Dortmund überrascht. Dich.
Friedensplatz altes Stadthaus

Nachrichtenportal

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Arbeitsmarkt

Beschäftigung in Dortmund erreichte 2017 neues Rekord-Hoch

Nachricht vom 12.01.2018

Die Arbeitslosigkeit war 2017 so niedrig wie seit elf Jahren nicht mehr, wie die Agentur für Arbeit Dortmund mitteilt. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote lag bei 11,1 Prozent. Auch die Jugendarbeitslosigkeit sank auf ein Jahrzehnt-Tief.

Agentur für Arbeit Dortmund

Die Agentur für Arbeit und das Jobcenter Dortmund ziehen für 2017 eine positive Bilanz.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Agentur für Arbeit Dortmund

Im Jahresdurchschnitt 2017 waren 34.100 Personen in Dortmund arbeitslos - 1.840 Personen weniger als 2016. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote lag 2017 bei 11,1 Prozent und damit 0,7 Prozentpunkte niedriger als im Durchschnitt des Vorjahres mit 11,8 Prozent.

Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in Dortmund hat sich 2017 positiv entwickelt: Im Juni 2017 lag diese bei 231.529 Personen und damit um 7.860 Personen bzw. um 3,5 Prozent höher als im Juni 2016. Besonders positiv war der Trend bei der Teilzeitbeschäftigung (+7,2 Prozent), der Beschäftigung von Ausländern (+12,9 Prozent) und bei älteren Menschen zwischen 55 bis unter 65 Jahren (+6,4 Prozent).

Gute Chancen für junge Menschen mit guter Ausbildung

Auch haben insbesondere junge Menschen unter 25 haben von dem Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt profitiert. "Im Dezember waren 2.554 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet", erklärt Martina Würker, Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Dortmund. Gut ausgebildete junge Menschen hätten derzeit gute Chancen am Arbeitsmarkt. Mit einem Jahresdurchschnitt von rund 3.050 arbeitslosen Jugendlichen und einer durchschnittlichen Arbeitslosenquote von 9,7 Prozent befand sich die Jugendarbeitslosigkeit 2017 auf einem Jahrzehnt-Tief. "Die Zahl der arbeitslosen jungen Erwachsenen unter 25 Jahren ist um 13,8 Prozent - bei den unter 20-Jährigen sogar um 14,7 Prozent - im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen", berichtet der Geschäftsführer des Jobcenters Dortmund, Frank Neukirchen-Füsers.

In der Gesamtheit hat der Arbeitsmarkt in Dortmund aufnahmefähiger als im Vorjahr gezeigt: Mit über 23.000 offenen Stellen hat sich das Angebot in 2017 im Vergleich zum Vorjahr über zehn Prozent gesteigert, wie die Agentur für Arbeit Dortmund mitteilt.

Rund 7.000 Geflüchtete fanden 2017 Arbeit

Die Ankunft zahlreicher Menschen mit Fluchthintergrund hat der Arbeitsmarkt 2017 in Dortmund gut auffangen können. Rund 7.000 geflüchtete Personen fanden eine Arbeit.

Dass viele Geflüchtete auch am Arbeitsmarkt eine Perspektive gefunden haben, liegt auch an der positiven Einstellungsbereitschaft vieler Unternehmen.

Martina Würker

"Viele Geflüchtete sind äußerst motiviert. Sie haben das ganze Jahr genutzt, um Sprach-, Integrations- und Qualifizierungskurse zu besuchen. Dass viele geflüchtete Menschen auch am Arbeitsmarkt eine Perspektive gefunden haben, liegt auch an der positiven Einstellungsbereitschaft vieler Unternehmen in Dortmund. Ohne diese wäre das nicht möglich gewesen, hier müssen wir weiter ansetzen“, so Würker.

Niedrigste Quote von ALG II-Empfängern seit Bestehen des Jobcenters

Neben der Agentur für Arbeit Dortmund, zieht auch das Jobcenter Dortmund eine positive Bilanz für 2017. Zum Jahresende waren im Jobcenter Dortmund 2.852 Personen weniger arbeitslos gemeldet als im Vorjahresmonat. "Die Quote der Arbeitslosengeld II-Empfänger ist im Verlauf des Jahres 2017 auf 8,6 Prozent gesunken und damit nicht nur einstellig, sondern die niedrigste Quote seit Bestehen des Jobcenters Dortmund“, kommentiert Frank Neukirchen-Füsers. "1.638 Langzeitarbeitslose konnten die die neuen Beschäftigungsmöglichkeiten für sich nutzen. Der Gesamtbestand der Langzeitarbeitslosen hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 11,1 Prozent auf 13.128 verringert", so Neukirchen-Füsers weiter.

Langzeitarbeitslosigkeit und demografischer Wandel bleiben Herausforderung

Die Reduzierung der Langzeitarbeitslosigkeit für Dortmund bleibt eine Herausforderung. Durch die guten konjunkturellen Eckdaten, ist die Langzeitarbeitslosigkeit in 2017 zwar erneut gesunken, sie bleibt mit durchschnittlich 14.227 Personen aber auf einem hohem Niveau.

Ein weiteres Problem für den Arbeitsmarkt ist der demografische Wandel, der 2018 weiter voran schreitet. Dann gehen die ersten "Babyboomer" in den Ruhestand. "Der Blick in die Zukunft zeigt, dass wir in Dortmund mehr in die Ausbildung von Fachkräften investieren müssen", erklärt Würker. In den kommenden zehn Jahren scheiden in Dortmund rund 40.638 Menschen aus dem Erwerbsleben aus, unter ihnen knapp 22.533 Fachkräfte. Würker dazu: "Menschen ohne berufliche Ausbildung können mit Qualifizierungen zu leistungsfähigen Fachkräften werden. Und junge Menschen mit nicht so guten Zeugnissen durch individuelle Förderung zum nachgefragten Fachkräftenachwuchs. Wichtig ist es, ihnen Chancen zu ermöglichen."

Zum Thema

Die Agentur für Arbeit in Dortmund hat für den Dezember 2017 erneut einen Rückgang der Arbeitslosigkeit vermeldet. 31.498 Menschen zählte die Behörde, dies entspricht einer Quote von 10,2 Prozent. Die Jugendarbeitslosigkeit ist zudem auf einem historischem Tiefstand.