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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Dortmunder U

Museum Ostwall schließt vierte und fünfte Etage für Umbau - Neues Werk für Sammlung

Nachricht vom 10.04.2019

Das Museum Ostwall baut um. Die vierte und fünfte Etage im Dortmunder U sind daher seit dem 1. April geschlossen. Ende 2019 eröffnet die neue Sammlung in umgestalteten Räumen. Dann präsentiert das MO auch ein zusätzliches Werk von Harry Fränkel, das es am Mittwoch, 10. April, als Schenkung erhielt.

Museum Ostwall wird beschenkt: Druckgrafik von Harry Fränkel erweitert die Sammlung im Dortmunder U

Finder Uwe Remy, hier mit Sammlungsleiterin Dr. Nicole Grothe, schenkte dem MO das Kunstwerk "Schreiender" von Harry Fränkel.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Gaye Suse Kromer

Bisher besaß das Museum Ostwall 151 Druckgrafiken und 20 Entwurfszeichnungen des Dortmunder Künstlers Harry Fränkel. Seit Mittwoch, 10. April, ist die Sammlung um ein Blatt reicher.

Der gebürtige Dortmunder Uwe Remy fand in einem Nachlass das Blatt "Schreiende" (um 1948) und überlässt es dem Museum als Geschenk, aus Verbundenheit zu Dortmund und dem Museum Ostwall.

Harry Fränkel, 1911 in Dortmund geboren, verarbeitete in seinen frühesten dokumentierten Grafiken die Grauen des Zweiten Weltkrieges und des Nationalsozialismus. Sein Vater, ein jüdischer Kaufmann, wurde in Auschwitz ermordet, Fränkel selbst 1944 in ein Arbeitslager deportiert. Die ersten im Werkverzeichnis von Renate Thiemann-Gerold genannten Linolschnitte, stammen aus dem Jahr 1946 und gehören zur Serie "Bombenkrieg". Sie zeigen in harten schwarz-weiß Kontrasten brennende Städte, fliehende Menschen, verzweifelte Obdachlose, zerstörte Ruinen.

Museum Ostwall wird beschenkt: Druckgrafik von Harry Fränkel erweitert die Sammlung im Dortmunder U

Der Holzschnitt ist nun im Besitz des Museum Ostwall.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Gaye Suse Kromer

Frühwerk des politischen Künstlers

Die gesamte Nachkriegszeit hindurch beschäftigt Fränkel das Leid der Menschen, dem er als politischer Künstler wieder und wieder Ausdruck verleiht. Erst Mitte der 1950er Jahre findet er zu seinen abstrakten Kompositionen, die er mit leuchtenden Farben in Szene setzt. 1956 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der "Dortmunder Gruppe", deren zweiter Vorsitzender er wurde. In Dortmund gestaltete Fränkel u.a. die Eingangshalle des Klinikums und eine Wand im Südbad. Seine Werke sind, außer im Museum Ostwall, auch im Kunstmuseum Bonn und im Städelmuseum Frankfurt vertreten.

Das Blatt "Schreiender" stammt aus dem Jahr 1948. Das Geschenk, das die Leiterin der Sammlung, Dr. Nicole Grothe, jetzt entgegen nimmt, scheint ein rares Exemplar zu sein: Im Werkverzeichnis der Schnitte und Siebdrucke wird zwar auf seine Erwähnung im Ausstellungsverzeichnis des Dortmunder Künstlerbundes im Jahr 1949 verwiesen, abgebildet ist es jedoch nicht. "Die Schenkung Uwe Remys bereichert unseren Bestand an frühen, politischen Arbeiten Harry Fränkels", so Nicole Grothe, "wir bedanken uns herzlich für das schöne Geschenk."

Museum Ostwall im Umbau

Die Sammlung des Museums Ostwall im Dortmunder U ist seit dem 1. April für Besucher vorerst nicht mehr erlebbar: Die beiden Museumsetagen 4 und 5 werden umgebaut. Ende des Jahres eröffnet die neue Sammlungspräsentation "Body and Soul. Denken, Fühlen, Zähneputzen" in komplett umgestalteten Räumen.

Während der Umbauzeit ist ein Teil der expressionistischen Sammlung des MO im Museum Singer Laren (Niederlande) zu sehen. Ab Samstag, 11. Mai, präsentiert das MO in der sechsten Etage die Ausstellung "Ein Gefühl von Sommer... Niederländische Moderne aus der Sammlung Singer Laren".

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Weitere Informationen zum Museum Ostwall finden Sie online.