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Bilanz

Stadt, Polizei und Staatsanwaltschaft wollen Raserszene bekämpfen - neue Blitzer am Ostwall

Nachricht vom 11.01.2019

Die Raserszene in Dortmund auflösen - das ist das langfristige Ziel des Ordnungsamtes, der Polizei und der Staatsanwaltschaft Dortmund. Vertreter der drei Seiten zogen am Donnerstag, 10. Januar, Bilanz zu illegalen Rennen. Neu in Betrieb ist ein Blitzer am Ostwall, zwei weitere sollen folgen.

Unter großem Medienaufgebot fand die Pressekonferenz mit der Stadt Dortmund, Staatsanwaltschaft und der Polizei zur Raserszene statt. Seitens der Stadt nahmen Stellung Rechtsdezernent Norbert Dahmen, Tiefbauamtsleiterin Sylvia Uehlendahl und Ordnungsamtsleiterin Beate Siekmann.

Unter großem Medienaufgebot fand die Pressekonferenz mit der Stadt Dortmund, Staatsanwaltschaft und der Polizei zur Raserszene statt. Seitens der Stadt nahmen Stellung Rechtsdezernent Norbert Dahmen, Tiefbauamtsleiterin Sylvia Uehlendahl und Ordnungsamtsleiterin Beate Siekmann.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Gaye Suse Kromer

Bereits in 2017 führten Polizei und Stadt Dortmund 84 Schwerpunktkontrollen durch. 2018 fanden darüberhinaus zu der einmal im Monat stattfindenden, direktionsübergreifenden Großkontrolle, 85 Schwerpunktkontrollen statt.

Die sogenannten "direktionsübergreifenden Großkontrollen" (an denen neben den Beamten der Direktion Verkehr auch Einsatzkräfte der Direktion Kriminalität, sowie Gefahrenabwehr und Einsatz beteiligt sind) werden seit März 2018 durchgeführt.

Beginn der übergreifenden Kontrollen war im Jahr 2018 der 30. März, der sogenannte "Carfreitag" , der für viele Angehörige der sogenannten Raserszene, aber auch der Tuningszene, den Saisonstart darstellt.

60 Führerscheine und 44 Fahrzeuge sichergestellt

Im Jahr 2018 stellten die Einsatzkräfte der Direktion Verkehr 63 mutmaßliche Rennen fest. Insgesamt wurden 60 Führerscheine und 44 Fahrzeuge sichergestellt. In allen Fällen wurden entsprechende Strafverfahren im Sinne des § 315d StGB eingeleitet. Die entsprechenden Verfahren laufen zum Teil noch.

13 mutmaßliche Rennen endeten in Verkehrsunfällen bei denen neun Fahrzeuginassen leicht und neun schwerverletzt wurden. In einem Fall ist damit zu rechnen, dass eine junge Frau eine Querschnittslähmung erleiden muss.

986 unzulässige Veränderungen an Fahrzeugen

Neben den registrierten Rennen stellten allein die Beamten der Direktion 986 unzulässige technische Veränderungen an Fahrzeugen fest. Dazu wurden 2.384 Geschwindigkeitsverstöße, sowie 606 sonstige Verstöße registriert.

Die Aussagen von unabhängigen Zeugen stützen die Ermittlungsarbeit unserer Kolleginnen und Kollegen sehr.

Ralf Ziegler, leitender Polizeidirektor und Leiter der Direktion Verkehr
Lagebilder der Polizei

Lagebilder der Polizei
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"Mit unseren gemeinsamen Kontrollen schärfen wir das Bewusstsein der Fahrerinnen und Fahrer, sensibilisieren für die teils drastischen Folgen der Raserei und verhindern im besten Fall folgenschwere Unfälle. Es gilt in den Köpfen von notorischen Rasern nachhaltig eine Verhaltensänderung zu verankern", so der leitende Polizeidirektor und Leiter der Direktion Verkehr, Ralf Ziegler.

"Mir ist wichtig, Zeugen dazu aufzurufen, sich bei der Polizei zu melden, wenn sie illegale Rennen beobachtet haben. Die Aussagen von unabhängigen Zeugen stützen die Ermittlungsarbeit unserer Kolleginnen und Kollegen sehr", ergänzte Ziegler.

Frau Sosnovskaja, Vertreterin der Staatsanwaltschaft Dortmund, gab einen kurzen Überblick über die Anzahl der Verfahren, die zum Teil noch andauern oder bereits eingestellt wurden. Die Staatsanwältin skizzierte den recht jungen §315d StGb und die Herausforderungen der Beweiserhebung. Diesbezüglich gab es bereits schon Verurteilungen mit Führerscheinentzug und nicht unerheblichen Geldstrafen.

Neuer stationärer Blitzer am Ostwall: Innerhalb einer Woche 800 Verstöße

Die Stadt Dortmund hat seit Anfang des Jahres eine stationäre Geschwindigkeitsmessanlage am Ostwall 17-21 in Betrieb. Mit Einschalten des Blitzers wurden durch diesen innerhalb einer Woche 800 Geschwindigkeitsverstöße beweissicher festgestellt. Ordnungsdezernent Norbert Dahmen kündigte zwei weitere stationäre Blitzer, die in Kürze ebenfalls den Echtbetreib aufnehmen, auf dem Wall an. "Ziel ist es, die Stadt Dortmund unattraktiv für die Raserszene zu machen und die Sicherheit zu erhöhen. Sowohl auf dem Wall im Innenstadtbereich als auch im Bereich Phoenix West", so Dahmen.

Ziel ist es, die Stadt Dortmund unattraktiv für die Raserszene zu machen und die Sicherheit zu erhöhen. Sowohl auf dem Wall im Innenstadtbereich als auch im Bereich Phoenix West.

Norbert Dahmen, Dezernent für Recht und Ordnung

Kommunale Ordnungsdienst kontrolliert jeden Freitag und Samstag

Gleichzeitig informierte Dahmen darüber, dass der Kommunale Ordnungsdienst jeden Freitag und Samstag in der Spätschicht ab 20:00 Uhr in den Bereichen Ostwall/Schwanenwall, Phoenix West und Im Spähenfelde Kontrollen der Raser-/Tuningszene vornimmt. Gleichzeitig unterstützt die Verkehrsüberwachung mit mobilen Geschwindigkeitsüberwachungsanlagen. Norbert Dahmen: "Dies sind weitere Bausteine, um die Raserszene nachhaltig aufzulösen. Das ist ein Plus für mehr Sicherheit für uns alle, für das wir als Stadt gemeinsam mit Polizei und Staatsanwaltschaft weiterhin intensiv zusammenarbeiten werden."

Bauliche Maßnahmen auf Phoenix West entschärfen das Problem

Auch die baulichen Maßnahmen im Bereich Phoenix West sowie in der sogenannten "Boxengasse" am Ostwall sorgen mittlerweile ebenfalls zu einer Entschärfung des Phänomens im Stadtgebiet.

Sylvia Uehlendahl, Leiterin des Tiefbauamtes, unterstrich an dieser Stelle den runden Tisches zum Thema "Raserszene". Besetzt ist er mit Polizei, Tiefbauamt und Ordnungsamt. Dort besprechen die Vertreter auch Eingaben von Bürgern und setzen diese zum Teil auf kurzem Wege um. "Das gibt uns die Möglichkeit, Maßnahmen noch enger und auf schnellerem Wege miteinander abzustimmen."