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Planungen

Neuer Standort für das Stadtarchiv - Stadt prüft Machbarkeit auf Kronen-Brauerei-Gelände

Nachricht vom 16.11.2018

Das Stadtarchiv soll einen neuen, innenstadtnahen Standort an der Märkischen Straße bekommen. Nach ersten Erkenntnissen kommen dafür das Grundstück der ehemaligen Kronen-Brauerei, das alte Lagergebäude sowie das unmittelbar angrenzende Gebäude infrage.

Kronenturm

Eine Machbarkeitsstudie soll prüfen, ob das Grundstück der ehemaligen Kronen-Brauerei ein neuer Standort für das Stadtarchiv sein könnte.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Stadt Dortmund

Das Archiv der Stadt Dortmund ist das historische Gedächtnis und der Informationsspeicher der Stadt. Untergebracht ist es derzeit an drei Standorten, die nicht miteinander verbunden sind. Die Stadt Dortmund möchte das Stadtarchiv fit für die Zukunft machen und hat einen neuen, innenstadtnahen Standort an der Märkischen Straße ins Auge gefasst: Das Grundstück der ehemaligen Kronen-Brauerei, das alte Lagergebäude ("Kronen-Turm") sowie das unmittelbar angrenzende Gebäude ("Wenker-Keller") erscheinen nach erster Prüfung als geeignet.

Machbarkeitsstudie soll Realisierung prüfen

Die Verwaltungsspitze beschloss am Dienstag, 13. November, die Kosten für eine Realisierung am Kronen-Standort mit einer Machbarkeitsstudie möglichst konkret und zuverlässig ermitteln zu lassen. Die Kosten für die Studie betragen voraussichtlich 200.000 Euro.

Das Stadtarchiv speichert das kulturelle Erbe der Stadt und ist ein Ort der historisch-politischen Bildung. Als Erinnerungsort wirkt er identitätsstiftend für die ansässige Bevölkerung, aber auch für Neubürger der Stadt. "Der Kronen-Turm trägt die Geschichte der Stadt in sich. Das Stadtarchiv erweckt die Geschichte der Stadt", so Oberbürgermeister Ullrich Sierau und erklärte weiter: "Turm und Archiv passen einfach zueinander." Über die Machbarkeitsstudie müssten nun die Möglichkeiten ausgelotet werden.

Aktuell: Unterbringung der Archivalien an drei Standorten

Lesesaal, Büros und die Mehrzahl der Magazine befinden sich seit 1998 in einem angemieteten Gebäude an der Märkischen Straße 14. Die Restaurierungswerkstatt, das Zwischenarchiv und weitere Magazine (insbesondere für Karten und Pläne) finden sich im stadteigenen Gebäude an der Küpferstraße 3. Weitere Magazinfläche wurde an der Löwenstraße im "Märkischen Tor" angemietet. Die Kapazität der Magazinfläche ist inzwischen weitgehend ausgeschöpft.

Die Unterbringung der Archivalien an drei Standorten ist personalintensiv und unwirtschaftlich, zudem sind die Archivalien auf den Wegen durch Witterung oder andere äußere Einflüsse gefährdet. Im Bürokomplex "Märkisches Tor" ist das historische Material darüber hinaus durch Brand, Wasser und Schädlinge besonders gefährdet.

Thomas Ellerkamp, Dr. Stefan Mühlhofer, Beate Puplick, Ullrich Sierau und Dr. Alexander Puplick (v.l.) vor dem Kronen-Turm

Thomas Ellerkamp (Leiter des Liegenschaftsamtes), Dr. Stefan Mühlhofer (Leiter des Stadtarchivs), Beate Puplick (Kronenturm GbR), Oberbürgermeister Ullrich Sierau und Dr. Alexander Puplick (Kronenturm GbR) (v.l.) vor dem Kronen-Turm.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Gaye Suse Kromer

Das Stadtarchiv hat die Aufgabe, das städtische Schriftgut zu verwalten, es hat aber auch einen Bildungsauftrag. Für die zukunftsorientierte Ausrichtung wurde die Verwaltung beauftragt, einen geeigneten neuen Standort in der Innenstadt vorzuschlagen.

Sollte der Kronen-Standort tatsächlich in Frage kommen, stünden dem "neuen" Stadtarchiv 17.000 Quadratmeter brutto zur Verfügung. Thomas Ellerkamp, Leiter der Liegenschaften der Stadt, rechnete vor: "Das wäre ein Zugewinn von rund ein Drittel mehr zur bisherigen Lösung." Ein solcher Zugewinn an Fläche freut den leitenden Stadtarchivar Dr. Stefan Mühlhofer: "Unter diesen Umständen hätten wir sogar Platz genug für zum Beispiel kleine Ausstellungen."

Planungen für ein neues Stadtarchiv

Die ersten Gespräche zum Erwerb der Immobilien auf dem Gelände der ehemaligen Kronen-Brauerei an der Märkischen Straße sind erfolgversprechend verlaufen. Nun sollen Bausubstanz, Bodenverhältnisse und die Umbaunotwendigkeiten intensiv untersucht werden. Für ein neues Archiv mit den dazugehörigen Büroflächen sowie Vortrags- und Publikumsräumen sind voraussichtlich circa 30 Mio. Euro zu veranschlagen.

Auf Grundlage eines Ratsbeschlusses wird die Verwaltung einen "Letter of Intent" (LOI) mit den Eigentümern vereinbaren. Zunächst wird die technische Realisierbarkeit definiert und daraus der abzuleitende wirtschaftliche Aufwand ermittelt. Die zu erwartenden Gesamtkosten werden einer Lösung "auf der grünen Wiese" sowie einer Mietlösung gegenübergestellt. Der Rat der Stadt soll abschließend über die Varianten beraten. Der Zeitrahmen für dieses Vorgehen beträgt ein Jahr.

5.300 laufende Meter Archivgut

Zurzeit bewahrt das Stadtarchiv circa 5.300 lfd. Meter Archivgut, darunter rund 2.000 mittelalterliche und frühneuzeitliche Urkunden ab dem frühen 13. Jahrhundert. Die Bestände gliedern sich in amtliche und nichtamtliche Überlieferungen. Neben dem Schriftgut gehören auch umfangreiche Sammlungen von Karten und Plänen mit rund 13.500 Verzeichnungseinheiten zum Archivgut.

Hinzu kommen die archivischen Sammlungen, darunter die Pressedokumentation mit mehr als 810.000 systematisch erschlossenen Zeitungsausschnitten, personengeschichtliche und genealogische Sammelbestände sowie weitere sachthematische Sammlungen wie das im Aufbau befindliche Migrationsarchiv.

Zum Bild- und Medienarchiv gehören Bild- und Tonträgerbestände mit circa 700.000 stadtgeschichtlichen Originalabzügen, Negativen und Diapositiven sowie 3.000 Filmen, Tonaufzeichnungen und Digitalisaten, also elektronischen Druckwerken. Daneben verfügt das Stadtarchiv über eine mehr als 40.000 Titel zählende Bibliothek mit orts- bzw. regionalgeschichtlichem Schwerpunkt. Hinzu kommt das angegliederte Zwischenarchiv, in dem derzeit rund 6.200 lfd. Meter befristetes Aktenmaterial der städtischen Altschriftablage gelagert und verwaltet werden.

Zum Thema

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.