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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Forschungsprojekt E-Mobilität

Parken und Laden im Kreuz- und Klinikviertel - Allianz Smart City bewirbt sich um Fördermittel

Nachricht vom 26.01.2018

Die Allianz Smart City Dortmund ist ein Zusammenschluss von Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Stadtverwaltung. Eines der Ziele der Allianz ist die Förderung von Elektro-Mobilität. Eine Idee ist die App "Puls", für deren Entwicklung sich die Allianz um Fördergelder des Bundes beworben hat.

Parkende Autos im Kreuzviertel

Die Suche nach einem freien Parkplatz kann im Kreuzviertel länger dauern.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Katharina Michels

Ausgangsproblem: die angespannte Parksituation im Kreuz- und Klinikviertel. "Eine Studie des Planungsamtes hat gezeigt, dass in diesen Vierteln viele Hinterhofparkplätze und Garagen tagsüber nicht als Stellplatz genutzt werden", erklärt Michaela Bonan, Leiterin des Projektbüros "Smart City" und des Projektes "Nordwärts". Und genau da setzt die Idee zur App "Puls - Parken und Laden in der Stadt" an: Diese zumindest zweitweise ungenutzten Parkplätze könnten anderen Autos als Stellplatz dienen - und als Ladestation für Elektro-Autos.

Parken und Laden in einem

Über die App könnten die Nutzer, das heißt die Eigentümer oder die Mieter, des Privatparkplatzes ihren Platz bzw. ihre Garage anbieten - zum Beispiel für den Zeitraum, in dem sie selbst mit dem Auto unterwegs sind. Das Prinzip: Parkplatz-Sharing. "Für Köln existiert bereits eine solche App. Die Allianz Smart City denkt bei diesem Projekt aber nicht nur an die Parkplatznot. Wir haben uns auch die Frage gestellt: Wie können sich die Quartiere in Dortmund auf E-Mobilität umstellen? Also brauchen wir ein System, was beide Aspekte zusammenbringt", so Bonan.

Ladeboxen und Sensoren

Da setzt die Idee der Allianz Smart City an: Die angebotenen Parkplätze sollen mit Ladeboxen für E-Autos versehen werden. In Garagen könnten solche Boxen direkt an der Garagenwand befestigt werden, bei offenen Stellplätzen an Hauswänden. Diese Boxen wären kompakter als die üblichen Ladesäulen. Außerdem würden an den Parkplätzen Sensoren angebracht werden, die der App mitteilen, ob der Platz belegt oder frei ist, so wie beim Pilotprojekt "Park & Joy".

Förderantrag bei der Bundesregierung

Die App "Puls" kann aber nur in die Entwicklung gehen, wenn die Allianz Fördermittel der Bundesregierung erhält. "Es handelt sich dabei um ein Forschungs- und Entwicklungsprojekt, zu dem wir eine Projektskizze erstellt haben. Mit dieser haben wir uns um Fördermittel zur Förderung von Elektro-Mobilität der Bundesregierung beworben", erklärt Michaela Bonan. Ungefähr im März erhalte die Allianz Bescheid, ob es in die nächste Phase gehe. "Dann wird ein Vollantrag eingereicht", so Bonan. Ungefähr Mitte des Jahres werde schließlich entschieden, ob der Antrag auf rund zwei Millionen Euro Fördergelder bewilligt wird oder nicht. "Wir wünschen uns natürlich, dass wir das Projekt verwirklichen können. Wir sind in jedem Fall gut aufgestellt, haben bedeutende Partner und beeindruckende Ideen an Bord." Neben der Idee zu "Puls" hat sich die Allianz noch mit vier weiteren Projektskizzen um Fördermittel beworben.

An der Allianz Smart City Dortmund sind ca. 120 Unternehmen beteiligt. Dazu gehört auch "Innogy", welches die Ladeboxen zu den Parkplätzen bereitstellen würde. Für die 'Vermieter' der Parkplätze würden keine Kosten entstehen. Im Gegenteil: Mit der Bereitstellung könnten Einnahmen erzielt werden. Es müssen nicht zwangsläufig die Eigentümer der Parkplätze - wie Wohnungsunternehmen oder Privatvermieter - sein, die die Parkplätze bereitstellen. "Mit Mietern könnten Nebenabreden vereinbart werden. In anderen Städten ist das gang und gäbe", so Bonan. Circa 50 Parkplätze würden angestrebt.

Wenn die Förderung des Projektes bewilligt wird, muss die App nach maximal zweieinhalb Jahren fertig gestellt sein. Denn der Zeitraum der Bewilligung umfasst drei Jahre. In dieser Zeit müsste die App auch in die Erprobungsphase gehen, um fundierte Erkenntnisse zu gewinnen und daraus Konsequenzen für die Zukunft zu ziehen.

Bürgerbeteiligung

"Als 'Pilotgebiet' haben wir bewusst das Kreuz- und Klinikviertel ausgewählt, denn dort ist die Parksituation besonders schwierig", erklärt Bonan. Als wissenschaftlicher Berater an dem Projekt beteiligt ist unter anderem Dr. Jan Fritz Rettberg von der Technischen Universität Dortmund. Falls das Projekt umgesetzt wird, wäre es die Rolle der Stadtverwaltung, Beteiligungsverfahren für die Bürger durchzuführen, erklärt Michaela Bonan. Info-Veranstaltungen, Workshops und andere Formen der Bürgerbeteiligung wären möglich. Die Allianz möchte sich allen möglichen Hindernissen stellen, und begrüßt Verbesserungsvorschläge. "Wir wünschen uns die 'abers'. Wir brauchen die 'abers', damit wir sie durch Ausrufezeichen ersetzen können."

Zum Thema

Die Allianz Smart City Dortmund ist eine Initiative der Industrie- und Handelskammer zu Dortmund, der Stadt Dortmund mit dem Projekt "Nordwärts" sowie der Leitstelle Energiewende Dortmund. Die Allianz dient als Plattform, die es Unternehmen und Wissenschaft ermöglicht, gemeinsame Geschäftsfelder, Technologien und Netzwerke der Zukunft für sich zu erschließen.