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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Energiewende

DEW21 kauft Kraftwerk-Grundstück an Weißenburger Straße - Umstellung der Wärmeversorgung soll jährlich 45.000 Tonnen CO2 einsparen

Nachricht vom 16.07.2019

45.000 Tonnen CO2 im Jahr spart die DEW21 in Zukunft mit der Umstellung der Wärmeversorgung in Dortmund ein. Ein weiterer Meilenstein für eine klimafreundlichere Wärmeversorgung ist der Kauf des Grundstücks des Kraftwerks an der Weißenburger Straße. Dort soll eine neue Energiezentrale entstehen.

Die Dortmunder Energie- und Wasserversorgung GmbH DEW21 benötigt mehrere eigene Energiezentralen zur Absicherung sowie zur Abdeckung der Nachfrage an besonders kalten Tagen. Bereits in Bau befinden sich die Anlagen an der Adlerstraße und auf dem Betriebsgelände Lindenhorst. Doch eine weitere innenstadtnahe Wärmeerzeugung ist notwendig.

Arbeiten für "Energiezentrale Weißenburger Straße" starten 2020

Hierfür wurde jetzt vom Betreiber RWE Generation das Grundstück des heutigen Kraftwerks Dortmunds an der Weißenburger Straße gekauft. Die direkte Anbindung an das modernisierte innerstädtische Wärmenetz und die günstige Genehmigungsfähigkeit einer dort zu errichtenden Wärmeerzeugung bieten für DEW21 und die laufende Umstellung der Wärmeversorgung in Dortmund viele Vorteile. Bereits im kommenden Jahr starten auf dem Kraftwerksgelände die Bauarbeiten für die "Energiezentrale Weißenburger Straße".

Altes Kraftwerk geht Ende 2022 außer Betrieb

Das alte Kraftwerk wird von RWE Generation Ende September 2022 außer Betrieb genommen und anschließend zurückgebaut. Das Verwaltungsgebäude und das Grundstück gehen anschließend in den Besitz von DEW21 über. Damit schon vorher mit dem Bau der Energiezentrale gestartet werden kann, hat sich DEW21 zusätzlich entsprechende Rechte über bereits heute nutzbare Freiflächen gesichert. Auf der Freifläche des Kraftwerksgeländes wird ab 2020 eine neue, moderne Energiezentrale errichtet.

Innenstadtnahe Erzeugungs- und Speicherkapazitäten

Für den Umbau der Wärmeinfrastruktur hin zu einer klimafreundlichen Wärmeversorgung bedeutet dieser Kauf weitere Planungssicherheit und bietet außerdem die Chance, bei einem zukünftigen Ausbau der Dortmunder Fernwärmeversorgung noch weitere innenstadtnahe Erzeugungs- und Speicherkapazitäten aufbauen zu können.

In der Vergangenheit wurde Fernwärme in Dortmund zu über 90 Prozent aus dem alten Kraftwerk Dortmund bereitgestellt. Durch die Verbrennung von Erdgas entstehen dort CO2-Emissionen. Der Umbau des Dortmunder Fernwärmesystems, der aktuell durchgeführt wird, ermöglicht die Einbindung der Abwärmequelle Deutsche Gasrußwerke.

Wärme entsteht bei Produktionsprozessen

Durch die Produktionsprozesse dort steht ausreichend Wärme zur Verfügung. Diese Wärme wurde vormals ungenutzt in die Umwelt abgeführt. In Zukunft wird sie eingesetzt - um circa 80 Prozent des Wärmebedarfs der Dortmunder Inennstadt abzudecken. Der Wärmelieferant KG Deutsche Gasrußwerke GmbH & Co am Dortmunder Hafen ist Produzent von Industrierußen für die Reifen- und Chemieindustrie.

Drei neue Energiezentralen dienen als Absicherung

Die drei neuen Energiezentralen dienen allein als Absicherung bei technischem Ausfall der Abwärmequelle und sollen an besonders kalten Tagen eine unterstützende Funktion einnehmen.

Einsparung von 45.000 Tonnen CO2

Mit dem Umbau der Wärmeversorgung leistet DEW21 einen großen Beitrag zum Klimaschutz in Dortmund: Zukünftig können 45.000 Tonnen CO2 im Jahr eingespart werden – das entspricht umgerechnet dem CO2-Ausstoß von 30.000 PKW. Mehr als 100 Mio. Euro investiert DEW21 in den Umbau der Wärmeversorgung.

Den Anstoß lieferte der Sanierungsbedarf des größtenteils in den 1950er Jahren entstandenen 25 Kilometer langen Dampfnetzes, über das viele Kunden in der Innenstadt mit Wärme versorgt werden. Aufgrund lokaler und wirtschaftlicher Gegebenheiten, aber vor allem mit Blick auf die Gestaltungspflicht einer zukunftsfähigen Energieversorgung in Städten hat sich DEW21 gegen eine reine Sanierung und für die Neugestaltung der Wärmeversorgung entschieden.