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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Nordstadt und Indupark

XXXLutz und Segmüller planen Möbelhäuser in Dortmund

Nachricht vom 09.01.2018

Der Stadt Dortmund liegen derzeit zwei Bau-Anfragen von Möbelhäusern vor: Zum einen plant XXXLutz in der nördlichen Innenstadt an der Hildastraße und zum anderen Segmüller am Sorbenweg im Stadtbezirk Lütgendortmund.

Das im nördlichen Teil der Bornstraße (Ecke Hildastraße) geplante Möbelhaus soll von XXXLutz betrieben werden. Das Vorhaben umfasst eine Verkaufsfläche von 40.000qm, wovon 37.500qm auf nicht-zentrenrelevante - d.h. für die Nahversorgung unwichtige - Sortimente entfallen (davon 34.180qm Möbel, Küchen). Auch sind auf 50qm ein Bäcker und ein Kiosk geplant.

Das am Sorbenweg zwischen dem Sondergebietsstandort Indupark und dem Autobahnkreuz Dortmund-West geplante Möbelhaus soll von der Firma Segmüller betrieben werden. Das Vorhaben umfasst eine Verkaufsfläche von 45.000qm, wovon 42.500qm auf nicht-zentrenrelevante Sortimente (davon 37.500qm Möbel inklusive Küchen und Elektrogroßgeräte) entfallen.

Damit sind die geplanten Möbelhäuser etwa so groß wie vergleichbare Möbelanbieter in der Region (Ostermann in Witten, Hardeck in Bochum, Zurbrüggen in Unna).

"Nach Realisierung der beiden Möbelhäuser kann damit die in Dortmund vorhandene Kaufkraft, von der derzeit ca. 40 Prozent aus Dortmund in die Nachbarstädte abfließt, vor Ort gebunden werden", so Stadtsprecherin Heike Thelen. "Zudem würde ein Zugewinn aus dem Umland erfolgen. Im Sinne der zentralörtlichen Gliederung entspricht ein Kaufkraftzufluss im Bereich Möbel der Funktion Dortmunds als Oberzentrum."

Gutachten: Keine städtebaulich relevanten Auswirkungen

Die konkreten Auswirkungen im Möbeleinzelhandel wurden für beide Vorhaben durch Gutachten untersucht. Für das Planvorhaben an der Hildastraße wurde ein Verträglichkeitsgutachten erstellt. Als grundsätzliches Ergebnis kann festgehalten werden, dass für die untersuchten zentralen Versorgungsbereiche in Dortmund und in der Region keine städtebaulich relevanten Auswirkungen zu erwarten sind.

Am Sorbenweg ergibt sich im Wesentlichen: Durch das Angebot von für die Nahversorgung relevanten Waren (Haushaltswaren, Glas/Porzellan/Keramik, Heimtextilien) in Einrichtungshäusern sind die Wirkungen in den zentralen Versorgungsbereichen niedrig. Daher können städtebauliche Auswirkungen ausgeschlossen werden. "Auch für die strukturprägenden großen Möbelhäuser der Region, die an dezentralen Standorten ansässig sind, können existenzgefährdende Auswirkungen ausgeschlossen werden", so das Gutachen.

Veträgliche Koordinierung des Verkehrs

Für das Möbelhaus am Sorbenweg gibt es eine erste verkehrliche Untersuchung. Der Gutachter hat für den Planfall Analyse und Zusatzverkehr sowohl für den Werktag als auch für den Samstag nachgewiesen, dass mit Anpassungen an mehreren Lichtsignalanlagen im Indupark sowie baulichen Anpassungen an den Knotenpunkten Borussiastraße / Abfahrt A40 / Kleyer Weg und Borussiastraße/Brennaborstraße / Zeche Oespel der zusätzliche Verkehr verträglich abgewickelt werden kann. Für die Zufahrt Sorbenweg von der Brennaborstraße muss eine neue Ampel eingerichtet werden.

Für das Möbelhaus an der Hildastraße liegt noch keine abschließende Verkehrsuntersuchung vor. Im Rahmen der Verkehrsprognose 2025 für den Bebauungsplan InN 219 (u.a. Planung für die sog. Hoeschallee – Nordspange) und das Verkehrskonzept der Westfalenhütte ist aber grundsätzlich die Verkehrsmenge für ein entsprechend großes Möbelhaus unterstellt worden. Durch bauliche Anpassungen (Spurergänzungen bzw. -verlängerungen) am Knoten Bornstraße/Hildastraße kann der Verkehr verträglich koordiniert werden. Ob dies auch für einen Zwischenzustand (ohne Nordspange) möglich ist, muss noch untersucht werden.

Für die Errichtung beider Möbelhäuser sind im Rahmen der Bebauungsplanverfahren die verkehrlichen Auswirkungen detaillierter zu untersuchen.

Vorab-Abstimmung in der Region

Derzeit findet die Vorab-Abstimmung in der Region (östliches Ruhrgebiet) und innerhalb der Stadt Dortmund statt. Die beiden Vorhaben sind bereits in den Arbeitskreis für das Regionale Einzelhandelskonzept für das östliche Ruhrgebiet (REHK) eingebracht worden. Ein regionaler Konsens konnte im Arbeitskreis nicht erzielt werden. Von den insgesamt 22 vertretenen Kommunen lehnen fünf Kommunen die beiden Vorhaben ab. Diese Kommunen haben gemeinsam, dass sie alle über strukturprägende Möbelhäuser auf ihrem Stadtgebiet verfügen. Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, auch ohne den regionalen Konsens der Nachbarkommunen die Bauleitplanung zu beginnen.

Zum Thema

Zur weiteren Realisierung der beiden Vorhaben sind Änderungen im Regionalplan, der vom RVR erstellt wird, und im Flächennutzungsplan der Stadt Dortmund nötig. Bislang gelten beide Flächen als Gewerbe- und Industriegebiet und nicht als Sonderbaufläche für großflächigen Einzelhandel.

Danach folgt der Bebauungsplan, in dem die Stadt festlegt, welche Sortimente und in welcher Größenordnung verkauft werden dürfen.