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Museum Ostwall

Bastian Hoffmann aus Köln erhält den MO-Kunstpreis 2017

Nachricht vom 10.11.2017

Die Freunde des Museums Ostwall e.V. vergeben den vierten MO Kunstpreis "Follow me Dada und Fluxus" an Bastian Hoffmann aus Köln. Am 12. November wird der Preis im Rahmen einer Matinee im Museum Ostwall im Dortmunder U überreicht und die dazugehörige Ausstellung im MO-Schaufenster eröffnet.

Bastian Hoffmann ist Preisträger des MO Kunstpreises 2017

Bastian Hoffmann ist Preisträger des MO Kunstpreises 2017
Bild: Dortmund-Agentur / Anja Kador

Die Freunde des Museums Ostwall e.V. vergeben den vierten MO Kunstpreis "Follow me Dada und Fluxus" in Dortmund. Bastian Hoffmann aus Köln erhält den MO-Kunstpreis 2017 nach Geoffrey Hendricks aus New York, Ben Patterson aus Wiesbaden und Albert Mayr aus Wien.

Seit 2012 arbeitet der 1983 in Frankfurt a.M. geborene Künstler an durchchoreografierten Video-Tutorials in stetig wachsender Serie. Hoffmann greift in seiner Kunst das Phänomen der YouTube-Video-Tutorials (filmische Gebrauchsanweisungen im Internet) auf und führt das hier oft in Erscheinung tretende Do-It-Yourself-Prinzip mit Hang zur Selbstdarstellung ad absurdum. So zeigt er in seinem Werk "Individual Candle", wie man aus einer industriell produzierten Kerze durch Einschmelzen und Neugießen ein manuell fabriziertes Unikat herstellt. Eine weitere Videoarbeit, "permanent puddle", zeigt die praktische Anleitung zum Bau einer ganzjährig bestehenden Pfütze, die mit großem technischem Aufwand an allen möglichen Orten installiert werden kann, und unabhängig von äußeren Bedingungen ihren Wasserstand beibehält. Die Realisierung erfordert den Gebrauch eines unterirdischen Versorgungssystems, das den natürlichen Wasserverlust der Pfütze reguliert und damit ihre dauerhafte Existenz ermöglicht.

Beide Beispiele aus Bastian Hoffmanns Werk zeigen seine künstlerische, konzeptuelle Strategie: Die Anleitungen präsentieren absurde Vorhaben, skulpturale Interventionen und Antworten auf Fragen, die nie gestellt wurden.

Im Internetportal YouTube drängen sich Informationen neben Desinformationen, Unterhaltung neben philosophischen Gedanken und eine Vielzahl an Tutorials (filmische Gebrauchsanweisungen) ist abrufbar.

Die Jury wagt sich mit der Wahl des Preisträgers in die Welt von YouTube & Co. und betritt damit bewusst das Terrain jenseits des "neoavantgardistischen Horizonts".

Für den Ankauf einer Serie von sechs Videos stellen die Freunde des MO insgesamt 10.000 Euro zur Verfügung. Am 12. November wird der MO-Kunstpreis 2017 im Rahmen einer Matinee im Museum Ostwall im Dortmunder U überreicht und die dazugehörige Ausstellung im MO-Schaufenster eröffnet. Die Ausstellung wird – wie auch in den vergangenen Jahren – von Dr. Nicole Grothe, Leiterin der Sammlung des Museums Ostwall, kuratiert.

Ziele des MO-Kunstpreises

Der MO-Kunstpreis wird jährlich durch die Freunde des Museums Ostwall e.V. vergeben. Ziel ist es, den Sammlungsbestand des Museums Ostwall im Bereich Fluxus kontinuierlich zu erweitern und zu stärken und auch zeitgenössischen Entwicklungen dieser Kunstform Rechnung zu tragen. Durch spektakuläre Ankäufe, Schenkungen und Ausstellungen ist das Museum Ostwall im Dortmunder U in den letzten Jahren zu einer bedeutenden Institution für Fluxus und verwandte Kunstformen geworden. Im Bestand des Hauses befinden sich heute ca. 1500 Werke (inkl. Dauerleihgaben), die dem Publikum – neben Werken anderer Kunstströmungen – in der einmal jährlich wechselnden Schau "Sammlung in Bewegung" präsentiert werden. Durch den MO-Kunstpreis, der jeweils mit der Erwerbung eines Kunstwerkes durch die Freunde des Museums Ostwall einher geht, wird dieser Bestand kontinuierlich ausgebaut. Folgende Grundsätze leiten dabei die Jury in ihrer Entscheidung:

  • Der MO-Kunstpreis wird mit dem Ziel vergeben, internationale Künstlerinnen und Künstler zu fördern, die in ihren Werken und Ideen die Bewegung von Dada, Fluxus und Konzeptkunst aufgreifen und lebendig halten.
  • Der MO-Kunstpreis in Höhe von 10.000 Euro wird jedes Jahr vergeben werden und ist offen für alle künstlerischen Medien einschließlich performativer Arbeiten.
  • Das mit dem Preisgeld angekaufte Werk soll den Sammlungsschwerpunkt Fluxus im Museum Ostwall aktualisieren und stärken.
  • Die Preisträgerin oder der Preisträger wird mit seinen Arbeiten in der Ausstellungsreihe "MO-Schaufenster" vorgestellt
  • Der Kunstpreis soll in der Metropolregion Ruhr mit Werken, Projekten und Aktionen ein Zeichen der Offenheit für die internationale Kunstszene setzen und damit einen weiteren kulturellen Beitrag zum Strukturwandel erbringen.