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Stadt Dortmund startet Beratungsoffensive zur Zustands- und Funktionsprüfung privater Abwasserleitungen – Bis Ende 2020 müssen Eigentümer im Süden Dortmunds ihrer Pflicht nachkommen

Nachricht vom 11.06.2019

Die Rohre vom Haus bis zum städtischen Kanal in der Mitte der Straße gehören den Hausbesitzer*innen und für diese Rohre sind sie ganz allein verantwortlich. Die Stadtentwässerung Dortmund startet eine Info- und Beratungsoffensive, zunächst in den südlichen Dortmunder Stadtteilen. Denn diese Stadtteile liegen im Wasserschutzgebiet und hier lässt der Gesetzgeber nur noch bis Ende 2020 für die Überprüfung Zeit.

Für eine professionelle Überprüfung der städtischen Kanalisation mit Kamerafahrzeug sorgen Thorsten Brandes und Marvin Dittrich.

Für eine professionelle Überprüfung der städtischen Kanalisation mit Kamerafahrzeug sorgen Thorsten Brandes und Marvin Dittrich.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Torsten Tullius

Vertrauen ist gut – Kontrolle ist nicht nur besser, sondern sogar Pflicht! Beim Auto haben wir das alle akzeptiert, da ist die regelmäßige Hauptuntersuchung eine ganz selbstverständliche Sache. Auch ein undichtes Dach lassen wir sofort reparieren. Doch wer denkt schon an das ganze Abwasser, das jeder Dortmunder, jede Dortmunderin täglich produziert? Es verschwindet wie von selbst in den dunklen Kanälen im Untergrund. Aus den Augen, aus dem Sinn. Aber die Rohre vom Haus bis zum städtischen Kanal in der Mitte der Straße gehören den Hausbesitzer*innen und für diese Rohre sind sie ganz allein verantwortlich. Allerdings wissen das immer noch zu wenige, und noch weniger Eigentümer*innen schätzen das Risiko beschädigter Kanäle richtig ein.

Infomobil zum Ortstermin

Die Stadtentwässerung Dortmund möchte das ändern und startet eine Info- und Beratungsoffensive, zunächst in den südlichen Dortmunder Stadtteilen. Denn diese Stadtteile liegen im Wasserschutzgebiet und hier lässt der Gesetzgeber nur noch bis Ende 2020 für die Überprüfung Zeit. Die Stadtentwässerung möchte den Dortmunder*innen Wege zeigen, wie sie ihrer Pflicht nachkommen können, ohne auf unseriöse Firmen herein zu fallen, die als „Kanalhaie“ schon Schlagzeilen gemacht haben. Dazu wird es Infos in den Bezirksvertretungen geben und außerdem wird es mehrere Termine in den Bezirken für die Bürger geben:

  • 2. Juli 2019, 10:00-16:00 Uhr, Aplerbeck, Marktplatz
  • 4. Juli 2019, 10:00-18:00 Uhr, Hörde, Schlanke Mathilde
  • 5. September 2019, 10:00-18:00 Uhr, Hörde, Schlanke Mathilde
  • 7. September 2019, 10:00-16:00 Uhr, Aplerbeck, Marktplatz

Risiken für den Bürger sind hoch

Unentdeckte Schäden und undichte Leitungen belasten die Umwelt. Austretendes Schmutzwasser kann Verunreinigungen von Boden und Grundwasser zur Folge haben. Ein Bußgeld droht. Tagesbrüche durch unterspülte Straßenflächen stellen eine große Gefährdung z. B. für Fußgänger und Fußgängerinnen dar und sie sind ein großes finanzielles Risiko für Eigentümer und Eigentümerinnen. Verstopfungen in den Leitungen können zu überfluteten Kellern führen. Das ist nicht nur für

Mieter und Mieterinnen unangenehm, sondern auch für Eigentümer und Eigentümerinnen, denn solche Schäden können erhebliche Wertverluste bedeuten. Mieter und Mieterinnen sollten ihre Vermieter und Vermieterinnen auf diese Lage aufmerksam machen.

Kanalzustandsprüfung lohnt sich

Die Untersuchung kann versteckte Schäden aufdecken und somit Risiken für Eigentümer und Eigentümerinnen senken. Denn je nach Versicherungsvertrag sind regelmäßig untersuchte Leitungen sowie ein funktionierender Rückstau-Schutz Bedingung für die Leistung der Gebäudeversicherung im Schadensfall. Häufige Schäden sind zum Beispiel: Risse, Wurzeleinwuchs, Abflusshindernisse oder Korrosion. Bei starken Regenfällen kann umgekehrt Wasser in die Leitungen eindringen und zu weiteren Schäden durch Überflutungen im Haus führen.

Die Notwendigkeit, dass auch Abwasserleitungen gewartet werden müssen, sieht auch der Gesetzgeber. Spätestens alle 30 Jahre muss jeder Eigentümer und jede Eigentümerin eine sogenannte Zustands- und Funktionsprüfung durchführen lassen. Dabei werden die privaten Abwasserleitungen mit einer Kamera befahren, die Videoaufzeichnungen macht. Undichte Stellen oder Schäden fallen auf diese Weise auf und können anschließend behoben werden. Es gibt unterschiedliche Verfahren zur Reparatur und Erneuerung. Die Zustands- und Funktionsprüfung ist von den Eigentümern und Eigentümerinnen selbst zu beauftragen und darf nur von offiziell zugelassenen Sachkundigen durchgeführt werden.

Stadt Dortmund überprüft auch eigene Kanäle

Um unser Trinkwasser zu schützen, werden Grundstücke innerhalb einer Wasserschutzzone besonders intensiv beobachtet: Bei den Grundstücken im Trinkwasserschutzgebiet der Ruhr im Dortmunder Süden ist eine Zustands- und Funktionsprüfung zwingend bis zum 31.12.2020 durchzuführen. Der Eigenbetrieb Stadtentwässerung wird hieran alle Grundstückseigentümer*innen in der Wasserschutzzone mit einem Informationsschreiben erinnern.

Die Stadtentwässerung überprüft selbstverständlich auch regelmäßig ihre eigenen, also die öffentlichen Abwasserleitungen im Dortmunder Stadtgebiet. Zusätzlich wird sie in den kommenden Jahren im gesamten Stadtgebiet die Teilstücke vom öffentlichen Kanal in der Straßenmitte bis zur jeweiligen Grundstücksgrenze mit einer Kamera sichten, um die Verkehrssicherheit im öffentlichen Raum sicherzustellen. Start ist auch hier in der Wasserschutzzone in den südlichen Dortmunder Stadtteilen. Voraussichtlich im Juli 2019 legt die Stadtentwässerung mit den Kamera-Befahrungen los. Die Bürger*innen werden nach den Untersuchungen über die Ergebnisse in ihrem Bereich informiert, denn hieraus können sich wertvolle Hinweise auf dringend notwendige Sanierungsmaßnahmen auch in den privaten Rohrleitungen ergeben.

Liste mit seriösen Unternehmen

Als Dienstleistung für die Dortmunder und Dortmunderinnen stellt die Stadtentwässerung zum 1. Juli 2019 eine offene Liste von Unternehmen zur Verfügung, welche die Zustands- und Funktionsprüfung und/oder die Kanalsanierung anbieten. Alle Unternehmen haben sich mit der Aufnahme in die Liste verpflichtet, die Qualitätsanforderungen der Stadtentwässerung einzuhalten. Auch für Fragen und Beratung rund um das Thema steht die Stadtentwässerung jederzeit zur Verfügung.

Zum Thema

Auf der Internetseite der Grundstücksentwässerung können sich die Bürger*innen umfassend über viele Details informieren. Welche Stadtteile im Wasserschutzgebiet liegen, kann der Karte entnommen werden.