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Bild: Jesús González Rebordinos

Fritz-Hüser-Institut

Literatur-Tagung: Wissen über Bergbau in die Zukunft mitnehmen

Nachricht vom 05.03.2018

Rund 100 Interessierte lernten bei der Tagung "Leben in der Arbeitslandschaft – Narrationen des Ruhrbergbaus" verschiedene Betrachtungsweisen auf und einen wissenschaftlichen Einblick in die Erzählweisen der Montanära kennen.

Tagung zum Ruhrbergbau

Oberbürgermeister Sierau (2.v.r.) eröffnete die Tagung
Bild: Dortmund-Agentur / Gaye Suse Kromer

Kulisse und Ort der wissenschaftlichen Veranstaltung, die am 2. und 3. März als Kooperation der Fritz-Hüser-Institutes für Literatur und Kultur der Arbeitswelt (FHI) und des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) stattfand, war das "Schloss der Arbeit" – wie das LWL-Industriemuseum Zeche Zollern in Dortmund auch genannt wird. LWL-Direktor Matthias Löb würdigte den Veranstaltungsort nicht nur als geeignet, weil hier Bergbau betrieben worden sei, sondern auch weil das Fritz-Hüser-Institut hier seine Heimat hat. "Seit über 10 Jahren", so Löb, "leben wir nicht nur auf demselben Gelände in Nachbarschaft, sondern haben auch inhaltliche Berührung."

Das FHI – eine wissenschaftliche Einrichtung der Stadt Dortmund – dokumentiert und sammelt die Zeugnisse zur Literatur der Arbeitswelt, zur Arbeiter- und Bergarbeiterliteratur und zur Arbeiterkulturbewegung.

Erinnerungsschatz der Region

Oberbürgermeister Ullrich Sierau betonte die Notwendigkeit, die Geschichte des Bergbaus und das Wissen darum, in die Zukunft mitzunehmen. "Die Region war lange Zeit das industrielle Herz der Region und das Fritz-Hüser-Institut beherbergt heute mit seinem umfangreichen Archiv einen großen Erinnerungsschatz für die Region." Der Bergbau war identitätsstiftend und auch nach der Schließung der Zechen im Ruhrgebiet, ist diese Vergangenheit für die Menschen heute noch prägend.

Sierau bedankte sich für die Ausrichtung der Tagung, die so wichtig sei, weil "wir damit Perspektiven formulieren für die Zukunft". Es gelte, die Haltungen von damals für die Zukunft umzuschreiben, "damit wir erfolgreich sind", so Sierau. Das von der RAG-Stiftung geförderte Drittmittelprojekt "Steinkohlebergbau in der Literatur" machte es möglich, mit Arnold Maxwill einen Literaturwissenschaftler für die Umsetzung der Tagung gewinnen zu können.

Region über Literatur neu entdecken

In insgesamt acht Sektionen beschäftigte sich die Veranstaltung unter anderem mit Fragen darüber, welche kulturellen Diskurse der Ruhrbergbau prägen konnte, und welche Narrative noch heute diese Region dominieren. Von besonderer Bedeutung aber war Literaturwissenschaftler Arnold Maxwill, verantwortlich für Konzeption und Organisation der Tagung, der Seitenblick auf die Bilder vom Ruhrbergbau auch in den anderen Künsten: "Ich habe die Erwartung, dass interdisziplinäre Stränge an der ein oder anderen Stelle Funken schlagen könnten."

Hanneliese Palm, Leiterin des FHI: "Mir würde es gefallen, wenn die Besucherinnen und Besucher ihre Region über die Literatur neu entdecken wollten. Eine gute Gelegenheit wird sich dazu im Frühjahr bieten, wenn die von Arnold Maxwill herausgegebene Anthologiereihe mit Gedichten, Erzählungen und Berichten erscheint."

Anja Kador

Bilderstrecke: Leben in der Arbeitslandschaft - Narrationen des Ruhrbergbaus

Tagung zum Ruhrbergbau 16 Bilder
Eingang zur Veranstaltung
Bild: Dortmund-Agentur / Gaye Suse Kromer