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Bild: Jesús González Rebordinos

Kunst

Museum Ostwall neu gedacht - Ausstellung nimmt Bezug zum Alltag

Nachricht vom 10.11.2017

Mit der Wiedereröffnung am Sonntag, 12. November, präsentiert das Museum Ostwall seine Sammlung neu - und verbindet Kunst und Besucher auf eine besondere Weise. "Fast wie im echten Leben" zeigen Künstler ein Abbild der Realität, die mehr mit unserem Alltag zu tun hat, als gedacht.

"Fast wie im echten Leben" ist der Titel, unter dem Kuratorin Dr. Nicole Grothe - hier mit U-Leiter Edwin Jacobs - und die Sammlung des MO neu konzipiert hat

"Fast wie im echten Leben" ist der Titel, unter dem Kuratorin Dr. Nicole Grothe - hier mit U-Leiter Edwin Jacobs - und die Sammlung des MO neu konzipiert hat
Bild: Dortmund-Agentur / Anja Kador

Was eine expressionistische Landschaft aus den 1910er Jahren mit unserem heutigen Alltag zu tun hat? Mehr als gedacht, zeigt die neue Sammlungspräsentation "Fast wie im echten Leben" des Museum Ostwall (MO) im Dortmunder U. Die Ausstellung stellt eine überraschende Verbindung zwischen unserer Lebensrealität und der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts her.

Was sehen wir bei einem Ausflug ins Grüne? Leuchtende Berge und Täler, wie Alexej von Jawlensky sie 1912 malte? Industrielandschaften im Umbruch wie Matthias Koch, der 2009 den Umbau des ehemaligen Zechengeländes Phoenix-Ost in ein Wohn- und Naherholungsgebiet festhielt? Oder hübsch zurecht gemachte Stadtmenschen beim Spaziergang im Park, wie August Macke sie seinerzeit mit dem Pinsel einfing?

Verschiedene Themenräume mit Titeln wie "Ausflug ins Grüne" oder "Freund oder Feind" laden die Besucher ein, das eigene Leben mit der Bildwelt von Künstlern aus über 100 Jahren Kunstgeschichte zu konfrontieren.

Dadurch ermöglicht das Museum Ostwall seinen Besuchern eine naheliegende und trotzdem überraschende Erfahrung: Die Arbeit von Künstlern findet nicht im luftleeren Raum, sondern in derselben Lebensrealität statt, die wir alle mit ihnen teilen.

Dabei werden junge Menschen Wolf Vostells Stacheldraht-Installation "TEK" wohl anders wahrnehmen als Zeitzeugen des zweiten Weltkriegs. Menschen mit Fluchtgeschichte werden Werke zum Thema "Krieg" anders erfahren als ein Jugendlicher, der in Deutschland aufgewachsen ist.

Unsere Lebenswelt bestimmt die Art, wie wir Kunst sehen

Kunst ist also eine besondere Art, die Welt zu sehen - und gleichzeitig bestimmt unsere Lebenswelt die Art, wie wir Kunst sehen. Wer Freude an dieser Begegnung hat, wird danach seine eigene Welt mit anderen Augen sehen.

Die neue Präsentation der Werke ist der erste Schritt in einem Prozess, der zum Ziel hat, die Sammlung und das Museum als Institution neu zu denken. Kuratorin Nicole Grothe und ihr Team sehen die aktuelle Neugestaltung als "work in progress". Im kommenden Herbst wird ein zweiter Schritt folgen. Die Verändeurng der Architektur hin zu luftigeren Räumen wird durch Spuren am Boden sichtbar.

Im Rahmen der Sammlungsneupräsentation "Fast wie im echten Leben", haben Besucher ab dem 14. November die Möglichkeit, Mitarbeitern des Museums Ostwall am mobilen Arbeitsplatz in der Ausstellungsfläche (Ebene 4) über die Schulter zu schauen, anzusprechen und so einen kleinen Einblick in die tägliche Arbeit und den Museumsbetrieb zu bekommen.

Dies ist möglich

  • dienstags, 14:00-17:00 Uhr, Gabriele Gabert, FSJ-lerin der MO Kunstvermittlung
  • mittwochs, 14:00-16:00 Uhr, Antje Utermann, Freunde des Museums Ostwall e.V.
  • donnerstags, 11:00-13:00 Uhr und 13:30-15:00 Uhr, Barbara Hlali, MO Kunstvermittlung
  • freitags, 11:00-13:00 Uhr und 13:30-16:00 Uhr, Nicole Grothe, Kuratorin der Sammlung des MO

Zum Thema

Die Ausstellungen eröffnen am Sonntag, 12. November, um 11 Uhr im Innogy Forum des Dortmunder U (Kino im U). An diesem Termin wird nicht nur die neue Sammlungspräsentation vorgestellt, sondern auch der MO-Kunstpreis 2017 verliehen. Preisträger ist in diesem Jahr Bastian Hoffmann, von dem ebenfalls einige Werke zu sehen sind.