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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Stadtentwicklung

Dortmund gewinnt mit Projekt Phoenix Städtebaupreis 2018

Nachricht vom 28.09.2018

Die Stadt Dortmund freut sich über eine weitere Auszeichnung: Der in zweijährigem Turnus von der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung (DASL) verliehene Städtebaupreis geht in diesem Jahr an das Projekt Phoenix - eine neue Stadtlandschaft in Dortmund.

Städtebaupreis 2018

Planungsdezernent Ludger Wilde, Oberbürgermeister a.D. Gerhard Langemeyer und Oberbürgermeister Ullrich Sierau bei der Preisverleihung zum Städtebaupreis am Donnerstagabend, 27. September, in Mainz.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Thomas Kampmann / Dortmund-Agentur

Die interdisziplinär zusammengesetzte Jury (Stadtplanung, Architektur, Freiraumplanung und Denkmalpflege) unter Vorsitz von Prof. Undine Giseke würdigte die hohe stadträumliche Qualität, die durch die selbstverständliche Verzahnung und neue Nutzungscodierung der beiden ehemaligen Industrieareale Phoenix West und Ost mit dem Stadtteil Hörde und darüber hinaus mit der Gesamtstadt geschaffen wurde.

Phoenix: Musterbeispiel für exzellenten Strukturwandel

"Die Kombination aus urbanem, historisch gewachsenem Kern, einem Gewerbe-, Freizeit- und Kulturstandort sowie einem hochattraktiven Wohn-, Arbeits- und Dienstleistungsstandort am See ist überregional einzigartig. Aufgrund der vielschichtigen Qualitäten erreicht Phoenix regionale Strahlkraft über das Stadtgebiet von Dortmund hinaus. Die kontinuierliche Zusammenarbeit aller Beteiligten an der neuen Dortmunder Stadtlandschaft Phoenix kann zu Recht als Musterbeispiel für den exzellenten Strukturwandel vom Industriezeitalter zur postindustriellen Stadt gewertet werden" - so lautete die Wertung der Jury.

Der "Dreiklang der Stadtentwicklung Phoenix West – Hörde Zentrum – Phoenix See" repräsentiert die Entwicklungsstrategien der Stadt Dortmund in Zusammenarbeit mit dem Stadtplanungs- und Bauordnungsamt, dem Amt für Wohnen und Stadterneuerung, der Wirtschaftsförderung Dortmund, der Emschergenossenschaft – Projekt Emscherraum, dem NRW.URBAN – Projekt Phoenix West, dem DSW21 – Projekt Phoenix See und verschiedenen öffentlichen und privaten Investoren in Dortmund.

Mix aus Wohn-, Freizeit- und Dienstleistungsnutzung

Es handelt es sich um eines der größten Konversionsprojekte der jüngeren Vergangenheit in Dortmund, in der Metropole Ruhr und im Land NRW. Gemeint ist die städtebauliche Verwandlung der riesigen altindustriellen Flächen im Dortmunder Stadtteil Hörde. Ihre industrielle Geschichte begann 1839 und endete 1998 mit der Stilllegung des Hochofens auf Phoenix West und 2001 mit der Stilllegung des Hüttenwerks auf Phoenix Ost. Und heute sehen wir den Hochtechnologiepark auf Phoenix West auf der Grundlage des städtebaulichen Konzeptes des Dortmunder Büros stege-partner und auf der östlichen Seite den Phoenix See umgeben von einem Mix aus Wohn-, Freizeit- und Dienstleistungsnutzungen, welches auf der Grundlage des städtebaulichen Konzeptes von Norbert Kelzenberg aus dem Stadtplanungs- und Bauordnungsamt der Stadt Dortmund entwickelt wurde. Die gewaltige Konversion veränderte das Erscheinungsbild von Hörde mit dem wiederbelebten historischen Ortskern.

Sierau: "Preis ist Motivation für die Zukunft, weiterhin erfolgreich Städtebau zu betreiben"

Oberbürgermeister Ullrich Sierau ist besonders stolz auf diesen Meilenstein für den Stadtteil Hörde und für die gesamte Stadt: "Ein sehr wichtiges Stück urbaner Zukunftsgestaltung ist gelungen. Die Arbeit an der Verbesserung unserer Standortvorteile trägt Früchte und ist der Lohn jahrzehntelanger, intensiver Arbeit. Ich bin mir sicher, dass alle Dortmunderinnen und Dortmunder heute und in den künftigen Generationen von der gesteigerten Attraktivität dieses Bereichs unserer vielfältigen Stadt auf unterschiedliche Weise profitieren werden. Die Verleihung des Städtebaupreises 2018 zeigt die große Anerkennung auch in der Fachwelt. Ich bedanke mich ganz herzlich bei der großen Zahl der Projektbeteiligten für ihr Engagement und herausragendes Durchhaltevermögen. Nur so ist die Realisierung eines derartigen Projektes möglich. Der Preis ist Motivation für die Zukunft, weiterhin erfolgreich Städtebau zu betreiben. Wir sehen uns in der Verpflichtung, darauf zu achten, dass Baukultur und Qualität bewahrt bleiben."

Bauarbeiten am Phoenixsee

So sah es im Februar 2014 am Phoenix See aus.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Stefanie Kleemann

Ludger Wilde, Dezernent für Umwelt, Planen und Wohnen, konstatiert: "Mit dieser Konversion haben wir einen umfassenden Strukturwandel bewirkt. Ein neuer und attraktiver Kristallisationspunkt ist für die Stadtgesellschaft entstanden. Unsere planerischen Instrumente haben im Prozess ihre Wirkung entfaltet. Eine neue Stadtlandschaft – orientiert an den Maßstäben integrierter und nachhaltiger Stadt- und Landschaftsentwicklung – ist mit den gemeinsamen Anstrengungen vieler Entwicklungspartner und dem Know-How aus unterschiedlichen Disziplinen realisiert."

Thomas Westphal, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Dortmund, schaut besonders auf den Zukunftsstandort Phoenix West: "Auf den Flächen, auf denen einst das wirtschaftliche Fundament des Ruhrgebiets geschaffen wurde, ist es uns gelungen, die Geschichte des Standortes zu bewahren und in direkter Nachbarschaft der atemberaubenden Industriekulisse neue Arbeitsplätze in Zukunftsbranchen zu schaffen."

Förderung einer zukunftsweisenden Planungs- und Stadtbaukultur

Der mit insgesamt 25.000 Euro dotierte Deutsche Städtebaupreis hat die Förderung einer zukunftsweisenden Planungs- und Stadtbaukultur zum Ziel. Er prämiert in der Bundesrepublik Deutschland realisierte städtebauliche Projekte, die sich durch nachhaltige und innovative Beiträge zur Stadtbaukultur sowie zur räumlichen Entwicklung im städtischen und ländlichen Kontext auszeichnen. Dabei sollen die Projekte den aktuellen Anforderungen an zeitgemäße Lebensformen ebenso Rechnung tragen wie den Herausforderungen an die Gestaltung des öffentlichen Raums, dem sparsamen Ressourcenverbrauch sowie den Verpflichtungen gegenüber der Orts- und Stadtbildpflege. Bei der Auswahl der Projekte wird maßgeblich der Beitrag bewertet, den das eingereichte Projekt für die Verbesserung der stadträumlichen, der stadtfunktionalen sowie der architektonischen Qualität des Gebiets, vor allem auch zugunsten der dort wohnenden und arbeitenden Menschen erbringt.

Die mit ca. 300 Gästen besuchte und von Prof. Dr. Werner Durth, dem Vorsitzenden des Wissenschaftlichen Beirats des Preises und ständigen Gast der Jury, moderierte Preisverleihung fand im Kleinen Haus des Staatstheaters in Mainz statt.

"2018 war mit über hundert eingereichten Arbeiten für die zwei ausgelobten Sparten eine sehr große Fülle an Projekten gegeben, aus der die Preise ebenso wie die ausgezeichneten und belobigten Projekte auszuwählen waren. Sie alle leisten auf höchst unterschiedliche Weise sehr qualitätsvolle Beiträge zu einer zukunftsweisenden Planungs- und Stadtbaukultur. Sie zeugen nicht nur von außerordentlicher Verantwortung gegenüber den komplexen städtebaulichen Herausforderungen sondern auch von Leidenschaft und Ausdauer. Auch in diesem Sinne sind sie Ermutiger für Städte und Gemeinden", wie Prof. Undine Giseke für die Jury erläutert.

Die Ergebnisse des Wettbewerbes werden in einer Ausstellung präsentiert, die von allen interessierten bei der Bundesgeschäftsstelle der DASL angefordert werden kann. Darüber hinaus wird eine Dokumentation in gedruckter Form in der Reihe "Stadt bauen", herausgegeben von Werner Durth, erscheinen.

Im Sommer diesen Jahres hatte ein Fernsehteam des südkoreanischen Fernsehsenders KBS (Korean Broadcasting System) das Stadtentwicklungsprojekt Phoenix in Hörde dokumentiert - als Beispiel für gelungenen Strukturwandel.

Zum Thema

Aus Anlass der Verleihung des Deutschen Städtebaupreises wurden die Inhalte der Bewerbung in einer Broschüre zusammengestellt. Sie enthält Hinweise zur Historie sowie zu aktuellen und zukünftigen Projekten und Prozessen. Sie ist als PDF-Datei zum Download verfügbar.

Seit fast 40 Jahren dient der Deutsche Städtebaupreis der Förderung einer zukunftsweisenden Planungs- und Stadtbaukultur. Er wird alle zwei Jahre von der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung (DASL) ausgelobt und von der Wüstenrot Stiftung gefördert.

Die Liste der ausgezeichneten und belobigten Projekte sowie die vollständigen Jurybeurteilungen der beiden Preisträger sind online zu finden.