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OB-Wahl 2020

Sierau plant, nicht mehr zu kandidieren

Nachricht vom 09.09.2019

"Für mich gilt: OB ist ein Mandat auf Zeit, das man nicht überziehen sollte." In einer Pressekonferenz am Montag, 9. September, im Rathaus hat Oberbürgermeister Ullrich Sierau der Öffentlichkeit mitgeteilt, dass er nicht plant, erneut bei der OB-Wahl im Jahr 2020 anzutreten.

Sierau plant, nicht mehr zu kandidieren

Oberbürgermeister Ullrich Sierau plant nicht, erneut bei der OB-Wahl im Jahr 2020 anzutreten.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Gaye Suse Kromer

Seit über 20 Jahren arbeitet Sierau in der Stadtverwaltung: "Hier habe ich schon eine ziemlich lange Wegstrecke gemacht", so der Oberbürgermeister, der 1999 seinen Dienst als Planungsdezernent in Dortmund begonnen hat. Später bekam er noch den Baubereich dazu, 2007 wurde er zum Stadtdirektor gewählt. Obwohl er seinerzeit auch ein Angebot aus Berlin erhalten habe, "habe ich mich für Dortmund entschieden – und habe es nie bereut. Für jemanden, der Stadtplanung studiert hat, war das geradezu ein Paradies", schwärmte Sierau mit Blick auf die Herausforderungen und Chancen für die Stadt, die der Strukturwandel und die Zeiten des Umbruchs mit sich brachten. Dass er eines Tages Oberbürgermeister der Stadt werden würde, das, so Sierau "habe ich zu Beginn nicht ansatzweise gedacht." 2009 war es dann soweit: Ullrich Sierau wurde von den Dortmunder*innen zum Oberbürgermeister gewählt.

Versprechen an die Dortmunder*innen

Eines war für Sierau allerdings auch immer klar: "Ich bin immer einer gewesen, der Leute nicht gut fand, die an ihrem Sesseln kleben, das habe ich von vorneherein gesagt." Und so hat Sierau entschieden, dass das "Mandat auf Zeit" für ihn im kommenden Jahr enden soll und er nicht mehr für eine Kandidatur als Oberbürgermeister zur Kommunalwahl 2020 zu Verfügung stehen wird.

Den Dortmunder*innen allerdings verspricht Sierau: "Ich bin von der Bevölkerung gewählt und mein Verständnis ist: Ihr habt mich mit einem Mandat ausgestattet. Das habe ich vor, bis zum Schluss auszufüllen." Für ihn heiße das, bis zum 31. Oktober 2020 transparent, partizipativ, kooperativ "zu machen, was zu machen ist". Es werde darum gehen, die Interessen der Stadt zu vertreten – auch gegenüber Land und Bund.

Dortmund sei keine Stärkungspaktkommune und trotzdem strukturell unterfinanziert: "Da werde ich kein Blatt vor den Mund nehmen und klarmachen, dass die Kommunen finanziell vernünftig ausgestattet werden müssen", machte der Oberbürgermeister deutlich. In Dortmund selbst werde man den geplanten Doppelhaushalt wasserdicht machen. Auch sei eine Vielzahl von Projekten noch "in einen Gesamtzusammenhang" zu stellen. Sierau verwies in diesem Zusammenhang unter anderem auf "nordwärts", die IGA 2027, den im Hafen geplanten Digital Campus, die Entwicklung der HSP-Fläche oder auf die vielen Infrastrukturprojekte im Bereich von Kita, Schulen, Sporthallen, Straßen und Radwegen, die auf den Weg gebracht worden seien oder noch werden.

Es werde im kommenden Jahr darum gehen, die Interessen der Stadt zu wahren, so der Oberbürgermeister - und dass diese Stadt in der Zukunft weiterhin eine positive Entwicklung nimmt. "Es ist noch über ein Jahr, in dem ich den Vertrag, den ich mit der Bevölkerung geschlossen habe, erfülle", versprach Sierau.

Anja Kador