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Bild: Jesús González Rebordinos

Integrationsnetzwerk

Zweites Büro "lokal willkommen" eröffnet für Mengede und Huckarde

Nachricht vom 09.02.2018

Das Dortmunder Integrationsnetzwerk "lokal willkommen" wird ausgeweitet. Ein Willkommen-Team wird Flüchtlinge auch in Mengede und Huckarde künftig dabei unterstützen, sich nach dem Auszug aus den Übergangseinrichtungen in eine Wohnung im Stadtteil zu integrieren.

v.l. Anne Rabenschlag (Diakonie), Tanja Smolka und Willi Willeke (lokal willkommen), Birgit Zoerner und Wilhelm Tölch (Bezirksbürgermeister Mengede)

v.l. Anne Rabenschlag (Diakonie), Tanja Smolka und Willi Willeke (lokal willkommen), Birgit Zoerner und Wilhelm Tölch (Bezirksbürgermeister Mengede)
Bild: Stadt Dortmund / Anke Widow

Das "lokal willkommen" für Mengede und Huckarde eröffnete am Freitag, 9. Februar, im Noah-Gemeindehaus an der Westerfilder Straße 11a. Das Büro ist zugleich eine Anlaufstelle für Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren oder ihre Anregungen und Wünsche rund um das Thema "Integration" mitteilen möchten.

Mit der Eröffnung des zweiten Standorts nimmt das Erfolgsmodell "lokal willkommen" seine Fortsetzung: Im Oktober 2016 startete die Stadt Dortmund das Pilotvorhaben in den Stadtbezirken Brackel und Aplerbeck mit einem Ladenlokal am Brackeler Hellweg.

Hilfe bei Problemen im Alltag

Ziel ist die Förderung der Integration von Flüchtlingen direkt an ihrem Wohnort, dezentral und unkompliziert. Die Mitarbeiter stehen Flüchtlingen, die in den Stadtbezirken eine eigene Wohnung bezogen haben, bei Problemen und Fragen im Alltag mit Rat und Tat zur Seite.

Daneben knüpfen sie ein Netzwerk aus haupt- und ehrenamtlich Tätigen, wobei sie die bereits vorhandenen Unterstützungsstrukturen nutzen, aber auch Integrationshemmnisse identifizieren und auszuräumen versuchen.

Gut investierte Zeit, befanden Sozialdezernentin Birgit Zoerner und der Rat der Stadt Dortmund, der das Projekt bereits vor Abschluss der Pilotphase als so erfolgreich einstufte, dass im Herbst 2017 die Eröffnung von zwei weiteren Standorten beschlossen wurde.

Nach Vorbild der Seniorenbüros ist auch das "lokal willkommen"-Büro paritätisch besetzt mit je einem Mitarbeiter der Stadt Dortmund und eines Wohlfahrtsverbands, in diesem Fall des Diakonischen Werks Dortmund und Lünen.

Bieten praktische und unbürokratische Unterstützungsdienstleistungen

Sozialdezernentin Birgit Zoerner

Sprechstunden, Willkommens-Hausbesuche, runde Tische, Netzwerke knüpfen – dies sind die Arbeitsfelder des neuen Teams. Das Büro wird Anlaufstelle sowohl für Flüchtlinge als auch interessierte Bürger sein. Auch am neuen Standort wird es in erster Linie darum gehen, Kooperationspartner in den Bezirken zu finden, die bei Themen wie Einschulung, Kindergartenplatz, Geburt, Arbeitssuche, Strom- und Gasvertrag, ÖPNV-Ticket etc. behilflich sein können.

In den Sprechzeiten sollen kleinere Probleme so weit wie möglich geklärt oder an die richtige Stelle weitervermittelt werden. Und das nicht nur auf Deutsch. Arabisch, Englisch und Farsi etwa sind Sprachen, die in dem neuen Büro verstanden und gesprochen werden.

Angebote von Flüchtlingen wahrgenommen

Nach der Pilotphase profitiert der neue Standort von den in Brackel gewonnenen Erkenntnissen und Erfahrungen. Die Basisangebote sind identisch, die Umsetzung wird in Abstimmung mit den Bezirksvertretungen und den aus der Flüchtlingshilfe bekannten Akteuren der runden Tische an die lokalen Besonderheiten angepasst.

"Gelungene Integration ist kein Selbstläufer"

"Viele Flüchtlinge wünschen sich eine möglichst schnelle Arbeitsmarktintegration, Teilhabe an Bildungs-, Sport- oder Kulturangeboten, allgemeine gesellschaftliche Integration und Partizipation. Doch selbst wenn sie ihren Neustart in Deutschland noch so engagiert angehen, ist eine gelungene Integration kein Selbstläufer", so Diakoniegeschäftsführerin Anne Rabenschlag.

Und Sozialdezernentin Birgit Zoerner erläutert: "Die Stadt ist gut beraten, den Prozess aktiv zu gestalten, das neue Miteinander positiv vor Ort zu begleiten, Brücken zu bauen und für alle Beteiligten praktische und unbürokratische Unterstützungsdienstleistungen anzubieten."

Zum Thema

Entsprechend gut wurde das Pilotprojekt angenommen – von Flüchtlingen, Netzwerkpartnern und Ehrenamtstätigen ebenso wie von Medien, Politik und Fachöffentlichkeit. Es erfuhr sogar überregionale Beachtung und wurde ausgezeichnet.