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Bild: Jesús González Rebordinos

Brandschutz

Hannibal 2: "Intown" schätzt Umbau für 2 Jahre ein - Stadt hält Hilfe aufrecht

Nachricht vom 25.09.2017

Aufgrund eklatanter Brandschutzmängel musste am Donnerstag, 21. September 2017, das Hochhaus Hannibal II in Dorstfeld freigezogen werden. Betroffen sind etwa 400 Haushalte mit insgesamt 800 Personen, denen die Stadt Dortmund derzeit verschiedene Hilfsangebote bietet.

Wichtigste Informationen

  • Webseite bündelt Hilfsangebote für Bewohner
  • Fehlender Brandschutz machte sofortige Evakuierung nötig
  • Anwohner sind in Wohnungen und Gemeinsschaftsunterkünften untergebracht
  • Stadt sieht oberste Priorität im Schutz der Mieter und weitet Hilfsangebote aus
  • Stadtverwaltung und Partner betreuen Anwohner intensiv
  • Regelmäßige Anwohnerversammlung und Infobriefe informiert über aktuellen Stand
  • Anwohner finden tägl. Informationszentrum Nahe dem Hannibal vor
  • Betreiber-Firma "Intown" schätzt Behebung der Mängel nicht unter 2 Jahre

Update: Montag, 16. Oktober, 19:30 Uhr

Heute Nachmittag fand die dritte Informationsveranstaltung für die von der Räumung des Hannibals betroffenen Mieterinnen und Mieter statt. In der Stahlhalle der DASA standen Mitglieder des Krisenstabes der Stadt Dortmund und dessen Leiter, Planungsdezernent Ludger Wilde, erneut Rede und Antwort.

Nach Einschätzung der Betreiber-Firma "Intown" ist die Behebung der Mängel nicht unter zwei Jahren möglich. Die Stadt hält diese Einschätzung nach jetzigem Kenntnisstand für nachvollziehbar.

Wohnkoplex geht zurück an Eigentümer

Auf der Info-Veranstaltung führte Ludger Wilde aus, dass die Stadt Dortmund am kommenden Montag, 23. Oktober, die Gebäude, deren Nutzungsuntersagung sie im Wege einer Ersatzvornahme durchgesetzt hat, an die Eigentümerin zurückgeben wird. Die Firma "Intown" erhält zu diesem Zeitpunkt die Schlüssel des Gebäudes und damit den Besitz zurück. Die uneingeschränkte Nutzungsuntersagung bleibt bestehen. Die Betretungsregelungen kann "Intown" aufrechterhalten.

Das bedeutet für die Betroffenen: Ab diesem Zeitpunkt werden Vertreter der Firma "Intown" deren Ansprechpartner für das Betreten der Gebäude und der Wohnungen sein. Ein uneingeschränktes und dauerhaftes Betreten der Wohnungen wird weiterhin nicht möglich sein. Auch für weitere Fragen, die die Gebäude betreffen, müssen sich die Betroffenen wieder an die Verwalterin bzw. die Eigentümerin wenden.

Das Beratungszentrum der Stadt Dortmund (Wittener Straße 120a/Ecke Oberbank) bleibt bis auf Weiteres eingerichtet und geöffnet.

Auf der Veranstaltung nutzten die Betroffenen an den dafür extra eingerichteten Informationstischen ausführlich den Kontakt zu den anwesenden Vertretern von Sozialamt, Wohnungsamt, Bauordnungsamt, Jobcenter und Mieterverein, um sich über die Hilfen und Unterstützungsangebote zu informieren.

Die Stadt Dortmund wird künftig an jedem ersten und dritten Freitag im Monat einen Newsletter veröffentlichen, der über aktuelle Entwicklungen Auskunft gibt. Er wird an den bekannten Beratungsstellen und an den Eingängen zum Hannibal II ausgelegt sowie auch online veröffentlicht und auch an bekannte Adressen der Mieterinnen und Mieter verschickt werden.

Update: Montag, 9. Oktober, 19:30 Uhr

Eine zweite Informationsveranstaltung für die Mieter und Mieterinnen des Hannibal 2 hat auf Einladung von Oberbürgermeister Ullrich Sierau in der Stahlhalle der DASA stattgefunden. Teilgenommen haben daran auch Ludger Wilde, Leiter des Krisenstabes, sowie weitere Mitglieder des Krisenstabs und der Verwaltung.

Auf der Veranstaltung wurde den von der Räumung des Gebäudes Betroffenen ein erweitertes Hilfeangebot vorgestellt. Kern der erweiterten Unterstützungsangebote ist das "Beratungszentrum Hannibal 2", das ab Montag, 9. Oktober, 9 Uhr, im Zeichensaal des Creativ-Zentrums der VHS in Dorstfeld, Wittener Str. 120a/Ecke Oberbank, mit mehreren Mitarbeitern seine Arbeit aufgenommen hat. Die Aufgaben des Infopoints am Hannibal 2 werden dorthin überführt und die Hilfen erweitert. Über einen nach wie vor bestehenden Service vor Ort am Hannibal 2 werden allerdings weiterhin der Zugang zum Gebäude und Terminabsprachen zu möglichen eigenorganisierten Umzügen geregelt.

Oberbürgermeister Ullrich Sierau erläuterte den von der Räumung Betroffenen, dass die Stadt Dortmund gesetzlich gezwungen war zu handeln. Der Eigentümer der Immobilie am Vogelpothsweg hatte erneut eine Teilnahme an der Info-Veranstaltung abgelehnt. Eine bedauerliche Entscheidung, so der OB, da eigentlich der Eigentümer den Mieterinnen und Mietern Rede und Antwort stehen müsse. Man erwarte nun, dass der Eigentümer reagiere und sage, wann er die festgestellten akuten Mängel beim Brandschutz des Gebäudes abstellen wolle.

Die betroffenen Mieterinnen und Mieter nutzten die fast dreistündige Veranstaltung, zahlreiche Fragen bezüglich Hilfen und Unterstützungsangeboten zu stellen. Alle Fragen und Antworten werden dokumentiert und im Internet unter www.hannibal.dortmund.de in einigen Tagen veröffentlicht.

Oberbürgermeister Ullrich Sierau kündigte für nächsten Montag, 16. Oktober, 16.30 Uhr, eine weitere Informationsveranstaltung an. Sie findet erneut in der DASA, Stahlhalle, Friedrich-Henkel-Weg 1-25, 44149 Dortmund Dorstfeld, statt.

Update: Freitag, 6. Oktober, 14:00 Uhr

Zu einer zweiten Informationsveranstaltung lädt Oberbürgermeister Ullrich Sierau die Mieter und Mieterinnen des Hannibal 2 ein. Teilnehmen wird neben dem Oberbürgermeister auch Ludger Wilde, Leiter des Krisenstabes, und weitere Mitglieder des Krisenstabs.

Die Veranstaltung findet statt, Montag, 9. Oktober, Beginn 16.30 Uhr, in der Stahlhalle der DASA, Friedrich-Henkel-Weg 1-25, 44149 Dortmund.

Auf der Veranstaltung wird den Betroffenen ein erweitertes Hilfeangebot vorgestellt. Dazu gehört unter anderem ein neues "Beratungszentrum Hannibal 2", das ab kommenden Montag, 9. Oktober 2017, 9:00 Uhr, im Zeichensaal des Creativ-Zentrums der VHS in Dorstfeld, Oberbank 1, mit mehreren Mitarbeitern seine Arbeit aufnehmen wird. Die Aufgaben des Infopoints am Hannibal 2 werden dorthin überführt und die Hilfen erweitert.

Update: Montag, 2. Oktober, 19:30 Uhr

Auf einer Versammlung für die Mieterinnen und Mieter des "Hannibal 2" in der Stahlhalle der Dorstfelder DASA erläuterte Oberbürgermeister Ullrich Sierau den Betroffenen am Montag, 2. Oktober, noch einmal, dass es zur Räumung des Wohnkomplexes wegen der durch den Eigentümer der Immobilie verursachten akuten Brandschutzmängel keine Alternative gegeben habe. "Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht", so der OB. "Wir hatten aber keine andere Wahl."

Sind bestrebt, dass die Bewohner nach der Instandsetzung schnell wieder in die Wohnung können

Oberbürgermeister Ullrich Sierau

Über zwei Stunden diskutierten OB Sierau und Mitglieder des Krisenstabes auf der Informationsveranstaltung mit rund 150 Mieterinnen und Mietern. Sierau nannte es bedauerlich, dass der Vermieter der Immobilie, der die Zustände verursacht habe, eine Einladung zu dem Informationstreffen in der DASA ausgeschlagen habe. Ohne ihn sei die Bewältigung der Lage schwierig. Auch Ludger Wilde, Leiter des Krisenstabes, verdeutlichte erneut, dass das Abstellen der Mängel Aufgabe des Eigentümers sei. Ziel der Stadt sei es, dass das Gebäude wieder dem Wohnungsmarkt zur Verfügung stehe. Das werde allerdings eher Monate als Wochen dauern, so Wilde. Der Eigentümer müsse die Mängel aufnehmen und den Brandschutz wieder herstellen. "Das ist die ganz klare Rollenverteilung." Man bremse den Eigentümer nicht. Ganz im Gegenteil: Aktivitäten seinerseits würde die Stadt ausdrücklich begrüßen.

Verbesserte Hilfsangebote

Mieterinnen und Mieter kamen im Lauf des Info-Nachmittags mit vielen Problemen und Widrigkeiten auf die Vertreter der Stadt zu, die Rede und Antwort standen. Zum Ende des Treffens sagte OB Sierau verbesserte Hilfsangebote zu. Sie betreffen unter anderem die personelle Ausstattung des Beratungspunkts am Hannibal, individuelle Lösungen für Härtefälle beim Transport der Kinder zur Kita oder zur Schule sowie auch ein erweitertes Angebot am Hannibal für ein professionelles Umzugsmanagement. Das soll noch diese Woche greifen. Zudem erfolgte die Zusage, dass alle Betroffenen und Umzugswilligen finanzielle Hilfen bei einem möglichen Umzug bekommen. Die Möglichkeiten zur Begehung der einzelnen Wohnung sollen zeitlich ausgeweitet werden. Durch die bessere personelle Ausstattung werden auch verbesserte individuelle Beratungen geschaffen.

Zum Thema

Oberbürgermeister Ullrich Sierau vereinbarte mit den Mieterinnen und Mietern eine weitere Informationsveranstaltung. Sie soll am kommenden Montag um 16.30 Uhr stattfinden. Geprüft wird noch, ob dies wieder in der DASA möglich ist. Für den schriftlichen Kontakt wird ab sofort eine E-Mail-Adresse freigeschaltet.

Update: Freitag, 30. September, 14:30 Uhr

Nach der Räumung des Wohnkomplexes Hannibal 2 in Dortmund-Dorstfeld wegen eines absolut unzureichenden Brandschutzes des Immobilien-Eigentümers hat die Stadt Dortmund inzwischen rund 1.000 Beratungsgespräche mit den betroffenen Mietern durchgeführt. Ludger Wilde, Leiter des Krisenstabs der Stadt Dortmund, hat in einer Pressekonferenz noch einmal deutlich gemacht, dass dieses umfangreiche Unterstützungs- und Hilfsangebot aufrecht erhalten bleibt.

Mit einem erheblichen Personaleinsatz übernehmen wir gerade die Aufgabe des Eigenstümers

Ludger Wilde, Leiter des Krisenstabes

Nach wie vor besteht für die Betroffenen von 8:00 bis 20:00 Uhr die Möglichkeit, Eigentum aus ihren Wohnungen zu holen. Auch Umzüge sind durchführbar. Voraussetzung für einen geordneten Ablauf: die Betroffenen melden sich am Dorstfelder Info-Point und verabreden einen Termin. Die Stadt Dortmund weist darauf hin, dass außer den Empfängern sozialer Transferleistungen auch finanzielle Mittel für die Umzugshilfe der anderen Mietern zu Verfügung stehen. Zudem gibt es zinslose Darlehen für Mietkautionen, die möglicherweise beim Bezug einer neuen Wohnung fällig werden. Bearbeitet werden auch diese Verfahren im Sozialamt an der Luisenstraße . Der Bustransfer für die schulpflichtigen Kinder bleibt bestehen, die Mietrechtsberatung übernimmt der Mieterverein.

Nach einem Gespräch mit Vertretern des Eigentümers am Dienstag, 26. September 2017, sieht die Stadt etwas Bewegung in der Sache. So habe der Eigentümer angekündigt, eine Beratungsstelle in einem Container am Wohngebäude einzurichten. Zudem wolle er Ersatzwohnraum in Dortmund und umliegenden Gemeinden anbieten.

Ziel der Stadt Dortmund sei es, so Krisenstabsleiter Ludger Wilde heute, das Gebäude wieder über den Eigentümer nutzbar zu machen. "Wir würden uns freuen, wenn er schnell handelte und die Mängel beheben würde." Die damit verbundenen umfangreichen Baumaßnahmen seien aber eher eine Sache von Monaten denn von Wochen.

Update: Donnerstag, 29. September, 17:30 Uhr

Oberbürgermeister Ullrich Sierau am Donnerstag Abend in der Sitzung des Rates mit einem offenen Brief über den aktuellen Sachstand Hannibal 2 informiert.

Darin heißt es unter anderem, dass "In einem Gespräch am 26.09.2017 hat der Eigentümer seine Bereitschaft zur Mitwirkung an einer Lösung für seine Mieter/innen und für das Gebäude in Aussicht gestellt."

Update: Montag, 25. September, 17:30 Uhr

Nach der Evakuierung des Wohnkomplexes Hannibal 2 in Dortmund-Dorstfeld in der vergangenen Woche unterrichtete Planungsdezernent Ludger Wilde, Leiter des Krisenstabes, in einer Pressekonferenz am Montag, 25. September, über den aktuellen Stand der Dinge.

Stadt kümmert sich weiter um Mieter

Nachdem nach der Räumung des Gebäudes von den 759 dort gemeldeten Personen insgesamt 120 das Angebot der Stadt angenommen hatten, in der Helmut-Körnig-Halle zu übernachten, ist diese Unterkunft seit Samstag, 21. September, 11:00 Uhr morgens, wieder leergezogen. Ludger Wilde bedankte sich bei allen Helferinnen und Helfern, die sich dort engagiert haben. Das Wohngebäude Hannibal 2 werde weiterhin gesichert, die Schlösser seien ausgetauscht und die Feuerwehr habe die Schlüssel dazu, unterrichtete Wilde: "Wir werden das Angebot, uns um die Mieterinnen und Mieter zu kümmern, weiter aufrecht erhalten." So können Mieterinnen und Mieter auch in den nächsten Tagen, jeweils von 8:00 bis 20:00 Uhr, mit den Sicherheitskräften ihre Wohnungen betreten. Auch wird zurzeit ein Konzept zum Thema Postabholung erarbeitet.

Infopoints und Anlaufstellen

Für die betroffenen Personen hat die Stadt Infopoints und Anlaufstellen eingerichtet.

  • A: "Info-Point" am Hannibal - Erstberatung und Information vor Ort Geöffnet ab heute bis zunächst Donnerstag, 28.09.17 von 9:00 bis 16:00 Uhr, geöffnet am Freitag, 29.09.17 von 9:00 bis 13:00 Uhr. Geöffnet für alle Mieterinnen und Mieter oder deren Angehörige.
  • B: Info-Point Sozialamt Luisenstraße 11-13, 2 Etage, - Unterbringung, Fachberatung und leistungsrechtliche Entscheidungen Geöffnet ab heute bis zunächst Donnerstag, 28.09.17 von 9:00 bis 16:00 Uhr, geöffnet am Freitag, 29.09.17 von 9:00 bis 13:00 Uhr. Geöffnet für alle Leistungsempfänger nach Asylbewerberleistungsgesetz und für Menschen, die bisher keinerlei Sozialleistungen von Stadt oder Jobcenter erhalten haben. Hier können auch spezielle Bedarfs-und Lebenslagen, etwa bei Alter, Krankheit und Behinderung durch entsprechende Fachkräfte geklärt werden.
  • C: Info-Point Sozialamt Sozialbüro Innenstadt-West, Hospitalstraße 2-4 - Fachberatung und leistungsrechtliche Entscheidungen Geöffnet ab heute bis zunächst Donnerstag, 28.09.17 von 9:00 bis 16:00 Uhr, geöffnet am Freitag, 29.09.17 von 9:00 bis 13:00 Uhr. Geöffnet für alle Leistungsempfänger nach Sozialgesetzbuch Zwölftes Buch ("Sozialhilfe")
  • D: Angebote des Jobcenter Dortmund - Beratung und alle standardmäßigen Dienstleistungen nach SGB II Leistungsempfänger nach SGB II können sich an ihre gewohnten Ansprechpartner wenden ("in der Eingangszone"), d. h. für Menschen im Bereich Team "U 25" , Steinstraße 39, für geflüchtete Menschen im Integration Point und für alle anderen Menschen am Standort Südost, Am Kaiserhain 1. Die Öffnungszeiten sind den Kundinnen und Kunden bekannt, Termine können auch gesondert vereinbart werden.
  • E: Angebote der sozialen Betreuung/Begleitung - Fachkräfte der sozialen Arbeit besuchen regelmäßig Menschen, die in Wohnungen der Stadt ("Wohnraumvorhalteprogramm") oder in Übergangseinrichtungen untergebracht sind. Eine aktive Kontaktaufnahme seitens unserer Kundinnen und Kunden ist nicht erforderlich, kann aber nach Terminabsprache am Standort B) vereinbart werden.

Wenn außerhalb aller Öffnungszeiten ein akuter Unterbringungsbedarf besteht, wenden sich Betroffene unmittelbar an die Einsatzkräfte der Feuerwehr oder bei der Einsatzleitung der Security am Hannibal. Diese nehmen unverzüglich Kontakt mit der Rufbereitschaft des Sozialamtes auf, die alle Sofortmaßnahmen einleitet und die Unterbringung sicherstellt.

Möchte mich für das Verständnis der Bewohner bedanken.

Ludger Wilde, Leiter des Krisenstabes

Ludger Wilde dankte allen Betroffenen für ihr Verständnis. 303 Menschen, die nun in Übergangseinrichtungen und Wohnungen Unterkunft gefunden haben, werden von der Stadt aufgesucht. "Eine Wohnungsberatung ist zurzeit im Aufbau", so Wilde. In diesem Zusammenhang bat er mögliche Vermieter, die eine Wohnung anzubieten haben, sich direkt mit dem Wohnungsamt in Verbindung zu setzen.

Martina Raddatz-Nowack, Leiterin des Fachbereiches Schule, erläuterte, dass von den 123 betroffenen Kindern, 83 bisher nicht mit einem Schokoticket ausgestattet seien und weitere drei Kinder mit Hilfe von kleinen Bussen zur Schule gebracht würden. DSW21 wird Schokotickets zur Verfügung stellen, die die betroffenen Kinder in den jeweiligen Schulsekretariaten abholen können. Da der Fachbereich Schule bisher nicht bei allen Familien mit Kindern deren derzeitigen Aufenthaltsort in Erfahrung bringen konnte, appellierte Raddatz-Nowack sich beim Dienstleistungszentrum Bildung direkt zu melden. So kann der individuelle Transfer mit dem Bus zur Schule gewährleistet werden.

Dazu ist ein Service-Telefon unter der Nummer 0231 50-10747 geschaltet, über die die betroffenen Familien alle Informationen zum Thema bekommen. Die Hotline ist besetzt von Montag bis Mittwoch von 7:30 Uhr bis 16:00 Uhr, Donnerstag von 7:30 Uhr bis 17:00 Uhr, und Freitag von 7:30 Uhr bis 12:00 Uhr.

Update: Freitag, 22. September, 14:00 Uhr

Rund 120 der 753 Bewohner des Dorstfelder Hannibal-Hochhauses haben gestern Abend, 21. September, das Angebot der Stadt Dortmund angenommen, in der eigens dafür hergerichteten Helmut-Körnig-Halle an der Strobelallee zu übernachten. Die Stadt Dortmund hatte das Hochhaus zuvor wegen akuter Verstöße gegen den Brandschutz im Laufe des Abends leerziehen müssen.

In der Leichtathletik-Halle wurden die Bewohner von Mitarbeitern der Stadt, zahlreichen Angehörigen der Hilfsdienste und durch Ehrenamtliche versorgt. Am Morgen wurden in der Halle sowie vor dem Dorstfelder Hochhaus für die gemeldeten 753 Bewohner Infostellen eingerichtet, wo die Fragen der Bewohner beantwortet werden. Dort wird auch die weitere Unterbringung geklärt.

Wenn man Kenntnis einer Gefahrenlage hat, kann man nicht länger warten

Ludger Wilde, Leiter des Krisenstabes

Ludger Wilde, Leiter des Krisenstabes der Stadt Dortmund, hat auf einem Mediengespräch heute noch einmal deutlich gemacht, dass eine akute Gefahr in dem Haus bestanden habe und geräumt werden musste. "Wenn man Kenntnis einer Gefahrenlage hat, kann man nicht länger warten", so Ludger Wilde, der die Bewohner dafür um Verständnis bittet. Parallel geht sein Dank an alle Helfer, die die geordneten Abläufe der letzten Stunden ermöglicht haben.

Die Bewohner werden nun in 59 über das Stadtgebiet verteilten städtischen Belegwohnungen (Platz für 120 bis 150 Personen) sowie in zur Verfügung stehenden Gemeinschaftsunterkünften untergebracht. Die Bewohner werden durch Mitarbeiter der Stadt Dortmund und die Betreiber der Einrichtungen weiter betreut: die ärztliche Versorgung wird sichergestellt, ab Montag gibt es einen Schulbusbetrieb, so dass die schulpflichtigen Kinder zu ihren Schulen kommen, wo sie auch wieder abgeholt werden. Für die Bewohner entstehen im Rahmen dieser Umquartierungen keine Kosten. Sie werden dem Eigentümer der Immobilie in Rechnung gestellt.

Eigentümer der Immobilie wirkt nicht mit

Die Stadt Dortmund hat zudem begonnen, Gespräche mit Unternehmen der Wohnungswirtschaft zu führen. Erste Angebote für Wohnungen sind bereits eingegangen. Der Eigentümer der Immobilie „Hannibal 2“ und Verursacher der Missstände hat an den Hilfsangeboten bislang nicht mitgewirkt.

Bilderstrecke: Räumung Hannibal II in Dorstfeld

Räumung Hannibal II in Dorstfeld 21 Bilder
Räumung Hannibal II in Dorstfeld
Bild: Dortmund-Agentur / Roland Gorecki

Ursprüngliche Nachricht:

In der heutigen Pressekonferenz, 21. September, nahm Planungsdezernent Ludger Wilde zu der schnellen Evakuierung Stellung: "In einer Begehung am vergangenen Dienstag, 19. September, mit Feuerwehr und Bauaufsicht hat sich herausgestellt, dass durch bauliche Veränderungen die Genehmigungen auf das Brandschutzkonzept verloren gegangen ist." Eine Tiefgarage ohne Brandschutz, nicht brandsichere Leerschächte und fehlende Rettungswege haben die kurzfristige Evakuierung nötig gemacht.

Bei der letzten routinemäßigen Kontrolle wurden diese Mängel nicht festgestellt.

Geordnete Räumung

Wilde dazu: "Die Schächte sind zum Beispiel nicht wie vorgeschrieben von den Wohnungen entkoppelt, so dass im Notfall in kürzester Zeit die Wohnungen zu verrauchen drohen. Dieser Zustand machte ein unmittelbares Handeln erforderlich. Es geht um Leib und Leben".

Das Ziel ist eine geordnete Evakuierung. Für die Mieterinnen und Mietern wird an diesem Abend eine Unterbringung in der Helmut-Körnig-Halle organisiert. Sie können dort schlafen und werden mit Essen und Trinken versorgt. "Ab Morgen", erklärte der Planungsdezernent weiter, "wird für alle eine längerfristige Unterbringung gesucht." Die Mieterinnen und Mieter haben in den nächsten Tagen die Gelegenheit im Beisein von Feuerwehr und Ordnungsdienst auf ihr Hab und Gut zugreifen zu können.

Fürsorge gilt den Betroffenen

Wildes Fürsorge gilt voll und ganz den betroffenen Menschen: "Uns geht der Mieterschutz über alles. Wir sind auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Mieter eingegangen und werden für alle eine Lösung finden.“ So sind die Schülerinnen und Schüler für Morgen von der Schulpflicht entbunden. Darüber hinaus greift ein Schulbusbetrieb, der die Kinder und Jugendlichen in der Folge zu ihren jeweiligen Schulen fahren wird."

Da ein erheblicher Umbau nötig sein wird, um die Brandschutzauflagen zu erfüllen, ist die Dauer der Maßnahme noch nicht abzusehen. Seitens der Stadt werden mehrere Hundert Beschäftigte im Einsatz sein.

Der Besitzer der Immobile, Intown, war am Dienstag bei der Begehung anwesend. Die Stadt Dortmund hat dem Unternehmen die heutige Entscheidung mitgeteilt. Eine Reaktion darauf seitens des Immobilenunternehmens ist noch nicht bekannt.

Sozialamt informiert Anwohner zu Unterkünften

Ordnungsdezernetin Diane Jägers versicherte den Anwohnern noch am Abend, dass die Sicherheit im Wohnkomplex durch neue Schlösser, Versiegelung der Türen und einen Sicherheitsdienst gewährleistet würde.

Ärzte und Mitarbeiter des Gesundheitsamtes stehen Bewohnern in der Körnig-Halle bei gesundheitlichen Fragen zur Verfügung. Die Verpflegung übernehmen verschiedene Hilfsorganisationen.

In den kommenden Tagen dürfen Anwohner Hab und Gut aus den Wohnungen holen. Am Freitag, 22. September, bieten zwei Infopunkte des Sozialamtes den Anwohnern die Möglichkeit, sich über Wohnungen und die weitere Unterbringung zu infomieren. Diese Infopunkte befinden sich am Hannibal in Dorstfeld und im Notquartier Helmut-Körnig-Halle.

Zum Thema

Die Stadt Dortmund informiert bei twitter unter #DOhannibal über die aktuellen Entwicklungen: