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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Wohnen

Klein, aber oho - Projekt "Tiny Einfamilienhäuser" gewinnt Ideenwettbewerb

Nachricht vom 05.02.2019

Mit der Idee einer Kampagne für "Tiny Einfamilienhäuser" hat die Stadt Dortmund den Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) überzeugt. Kleine Einfamilienhäuser haben etwa 75 Quadratmeter (qm) Wohnfläche und stehen auf weniger als 200qm Grund – das entspricht etwa der Hälfte der sonst üblichen Größen.

Tiny Einfamilienhaus

Zu sehen ist das Musterhaus von greenspaces+ in der Rosemeyer Straße 12. Die Wohnfläche beträgt 40qm.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): F. Linden

"In einem Ideenwettbewerb setzte sich die Projektidee des Stadtplanungs- und Bauordnungsamtes gemeinsam mit 12 weiteren aus 118 Bewerbungen durch. Die Gewinnerideen werden nun ein Jahr lang durch den Fonds Nachhaltigkeitskultur mit 50.000 Euro gefördert", erklärt Stadtsprecherin Katrin Pinetzki.

Der Verwaltungsvorstand der Stadt Dortmund befasste sich am Dienstag, 5. Februar, mit dem Projekt und schlägt den politischen Gremien vor, die Entwicklung und Umsetzung der Kampagne zu beanttragen.

Die Kampagne für "Tiny Einfamilienhäuser" knüpft an die aktuelle Bewegung der winzigen, oft mobilen "Tiny Houses" in den USA an und entwickelt diesen Ansatz weiter. Eine Veranstaltungsreihe soll die Mini-Häuser in den städtischen Diskurs einbringen.

Dortmund punktet in der Stadtentwicklung

Oberbürgermeister Sierau

Im Vergleich zu Mehrfamilienhäusern verbrauchen freistehende Einfamilienhäuser zwar deutlich mehr Ressourcen und Energie. Der Trend zum eigenen Einfamilienhaus ist jedoch ungebrochen – sie werden auch langfristig ein bedeutendes Marktsegment bleiben. Alternative Konzepte sind daher gefragt.

Die Kampagne soll auch zum Nachdenken über den persönlichen Lebensstil anregen: Wie viel Platz brauche ich zum Wohnen? Kann ich auf den Keller verzichten? Habe ich mehr Zeit für mich, wenn ich weniger Zeit zur Bewirtschaftung von "Haus und Hof" benötige? Ist das Motto "Weniger ist mehr" auch auf kleine Einfamilienhäuser übertragbar?

Ziele und Stationen

Die Kampagne wird sich 2019 mit verschiedenen Formaten präsentieren – etwa beim Dortmunder Forum Stadtbaukultur am 25. Februar. Auch auf der Baumesse NRW im März und auf der Messe "Fair Friends" im September wird die Idee platziert. An fünf Dortmunder Schulen soll die Idee im Rahmen eines Klimaschutztages diskutiert werden. Ein Workshop soll später die Akteure im Bereich kleiner Einfamilienhäuser zusammenbringen, um die Idee weiterzuentwickeln und umzusetzen. Immer dabei ist ein mobiles "Tiny House" des Dortmunder Bürgerlabors für Energieinnovationen, kurz e:lab, zum Anschauen und Begreifen. Außerdem wird zeitnah eine Webseite für kleine Einfamilienhäuser freigeschaltet.

"Dortmund punktet in der Stadtentwicklung – nicht nur mit großen Projekten wie der Stadtlandschaft PHOENIX, für die wir den Städtebaupreis 2018 bekommen haben. Die 'Tiny Einfamilienhäuser' sind ein Denkanstoß, aber ebenso ein konkretes städtebauliches Projekt mit einem Mehrwert für die Bewohner und den Klimaschutz", sagt Oberbürgermeister Ullrich Sierau. "Die Förderung dieser Idee durch den Rat für nachhaltige Entwicklung mit Unterstützung der Bundesregierung zeugt von der Innovationsfreude Dortmunds."

Die Kampagne "Tiny Einfamilienhäuser" ergänzt die bereits seit acht Jahren erfolgreich laufende Kampagne "100 EnergiePlusHäuser für Dortmund".

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) fördert mit dem Fonds Nachhaltigkeitskultur Ideen gesellschaftlicher Akteure, die die Alltagskultur nachhaltiger machen. Gesucht werden die besten Vorschläge in Ideenwettbewerben zu Themen der Alltagskultur. Auf Initiative des Bundestages stellt das Bundeskanzleramt für den Fonds Nachhaltigkeitskultur 7,5 Millionen Euro über einen Zeitraum von drei Jahren bereit.