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Analyse

Experten sehen angespannten Wohnungsmarkt – positives Investitionsklima

Nachricht vom 11.09.2017

Der Dortmunder Wohnungsmarkt hat sich in den letzten Jahren sukzessive angespannt. Diese Beobachtung ist ein Ergebnis des Wohnungsmarktberichtes 2017. Im Gegensatz zu vergleichbaren Groß- und Universitätsstädten bleiben die Mietpreise "komfortabel".

Zeigten sich erfreut über das positive Investionsklima in Dortmund: v.l. Stadtrat Ludger Wilde, Julia Meininghaus, zuständig für die kommunale Wohnungsmarktbeobachtung, und Thomas Böhm, Leiter des Amtes für Wohnen und Stadterneuerung

Zeigten sich erfreut über das positive Investionsklima in Dortmund: v.l. Stadtrat Ludger Wilde, Julia Meininghaus, zuständig für die kommunale Wohnungsmarktbeobachtung, und Thomas Böhm, Leiter des Amtes für Wohnen und Stadterneuerung
Bild: Dortmund-Agentur / Roland Gorecki

Der Dortmunder Wohnungsmarkt hat sich in den letzten Jahren sukzessive angespannt. Der aktuelle Bericht stellt die Situation des Dortmunder Wohnungsmarktes im Jahre 2016 dar. In ihrer Einschätzung eines sukzessive angespannten Wohnungsmarktes sind sich die im Rahmen des Stimmungsbarometers befragten Experten einig. Dies gilt sowohl für das mittlere, untere und geförderte Mietpreissegment als auch für das mittlere und untere Preissegment des Eigentumsmarktes.

Wachstumstrend setzt sich fort - 601.150 Dortmunder

Der Wachstumstrend in Dortmund setzt sich auch im Jahr 2016 weiter fort. Am Stichtag 31.12.2016 lebten laut der kommunalen Statistik 601.150 Personen in Dortmund und somit 4.575 Personen mehr als im Vorjahr. Die Zahl der in Dortmund lebenden Privathaushalte erhöhte sich ebenfalls um rund 2.000 auf 315.900. Hinzu kommen 8.200 Personen in Gemeinschaftseinrichtungen, zu denen auch Flüchtlingsunterkünfte zählen. Durch die dort untergebrachten Personen wird in Abhängigkeit zu der jeweiligen Bleibeperspektive kurz- bis mittelfristig eine weitere Wohnungsnachfrage ausgelöst.

Die Nachfragegruppe, die auf Grund ihrer Einkommenssituation auf preiswerten Wohnraum angewiesen ist, wächst stetig an. Vor diesem Hintergrund wird sich die bereits in den vergangenen Jahren thematisierte Anspannung im preiswerten Segment voraussichtlich weiter verschärfen. Für Studierende wird es auf dem Dortmunder Wohnungsmarkt ebenfalls enger. Im Vergleich zu Universitätsstädten mit deutlich angespannterem Wohnungsmarkt und höherem Mietpreisniveau ist die Situation in Dortmund aber noch vergleichsweise "komfortabel".

Die strukturelle Leerstandsquote beträgt 1,7 Prozent zum Stichtag 31. Dezember 2016 und weist mit ihrer rückläufigen Entwicklung ebenfalls auf eine zunehmende Anspannung auf dem Dortmunder Wohnungsmarkt hin. Insbesondere die Reduzierung des fluktuationsbedingten Leerstandes (unter sieben Monaten) ist ein Anzeichen für die schnellere Wiedervermietung auf dem Dortmunder Mietwohnungsmarkt.

Bezahlbarer Wohn- und interessanter Investitionsstandort - Eine Auswahl weiterer Trends und Ergebnisse:

Der Trend zu steigenden Angebotsmieten im Wohnungsbestand hält weiter an und ist Ausdruck des sich weiter anspannenden Mietwohnungsmarktes in Dortmund. Der Median der Nettokaltmieten erhöhte sich von 6,00 Euro/m² (2015) auf 6,33 Euro/m² (2016).

Die steigenden Baugenehmigungszahlen zeigen das positive Investitionsklima in Dortmund

Wohnungsmarktbericht 2017

Die Angebotsmieten in Dortmund zeichnen sich im bundesdeutschen Vergleich durch ein leicht unterdurchschnittliches Niveau mit einer hohen Entwicklungsdynamik aus. Momentan halten sich damit die jeweiligen Marktvorteile aus Sicht der Mieterinnen und Mieter einerseits sowie der Wohnungswirtschaft andererseits noch die Waage, so dass Dortmund innerhalb Deutschlands als bezahlbarer Wohn- und interessanter Investitionsstandort zu bezeichnen ist.

Die Entwicklungslinien der Immobilien-Angebotspreise zeigen in allen Segmenten nach oben. So erhöhte sich beispielweise der mittlere Angebotspreis für neue frei stehende Einfamilienhäuser im Fünf-Jahres-Vergleich um 25 Prozent und erreicht nun im Median einen Wert von 375 700 Euro.

Mehr Baugenehmigungen zeigen positives Investitionsklima

Die Angebotspreise für Bestandseigentumswohnungen befinden sich im Zehn-Jahres-Vergleich auf einem konstanten Niveau mit einem leichten Anstieg im Jahr 2016 auf nun rund 1.300 Euro/m². Im Segment der neu gebauten Eigentumswohnungen ist die Preisdynamik jedoch deutlich höher. So stieg der Median der Angebotspreise in den vergangenen zehn Jahren um 36 Prozent auf aktuell rund 2.800 Euro/m², wobei im Jahr 2016 die Preise auf diesem Niveau stagnierten.

Die steigenden Baugenehmigungszahlen zeigen das positive Investitionsklima in Dortmund. Im Jahr 2016 wurden 1.794 Wohnungen genehmigt. Im Vergleich zum Jahr 2015 bedeutet dies einen Zuwachs um 33 Prozent und im Drei-Jahres-Vergleich sogar um über 50 Prozent. Die hohen Genehmigungszahlen lassen in Kombination mit dem weiterhin sehr niedrigen Zinsniveau kurz- bis mittelfristig eine rege Bautätigkeit erwarten. Die Zahl der fertiggestellten Wohnungen stieg im Vergleich zum Vorjahr leicht von 956 auf 1.016 an.

Ausreichende und vielfältige Baulandpotenziale

Dortmund verfügt über ausreichende und vielfältige Baulandpotenziale. Ende 2016 standen rund 204 Hektar Wohnbauflächen in rechtsverbindlichen und in Aufstellung befindlichen Bebauungsplänen zur Verfügung. Dort können rund 8.400 Wohnungen entstehen – 5.900 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern und 2.500 Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern. Flächenengpässe sind nicht zu erwarten.

Zum Thema

Der detaillierte Wohnungsmarktbericht 2017 steht online zur Verfügung.