für Wohnen und Stadterneuerung und dem Immobilienteam des Quartiersmanagements Nordstadt hat Ludger Wilde, Dezernent für Umwelt, Planen und Wohnen, durch das Quartier Borsigplatz geführt
Bild: Stadt Dortmund / Heike Thelen

Gemeinsam mit Uta Wittig-Flick, Teamleiterin Stadterneuerung Nordstadt im Amt für Wohnen und Stadterneuerung und dem Immobilienteam des Quartiersmanagements Nordstadt hat Ludger Wilde, Dezernent für Umwelt, Planen und Wohnen, durch das Quartier Borsigplatz geführt. Im Fokus standen Immobilien, die in den letzten zwei Jahren von privaten Eigentümern aufgewertet und modernisiert wurden und die die Stadt Dortmund gefördert hat. Darunter sind ehemalige Problemhäuser, die durch aufwändige Modernisierungsmaßnahmen in neuem Glanz erstrahlen, aber auch Immobilien, die lediglich eine städtebauliche Aufwertung in Form eines neuen Fassadenanstrichs und/oder einer Lichtgestaltung erhalten haben.

"Uns ist es sehr wichtig, zu zeigen, dass durch die Initiative der privaten Eigentümer das städtebauliche Erscheinungsbild der Nordstadt und der Wohn- und Freizeitwert für die Anwohnerinnen und Anwohner nachhaltig verbessert werden können", sagt Uta Wittig-Flick. "Wir als Stadt Dortmund unterstützen dieses Engagement mit Beratungsleistungen, Zuschüssen aus unserem Hof- und Fassadenprogramm sowie Bescheinigungen für steuerliche Sonderabschreibungen für Eigentümer. Die Begehung soll beispielshaft einen Eindruck vermitteln, was möglich ist."

Borsigplatz 12

Der Rundgang startet am Borsigplatz 12 mit Eigentümer Werner Hüßler. Das denkmalgeschützte Gebäude wurde komplett von innen und außen saniert. "Das Haus stand lange leer. Durch die Kernsanierung und die neue Lichtgestaltung ist es heute zu einem richtigen Leuchtturm geworden.", sagt Alexander Sbosny, der als Quartiersmanager die Maßnahme betreut hat.

Stahlwerkstraße 46

Weiter geht es zur Stahlwerkstraße 46. Dort wurden das Dach, die Fenster und die Heizungsanlage erneuert. Die Fassade wurde gestrichen und mit einer Lichtinstallation versehen. "Nach der Sanierung wirkt das Haus viel freundlicher. In den Abendstunden sorgt die Beleuchtung für ein sicheres Gefühl auf dem Gehweg", sagt Eigentümer Kenan Kendirli.

Stahlwerkstraße 46

Die Fassade der Stahlwerkstraße 46 wurde gestrichen und mit einer Lichtinstallation versehen
Bild: Stadt Dortmund / Heike Thelen

Schlosserstraße 32 und 34

In der Schlosserstraße wurden zwei Immobilien der Novet GmbH saniert. Die Beispiele zeigten, wie ehemalige städtebauliche Problemhäuser behutsam nach historischem Vorbild saniert werden können. "Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, entwicklungsfähige historische Bausubstanz zu modernisieren. So entstehen Schmuckstücke, die historisches Ambiente und modernen Wohnkomfort miteinander verbinden.", sagt Jörg Kleine, Geschäftsführer der Novet GmbH.

Ginkgohaus Robertstraße14

Nächste Station ist an der Robertstraße 14 mit Bewohner Boris Walter, auch bekannt unter dem Künstlernamen "Boris Gott". Das Häuserensemble ist bekannt als das "Ginkgo-Haus" und wurde bereits 2006 aufgewertet. Der Name "Ginkgo-Haus" ist aus dem als Bilderflut-Schmuck stilisierten Ginkgoblatt entstanden, welches großflächig auf der Giebelwand platziert ist. Auch im Hof steht ein Ginkgobaum.

Die Hofflächen der vier Häuser wurden zusammengelegt und zu einem Gemeinschaftsgarten umgestaltet. Zur Freude der Beteiligten, wird der Hof nun rege genutzt, sodass die Nachbarn zu einer guten Gemeinschaft zusammengewachsen sind.

Flurstraße 62 und Flurstraße 11

Aktuelle Einblicke in die Gebäudesanierung wurden in der Flurstraße 62 und Flurstraße 11 gewährt. Diese Immobilien werden aktuell umfassend entkernt und saniert. Zum Teil mussten marode Holzbalkendecken komplett entfernt und durch Betondecken ersetzt werden, da sie nach langem Leerstand durchgefault waren. Die alte Bossenstruktur der Erdgeschoss-Fassaden sowie die Verzierungen rund um die Fenster sind bei früheren Sanierungen verlorengegangen und werden liebevoll und aufwändig wiederhergestellt.

Es tut sich viel in der Nordstadt

"Die Aufwertungsmaßnahmen, die wir gezeigt haben, sind sehr unterschiedlich, sowohl in der Eigentümerstruktur, als auch in der Bandbreite an Maßnahmen und Standards", fasst Alexander Sbosny am Ende zusammen. "Der Fokus unserer Arbeit ist die Aktivierung und Unterstützung von Einzeleigentümern in der Nordstadt."

Fast alle gezeigten Maßnahmen wurden mit Mitteln des Hof- und Fassadenprogramms der Stadt Dortmund bezuschusst. Mit dem Programm werden unter anderem die farbliche Neugestaltung von Fassaden, die einmalige Beseitigung von Graffitischäden, die Lichtgestaltung der Fassade sowie die Begrünung und Gestaltung von gemeinschaftlich genutzten Gärten, Spiel- und Wegeflächen gefördert.

Über die genauen Förderkonditionen und Fördervoraussetzungen informiert das Quartiersmanagement Nordstadt. Dort können Interessierte sich zum Thema steuerliche Sonderabschreibungen informieren. Die Dortmunder Nordstadt ist in großen Teilen als Sanierungsgebiet ausgewiesen. Nach dem Einkommenssteuergesetz (§ 7h) gelten unter bestimmten Voraussetzungen steuerliche Begünstigungen für Eigentümer.

Stadtrat Ludger Wilde freut sich über so viel Engagement in der Dortmunder Nordstadt und die sichtbaren Erfolge der Zusammenarbeit zwischen privaten Akteuren und der Stadt: "Es tut sich was in der Nordstadt, das wird mehr und mehr sichtbar. Das Quartiersmanagement hat seit seinem Start im November 2015 mehr als 100 Eigentümer persönlich beraten und mit unseren Förderinstrumenten zahlreiche private Investitionen generiert. Ich bin mir sicher, dass wir auf einem guten Weg sind und diesen werden wir in Zukunft erfolgreich fortsetzen."

Zum Thema

Das Hof- und Fassadenprogramm und das Quartiersmanagement Nordstadt werden mit Mitteln des Bundes, des Landes NRW und der Stadt Dortmund über das Stadterneuerungsprogramm "Soziale Stadt NRW Dortmund Nordstadt" finanziert.