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Bild: Jesús González Rebordinos

Schauspiel Dortmund

Geplante Akademie für Theater und Digitalität: Stadt prüft Realisierung

Nachricht vom 06.03.2018

Seit 2015 treibt der Direktor des Schauspiels am Theater Dortmund, Kay Voges, die Idee einer Akademie für Digitalität und Theater voran. Die Verwaltungsspitze hat das Kulturdezernat damit beauftragt, eine Realisierungschance der Akademie inklusive Finanzierung und räumlicher Unterbringung zu prüfen.

Entwurf des Architekturbüro Architektur.DLX für die Akademie

So wie in diesem Entwurf des Architektenbüros Architektur.DLX könnte die Akademie für Digitalität und Theater einmal aussehen.
Bild: Architekturbüro Architektur.DLX

In den vergangenen Monaten ist es Kay Voges gelungen, für die geplante Akademie für Theater und Digitalität auf Bundes- und Landesebene prominente Unterstützung anzuwerben. Ein Konzept für die Einrichtung liegt vor. Die Verwaltungsspitze hat nun das Kulturdezernat damit beauftragt, eine Realisierungschance der geplanten Akademie inklusive Finanzierung und räumlicher Unterbringung zu prüfen. Eine entsprechende Studie soll dem Rat bis zum Sommer als Entscheidungsgrundlage vorliegen.

Erprobungsstatus in der Grundschule am Kleyer Weg

Die Stadt Dortmund wäre für die räumliche Unterbringung der Akademie zuständig. Vorerst befindet sich die Akademie im Erprobungsstatus in der Grundschule am Kleyer Weg. Nach einer Architekturstudie, die das Theater in eigener Initiative hat erarbeiten lassen, lässt sich das Gebäude räumlich umgestalten und mit zwei Modulbauten beträchtlich erweitern. Dafür wäre eine Nutzungsänderung erforderlich, außerdem müsste ein Ausgleich mit konkurrierenden Bürgerinteressen vor Ort gefunden werden kann. Alternativ kommen ein Neubau auf einer geeigneten städtischen Fläche in Betracht oder das Angebot eines Investors zur Umnutzung einer Bestandsimmobilie in der Nordstadt. Diese Varianten werden nun geprüft.

Europaweit einzigartiges Modellprojekt

Nach einem entsprechenden Ratsbeschluss könnte die Akademie die sechste Sparte am Theater Dortmund werden. Die Akademie für Digitalität und Theater entsteht als ein europaweit einzigartiges Modellprojekt für digitale Innovation, künstlerische Forschung und technikorientierte Weiterbildung. Sie vernetzt in einer völlig neuartigen Struktur Partner aus Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft horizontal und international miteinander. Initiator und hauptverantwortlicher Organisator des Projekts ist die Künstlerische Leitung am Schauspiel Dortmund.

Labor, Studium und Weiterbildung

Aufbauen soll die Akademie auf drei Säulen: Labor, Studium und Weiterbildung. Für den Bereich "Labor" ist ein Stipendienprogramm für Postgraduierte mit anwendungsbezogener Forschung und Entwicklung im Team mit direktem Praxisbezug geplant. Als Studienangebot ist die Entwicklung eines Master-Studiengangs "Digitalität und Theater" in Kooperation mit der Folkwang Universität der Künste und/oder der Fachhochschule Dortmund angedacht. Für die technischen Berufe am Theater soll die Akademie Weiterbildungen anbieten.

Zum Thema

Bereits heute gilt das Schauspiel Dortmund unter Kay Voges in punkto Digitalität und Medieneinsatz als Vorbild und Referenz für Bühnen bundesweit. Ein wichtiger Faktor ist dabei die Kooperation des Schauspiels mit den örtlichen Hochschulen, mit dem U sowie mit Unternehmen am IT-Standort Dortmund. Auf der Konferenz "Enjoy Complexity", die vom 23. bis 25. Februar in der Grundschule am Kleyer Weg stattgefunden hat, waren Partnerinstitute des Theaters sowie ein großer Kreis potenzieller und erklärter Unterstützer vor Ort - darunter die Deutsche Theatertechnische Gesellschaft und der Deutsche Bühnenverein. Die Bundeskulturstiftung beteiligt sich auf Antrag am Aufbau des Stipendiatenprogramms und des Gründungsteams für mindestens drei Jahre. Die Kultur- und Wissenschaftsministerin signalisierte, die Förderung zeitnah zu prüfen.