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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

TU Dortmund

Markthallen, kreative Werkstätten und Innenhof-Galerien – Architektur-Studierende entwickeln Ideen für Unionviertel

Nachricht vom 22.03.2019

Wie kann ein Viertel sinnvoll verdichtet werden? Das haben Architektur-Studierende aus Dortmund, Potsdam und Eindhoven am Beispiel des Dortmunder Unionviertels untersucht. Ihre Entwürfe und Modelle präsentierten sie im Baukunstarchiv NRW.

Die Studierenden, die in gemischten Teams arbeiteten, konnten ihre Arbeitsmodelle in ein Holzmodell des untersuchten Gebiets einsetzen

Die Studierenden, die in gemischten Teams arbeiteten, konnten ihre Arbeitsmodelle in ein Holzmodell des untersuchten Gebiets einsetzen
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Martina Hengesbach

Bei der siebten internationalen Frühjahrsakademie der Technischen Universität Dortmund entwickelten die Studierenden aus Dortmund, Potsdam und Eindhoven frische Ideen für das Quartier. Nun haben sie ihre Entwürfe und Modelle im Baukunstarchiv NRW vorgestellt.

Bei der Aufgabenstellung fiel die Wahl aus mehreren Gründen auf das Unionviertel: "Es liegt zentral, wird derzeit wiederentdeckt und vieles funktioniert dort bereits sehr gut", erklärt Professor Olaf Schmidt von der Fakultät Architektur und Bauingenieurwesen. "Trotzdem haben wir uns mit den Studierenden die Frage gestellt: Wie kann das Viertel sinnvoll verdichtet werden?" Bei dem im Rahmen der Akademie untersuchten Gebiet handelt es sich um das Areal zwischen der Langen Straße, dem westlichen Rand des Westparks und der S-Bahn-Gleisstrecke, die entlang der Sonnenstraße verläuft.

Neue Ideen für alte Gebäude

Die 28 Teilnehmenden hatten zehn Tage Zeit, neue Ideen für das Quartier zu entwickeln. Ein Vorschlag beinhaltete, ein kaum mehr genutztes älteres Schulgebäude umzugestalten: Darin könnten Wohnungen für Studierende sowie Arbeitsräume und Werkstätten entstehen.

Ein anderes Team sprach sich dafür aus, Garagen in den Innenhöfen bestehender Wohngebäude abzureißen und dort stattdessen Wohnungen, Galerien oder Büros anzusiedeln. Platz für Autos könnte dafür in einem unterirdischen Parkhaus geschaffen werden. Dadurch würde auch auf der Straße mehr Raum frei – beispielsweise für Cafés oder Grünanlagen.

Leben, einkaufen und arbeiten in einem Gebiet

Weitere Vorschläge beinhalteten neue Gastronomie entlang der Gleisstrecke oder eine kleine Markthalle mit Geschäften, Büros und Arztpraxen für eine bessere Versorgung des Viertels. "Die zentrale Idee ist: Weg von der Monofunktionalität", sagt Schmidt. "Es soll nicht mehr so sein, dass in einem Gebiet nur gewohnt wird, in einem anderen dagegen nur eingekauft oder nur gearbeitet.

Frische Ideen für das Unionviertel entwickelten Studierende der TU Dortmund, FH Potsdam und TU Eindhoven im Rahmen der Siebten Internationalen Frühjahrsakademie der Fakultät Architektur und Bauwesen der TU Dortmund. Ins Leben gerufen wurde das Projekt im Jahr 2003 von apl. Prof. Olaf Schmidt (l.) und apl. Prof. Michael Schwarz (hintere Reihe, 3.v.l.)

Frische Ideen für das Unionviertel entwickelten Studierende der TU Dortmund, FH Potsdam und TU Eindhoven im Rahmen der Siebten Internationalen Frühjahrsakademie der Fakultät Architektur und Bauwesen der TU Dortmund. Ins Leben gerufen wurde das Projekt im Jahr 2003 von apl. Prof. Olaf Schmidt (l.) und apl. Prof. Michael Schwarz (hintere Reihe, 3.v.l.)
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Martina Hengesbach

Im Vorfeld der Frühjahrsakademie erforschten Studierende der TU Dortmund im Rahmen eines Seminars den Stadtplatz, verschafften sich einen persönlichen Eindruck vor Ort und analysierten die historische Entwicklung des Quartiers. Die Ergebnisse stellten sie dann den Kolleginnen und Kollegen der FH Potsdam und der Technischen Universität Eindhoven zur Verfügung. Zudem fertigten sie ein Holzmodell des Areals an, in die die einzelnen Gruppen ihre Arbeitsmodelle einsetzen konnten, um ihre Vorschläge zunächst zu erproben und abschließend darzustellen.

Stadt erhält Einblick in Ergebnisse

"Bei der Entwicklung der Ideen waren den Studierenden alle Freiheiten gegeben", so Prof. Michael Schwarz, der gemeinsam mit Olaf Schmidt die Frühjahrsakademie im Jahr 2013 ins Leben gerufen hat. Trotz aller Kreativität simulierte die zehntägige Projektphase einen professionellen Planungsprozess. Von der Veranstaltung profitiert auch die Stadt Dortmund: Sie erhält im Anschluss einen Überblick über die Ergebnisse.

Als lokales Pendant zu der seit über 30 Jahren stattfindenden internationalen Sommerakademie in Venedig findet seit 2013 jedes Jahr die Frühjahrsakademie in Dortmund statt. Im ersten Jahr hatten sich die Teams mit der Dortmunder B1 auseinandergesetzt, 2014 standen der Wallring und 2015 der Hellweg auf dem Programm. 2016 ging es um die Stadtplätze Alter Markt, Friedensplatz und Hansaplatz, 2017 widmete sich die Akademie der Dortmunder Nordstadt. Vergangenes Jahr stand mit dem ehemaligen Dortmunder Südbahnhof eine Stadtbrache im Fokus. Auch 2020 soll wieder eine internationale Frühjahrsakademie an der TU Dortmund stattfinden.