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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Wohnraum

Wohnungsmarktbericht 2019: Angespannte Lage setzt sich weiter fort

Nachricht vom 05.09.2019

Der Dortmunder Wohnungsmarkt war auch im Jahr 2018 von Anspannung gekennzeichnet. Sowohl die Mieten als auch die Immobilienpreise sind weiter angestiegen und die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum war anhaltend hoch. Die Auswertung der Zahlen aus dem Jahr 2018 hat die Stadt Dortmund im neuen Wohnungsmarktbericht 2019 zusammengefasst.

Wohnungsmarktbericht 2019: angespannte Lage setzt sich weiter fort

V.l.n.r.: Anja Laubrock, stellv. Leiterin Amt für Wohnen; Ludger Wilde, Dezernent für Umwelt, Planen und Wohnen; Julia Meininghaus, Amt für Wohnen, stellten den Wohnungsmarktbericht am Donnerstag, 5. September, vor.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Stadt Dortmund

Im Wohnungsmarktbericht fasst die Stadt Dortmund einmal im Jahr aktuelle Zahlen und die sich daraus ergebenden Trends und Erkenntnisse über die Entwicklung auf dem Dortmunder Wohnungsmarkt zusammen. Der Bericht wird auf der Grundlage eines komplexen kommunalen Wohnungsmarktbeobachtungssystems erstellt, das Anfang der 1990er Jahre beim Amt für Wohnen entwickelt wurde und in den vergangenen Jahren bundesweit Verbreitung gefunden hat.

Angebotsmieten ziehen weiter an

2018 beträgt der Median der Angebotsmieten im Wohnungsbestand nun erstmals 7,00 €/m² (nettokalt). Die Angebotsmieten stiegen somit um 5,7 % im Vergleich zum Vorjahr. Seit 2014 haben sich die mittleren Wiedervermietungsmieten um rund 20 % erhöht. Im Neubaubereich blieb der Median im Vergleich zum Vorjahr konstant bei 10,50 €/m².

Auch auf dem Eigentumsmarkt in Dortmund setzt sich die Anspannung im Jahr 2018 unvermindert fort. In allen Segmenten bzw. Bautypologien steigen die Angebotspreise, so dass nun selbst die vor zehn Jahren noch utopisch wirkende 400.000 € Grenze (im Median) nahezu erreicht wird. Auffällig ist, dass in allen Segmenten die Preise für Bestands- wie auch Neubauimmobilien gleichermaßen steigen und (mit Ausnahme der Reihenhäuser) aktuell im Median auf einem ähnlichen Niveau liegen.

Preise für Eigentumswohnungen steigen

Die Preise für neu gebaute Eigentumswohnungen sind im Jahr 2018 deutlich angestiegen, im Median um rund 320 €/m² auf 3.000 €/m². Auch die lange Zeit sehr konstanten bzw. nur moderat steigenden Angebotspreise für Bestandseigentumswohnungen sind im Median auf 1.500 €/m² im Jahr 2018 geklettert.

Die Bemühungen der Stadt Dortmund und vieler engagierter Wohnungsmarktakteure, der angespannten Wohnungsmarktlage entgegenzuwirken und eine weitere Anspannung zu bremsen, zeigen erste Erfolge, wie folgende Daten aus der Wohnungsmarktbeobachtung zeigen:

Die Zahl der Baufertigstellungen erhöht sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich um 12 % auf insgesamt 1.649 Fertigstellungen. Die Baugenehmigungen befinden sich mit 1.642 auf einem hohen Niveau. Sie sind im Vergleich zum Vorjahr um 1,2 % leicht angestiegen.

Im Jahre 2018 konnten in Dortmund Fördermittel i. H. v. insgesamt 28,8 Mio. € für Neubau- und Modernisierungsprojekte mit 274 Wohnungen bewilligt werden. Um dem Rückgang des geförderten Mietwohnungsbestandes entgegenzusteuern, ist eine Steigerung der Fördertätigkeit notwendig. Die Rahmenbedingungen dafür sind landesseitig durch die Fortführung bzw. Erhöhung des Globalbudgets sowie die neue Zuordnung Dortmunds zur Mietenstufe 4 (seit 01.06.2019) verbessert worden.

Die strukturelle Leerstandsquote betrug zum Stichtag 31. Dezember 2018 in Dortmund 2,0 % (bezogen auf den Wohnungsbestand 2016). Dies bedeutet, dass rund 6.400 Wohnungen und somit rund 570 mehr als im Vorjahr länger als sechs Monate leer standen. Als Zeichen einer Entspannung auf dem Dortmunder Wohnungsmarkt sollte dies aber unter keinen Umständen gewertet werden. Vielmehr sind die Weichen gestellt, die Entwicklung in Richtung einer zunehmenden Anspannung zu bremsen.

Parallel zu diesen Entwicklungen auf der Angebotsseite wächst die Dortmunder Bevölkerung weiterhin und zwar um rund 790 Personen auf 602.556 Personen zum Stichtag 31. Dezember 2018. Die Zahl der Privathaushalte steigt deutlich um rund 1.300 Haushalte auf 317.307 zum Stichtag 31. Dezember 2018. Gleichzeitig verringert sich die Zahl der in Gemeinschaftsunterkünften untergebrachten Personen um rund 1.000 Personen. Hier gab es sicherlich eine gewisse Verschiebung der Personen aus Gemeinschaftsunterkünften (u. a. Flüchtlingsunterkünften) in die Statistik der Haushaltsgenerierung und zwar überwiegend in die Gruppe der Ein-Personen-Haushalte.

Bezahlbarer Wohnraum bleibt stark gefragt

Ein Rückgang der Nachfrage nach bezahlbaren Wohnraum war auch im Jahre 2018 nicht festzustellen. Zwar ist die Zahl der SGB II-Bedarfsgemeinschaften erneut leicht gesunken. Die Gruppe der Personen, die Grundsicherungsleistungen oder Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen, hat sich dagegen weiter vergrößert. In der Nachfragegruppe der Studierenden zeigt sich der Großteil der in Dortmund lebenden mit der Wohnsituation zufrieden. Aktuell haben viele wohnungsuchende Studierende große Schwierigkeiten, eine passende bezahlbare Wohnung zu finden. Vorrangig gesucht werden preiswerte Einzelappartments sowie WG-taugliche Wohnungen.

Zum Thema

Der Wohnungsmarktbericht 2019 ist auch online zu finden. Auf der Internetseite des Amtes für Wohnen steht er unter dem Menüpunkt Wohnungsmarktbeobachtung als Download zur Verfügung.