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Bild: Jesús González Rebordinos

"Wenn Pyramiden fliegen lernen"

MKK-Weihnachtsausstellung zeigt traditionelle Weihnachtspyramiden

Nachricht vom 09.11.2017

Sie sind das Herzstück deutscher Weihnachtsdekoration: Mehr als 30 Weihnachtspyramiden aus dem Erzgebirge stellt das Museum für Kunst und Kulturgeschichte zwischen dem 11. November und 7. Januar aus. Dazu erfahren Besucher alles Wissenswerte zu Geschichte und Herstellung der Traditionsstücke.

Zwei Miniaturpyramiden

Zwei weihnachtliche Miniaturpyramiden, gebaut im Erzgebirge um 1980.
Bild: Museum für Kunst und Kulturgeschichte / Cathleen Tasler

Die Weihnachtsausstellung im Museum für Kunst und Kulturgeschichte (MKK) hat Tradition. So auch die Stücke, denen sich das Museum in diesem Jahr widmet: Weihnachtspyramiden aus dem Erzgebirge. Sie sind das Herzstück deutscher Weihnachtsdekoration, meist mehrstöckig und reich verziert. Mehr als 30 solcher Pyramiden zeigt das MKK im Erdgeschoss.

Die Ausstellung zeichnet außerdem die spannende Entwicklungs- und Kulturgeschichte der Weihnachtspyramiden nach, erklärt die Herstellungstechniken und den Aufbau der besonderen Dekoration.

Die Geschichte der Weihnachtspyramiden reicht zurück bis ins Mittelalter. Zu dieser Zeit gab es bereits einfache Lichtgestelle, die mit Papier oder immergrünen Zweigen umwickelt wurden. Erst um 1800 ersetzten die berühmten geflügelten Pyramiden aus dem Erzgebirge dieses einfachere Konstrukt.

Meist bestanden die Pyramiden aus Holz, im 19. Jahrhundert gelegentlich auch aus Pappe, Flechtwerk oder nicht entflammbaren Materialien wie Zinn, Blecht oder Draht. Produziert wurden die Pyramiden - oder sächsisch "Peremett" - meist in Häusern der ärmeren Bevölerung, die sich keinen Tannenbaum leisten konnten. Bergleute fertigten die Pyramiden als Nebenerwerb oder verschenkten sie. Bis heute bleiben solche Weihnachtspyramiden meist über Generationen in Familienbesitz.

Weihnachts-Pyramide entstanden um 1880

Ein Rübölleuchter aus der Lausitz, entstanden um 1880.
Bild: Museum Europäischer Kulturen, Staatliche Museen zu Berlin / Ute Franz-Scarciglia

Die industrielle Produktion in Serie begann um 1900, vorangetrieben durch den Fabrikanten Carl Ludwig Flemming. Klassiker sind die Stufen-, Stab- oder Göpelpyramide. Neben diesen gibt es eine Vielzahl von Sonderformen: den Pyramidenleuchter, aufhängbare Pyramiden, winzig kleine in Zündholzschachteln oder eine Walnuss gearbeitete Exemplare.

Kleine Figuren beleben die Pyramiden: Auf ihnen finden sich christliche Szenen, aber auch solche aus der Arbeitswelt der Bergleute und Bewohner des Erzgebirges. Die Gestaltung moderner Stücke orientiert sich an der Tradition, verbunden mit einem oft minimalistischen Design.

Im Schaufenster des MKK können Besucher zusätzlich selbst gebaute Pyramoiden von Schülerinnen und Schülern der Gesamtschule Scharnhorst bewundern. Unter Anleitung ihres Kunstlehrers Daniel Olligschläger haben sie frei zum Thema "Fliegende Pyramiden" gearbeitet.

Zum Thema

Es gelten die Eintrittspreise der Dauerausstellung: Erwachsene 5 Euro, ermäßigt 2,50 Euro, Kinder und Jugendliche unter 18 kostenlos.

Wer 2017 bereits eine Eintrittskarte für die Dauerausstellung von MKK, Museum Ostwall oder Brauerei-Museum gekauft hat, kann mit diesem Ticket bis Ende des Jahres beliebig oft die Dauerausstellungen in den genannten Museen besuchen.