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Kampagne

Zehn Jahre Fairtrade-Stadt: Dortmund setzt sich für fairen Handel ein

Nachricht vom 02.08.2019

Als Fairtrade-Stadt setzt sich Dortmund bereits seit mehr als zehn Jahren für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen von Kleinbauernfamilien in Afrika, Asien und Lateinamerika ein. Am 15. September 2009 wurde Dortmund als dritte Stadt in Deutschland und als erste in der Metropole Ruhr ausgezeichnet.

Die Halle 3A im Messebetrieb

Auf der Messe "Fair Friends" wird Oberbürgermeister Sierau die Auszeichnung "Fairtrade-Town" entgegennehmen
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Westfalenhallen

Am 2. April 2009 - vor zehn Jahren – zeichnete TransFair die erste deutsche Fairtrade-Town aus. Innerhalb weniger Jahre wuchs die Bewegung: Mittlerweile tragen fast 600 Städte in Deutschland den Titel. "Aus der Idee, Städte und Kommunen zu Botschaftern des fairen Handels zu machen, ist ein riesiges aktives Netzwerk geworden", erklärte Dieter Overath, Vorstandvorsitzender von TransFair e.V., stolz. "Über die Hälfte der Deutschen lebt bereits in einer Fairtrade-Stadt. Das zeigt, wie viele Menschen sich für fairen Handel engagieren", so Overath weiter.

Faire Kita und Fairtrade-School

Am 15. September 2009 wurde Dortmund als dritte Stadt in Deutschland und als erste in der Metropole Ruhr ausgezeichnet. 280 Gastronom*innen und Einzelhändler*innen verkaufen in Dortmund Fairtrade-Produkte. Selbst die Jüngsten machen mit: Nachdem die Kita Am Ostpark 2015 den Anfang gemacht hatte, wurden 2017 bereits 14 weitere Einrichtungen zur "Fairen Kita". Nun kommen erneut 12 Kitas dazu. Die Widey-Grundschule ist bereits seit 2013 Fairtrade-School.

Städte und Kommunen haben große Marktmacht

Von Fairtrade-Kaffee in öffentlichen Einrichtungen bis zu fairer Berufskleidung, Städte und Kommunen kaufen ein und haben damit eine große Marktmacht. Um diese noch stärker zu nutzen und den fairen Welthandel auf die lokale Agenda zu setzen, vernetzt die Kampagne "Fairtrade-Towns" Akteure aus Politik, Wirtschaft sowie Zivilgesellschaft. Dortmund ist eine von über 2.000 fairen Städten weltweit, darunter Weltstädte wie London, Brüssel, Rom, Berlin, San Francisco oder Kopenhagen.

"Ernährungswende“ auf der "Fair Friends"

Das Büro für Internationale Beziehungen und Nachhaltige Entwicklung der Stadt Dortmund lädt zu zwei Veranstaltungen zum Thema "Ernährungswende“ ein, die im Rahmen der " Fair Friends" Messe in Dortmund stattfinden:

Am 8. September 2019, 11:30-12:30 Uhr, Bühne Halle 2 2.C20 - Podiumsdiskussion "Vom Acker auf die Teller – Wie ernähren wir unsere Städte der Zukunft?“

Bis 2030 dienen die globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (SDGs) als Orientierung für die sozial-ökologische Transformation der Weltgesellschaft. Auch für die Gestaltung nachhaltiger Ernährungssysteme sind die SDGs richtungsweisend. Dass die Ernährungswende in den Städten und Regionen umgesetzt werden muss, erkennen immer mehr engagierte Initiativen wie Ernährungsräte, Foodsharing-Gruppen oder Einkaufsgenossenschaften. Welche Bedeutung sie für eine zukunftsfähige Nahrungsmittelversorgung haben, wird auf dem Podium diskutiert. Nach dem Motto „Denk global, iss lokal!“ sollen dabei sowohl Herausforderungen auf globaler Ebene sowie Lösungsansätze auf lokaler Ebene Gesprächsthemen sein.

Am 8. September 2019, 15:00-16:00 Uhr, Newsroom I und II, Passage - Film & Diskussion "10 Milliarden – Wie werden wir alle satt?“

Der Filmemacher Valentin Thurn zeigt Ausschnitte aus seinem erfolgreichen Kinofilm "10 Milliarden – Wie werden wir alle satt?“ und diskutiert mit dem Publikum über die sozialen und ökologischen Folgen des Welternährungssystems, aber auch über nachhaltige Lösungen auf lokaler Ebene.

Urkundenübergabe auf der Messe "Fair Friends"

Für die Dortmunder*innen wird es anlässlich der bestandenen Re-Zertifizierung eine kleine Auszeichnung auf der Messe "Fair Friends" geben. Sie findet statt am Samstag, 7. September, ab 17:00 Uhr, auf der Bühne in Halle 2. Oberbürgermeister Ullrich Sierau und Mitglieder der Steuerungsgruppe werden von Manfred Holz, Ehrenbotschafter Transfair Deutschland, dann die Urkunde erhalten.

Familienumweltfest

Im Rahmen des Bodenaktionstages findet am 15. September, mit Beteiligung des Umweltamtes, ein Familienfest auf dem Lernbauernhof Schulte-Tigges, statt.

Dortmunder Ideenküche für gutes Essen - fair, gesund, regional

Das Büro für Internationale Beziehungen und Nachhaltige Entwicklung und das Umweltamt der Stadt Dortmund laden am 25. September von 16:30 bis 20:00 Uhr, zu einer Doppelveranstaltung in den Union Gewerbehof, Werkhalle, Huckarder Str. 10-12, ein.

Teil 1: Global – Der Welthandel und Fairer Kaffee aus Kolumbien 16:30 Uhr-17:30 Uhr

Welche Herausforderungen birgt das Welternährungssystem, insbesondere der internationale Handel von Kaffee? Und wie können Alternativen des Handels und des Konsums aussehen? Herr Yinson Arboleda Rodriguez, Präsident des Netzwerkes ökologisch produzierender Bäuerinnen und Bauern "Red Ecolsierra", ist aus Kolumbien angereist und macht auf seiner Tour durch die Faire Metropole Ruhr auch in Dortmund Halt. Anlass ist das 20-jährige Jubiläum des "Pottkaffees". Herr Yinson Arboleda Rodriguez erzählt über seine Arbeit in Kolumbien, den Mehrwert, den der Faire Handel in seine Region gebracht hat und davon, welche Probleme noch zu lösen sind.

Teil 2: Lokal – Ernährungswende in Dortmund 18:00-20:00 Uhr

Wie können wir in unserer Stadt eine regionale Nahrungsmittelversorgung aufbauen, die gesund, sozial gerecht und ökologisch nachhaltig gestaltet ist? Was braucht es dafür in Bereichen wie Logistik und Handel, Netzwerkarbeit, Politik und Bürger*innenbeteiligung sowie Bildung? Gemeinsam wollen wir herausfinden, wie die Ernährungswende in Dortmund gelingen kann. Anna Wißmann vom Netzwerk der Ernährungsräte berichtet, inwiefern Ernährungsräte sich in anderen Städten und Regionen als nützliches Werkzeug der Ernährungswende erwiesen haben. Ist ein Ernährungsrat auch für Dortmund vorstellbar?

Es handelt sich um eine Doppelveranstaltung, deren Teile einzeln oder nacheinander besucht werden können. In der Pause wird ein vegan-vegetarisches Fingerfood-Buffet aus biologischen, regionalen und fairen Zutaten bereitgestellt. Der Eintritt ist frei.

In Deutschland setzen sich fast 600 Städte und Schulen sowie 25 Universitäten für fairen Handel ein.

Zum Thema

Fairtrade-Towns fördern den fairen Handel auf kommunaler Ebene und sind das Ergebnis einer erfolgreichen Vernetzung von Akteuren aus Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft, die sich gemeinsam lokal für den fairen Handel stark machen.